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Gute Schweizer Leistung nicht belohnt
Von Urs Berger
Die Schweizer Nationalmannschaft schied nach der 1:2-Niederlage gegen ein starkes Weissrussland aus. Die Bilanz der sechs Spiele: 2 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen. Vor allem die Niederlage gegen den letzten Gegner der Schweiz war schmerzhaft.
Eines voraus: Die Schweizer Nationalmannschaft trat mit einem anderen Kader an, als man dies an den Olympischen Spielen tat. Vier Spieler waren zum ersten Mal an einer Weltmeisterschaft im Einsatz. Timo Helbling, der zuletzt bei den Tampa Bay Lightning im Einsatz war, Thomas Déruns von Genf-Servette, Raffaele Sannitz von Lugano und Jonas Hiller, der Torhüter des HC Davos. Es lag aber nicht an ihnen, dass die Schweiz bereits in der Zwischenrunde ausgeschieden ist. Vielmehr waren im entscheidenden Spiel gegen die Weissrussen die Energietanks der Schlüsselspieler leer. Einige der Spieler absolvierten über 100 Spiele während der Meisterschaft und den Nationalmannschaftseinsätzen. Zu viel für ein kleines Land wie die Schweiz.
Ansonsten leidet die Nationalmannschaft an den alten bekannten Problemen. Die Stürmer schiessen zu wenig auf das Tor, die Verteidiger Mark Streit (14 Schüsse) und Goran Bezina (14) schiessen nach Ivo Rüthemann (16) am öftesten. Erst auf der vierten Position kommt Martin Plüss (13), Romano Lemm (12) folgt auf der fünften Position. Es ist ein offenes Geheimniss, dass die Schweizer einen impotenten Sturm haben. Doch wie will man diese beheben? Noch fehlt in der Schweiz die nächste Generation der Power-Stürmer. Doch sie wächst mit Thomas Deruns und Raffaele Sannitz heran. Beide wussten zu überzeugen und hinterliesen auf internationalem Parkett ihre Duftmarke.
Vor allem Thomas Déruns war einer der Spieler, der seine Checks fertig macht und dem Gegner unter die Haut geht. Mit seiner Art des Checkens hat er sich international den Respekt erarbeitet, den es braucht. Aufgefallen ist Raffaele Sannitz. Der von den Columbus Blue Jackets gedraftete Stürmer geht vor das Tor, in die Zonen der blauen Flecken, und nimmt diese in Kauf. Er erarbeitet sich seine Tore und nützt die Abpraller der Torhüter gezielt aus. Vor allem im Spiel gegen die Schweden kam ihm dies zugute. Dort erzielte er zwei Tore. Er war der Matchwinner und Wühler in diesem Spiel.
Trotz der guten Torhüter hatte die Schweizer Nationalmannschaft nur zu Beginn des Turniers einen sicheren Rückhalt. Spätestens nach der Niederlage gegen die Russen wäre ein Torhüterwechsel angebracht gewesen. Nichts gegen David Aebischer, aber er wurde mit Fortdauer des Turniers unsicherer und war dann im letzten Spiel nicht mehr so souverän wie gewohnt. Wieso Ralph Krueger seiner Nummer eins nicht eine Spielpause gegönnt hatte, ist nicht nachvollziehbar. Jonas Hiller hätte seine Arbeit hinter der soliden Defensive gut verrichtet. Aebischer verzeichnete eine Abwehr Quote von 88,24%. Das letzte Mal, dass er so schlecht spielte, war an den Olympischen Spielen 2002 in Salt Lake City, als er auf eine Abwehrquote von 80,7% kam. Zu wenig für einen solchen erfahrenen Schlussmann.
Interessant wird es sein, welche Schlussfolgerungen Ralph Krueger ziehen wird. Wird es personelle Änderungen im Team der Schweizer geben? Welche Spieler, die an dieser Weltmeisterschaft nicht dabei waren, werden wieder für die Schweiz spielen? Wird die Nationalmannschaft in den nächsten beiden Jahren einen Umbruch erfahren? Alles Fragen, die erst in der neuen Saison beantwortet werden.
Abschliessend bleibt zu sagen, dass die Schweiz eine der besten Weltmeisterschaften seit langem gespielt hat. Schade war nur, dass man im entscheidenden Spiel zu passiv war. Eine Schande ist dies nicht, die Schweiz muss einfach die Lehren aus diesem Abschneiden ziehen und den eingeschlagenen Weg weiter gehen. Denn dieser weist den Weg Richtung Top-8-Nationen und dies muss das Ziel der Schweizer Nationalmannschaft sein. Hoffen wir, dass die Schweiz an der nächsten Weltmeisterschaft in Russland dazu bereit ist, den nächsten Schritt zu machen. Nicht nur einen der Grossen zu schlagen, sondern auch das Halbfinale zu erreichen. Die Zeichen dazu stehen gut.
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