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Thomas Déruns - "Ich wurde physisch besser"
Von Urs Berger, Foto von Thomas Oswald
Thomas Déruns ist nicht der Mann der lauten Worte. Er liebt es nicht, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Das Rampenlicht braucht er nicht. Er ist der stille Arbeiter, der über Leistung auf sich aufmerksam macht. Wie ist er sonst? Ein Porträt über den scheuen Thomas Déruns.
Das Training der Amerikaner ist noch im Gange. Déruns und die anderen Spieler stehen der wartenden Medienschar für Fragen und Antworten zur Verfügung. Ruhig, abgeklärt und manchmal in sich gekehrt beantwortet er die Fragen der Westschweizer Kollegen. Auf seinem Gesicht, das von seinem Geburtsfehler, der Hasenscharte, gekennzeichnet ist, spiegelt sich hin und wieder ein Lächeln. Thomas Déruns ist konzentriert bei den Fragen, geht auf den Fragensteller ein. Keine überhastete Antwort kommt über seine Lippen. Lieber wartet er ein paar Sekunden mit der Antwort, ehe er diese gibt. Seine Vergangenheit hat ihn gekennzeichnet. Über diese verliert er nicht viele Worte. Dies ist einfach so. Er kann sie nicht ändern und akzeptiert das auch. So wie er es akzeptiert hat, dass er früher nicht ein physischer Spieler war. Nun hat sich dies geändert. Er spielt physischer, hat sein "Kampfgewicht" erreicht und konnte in dieser Saison seine bisher beste NLA-Saison bestreiten. Er erzielte in 50 Spielen 21 Punkte und war 36 Minuten auf der Strafbank. Eine gute Leistung für den 24-jährigen Romand. So hat er sich seine Nomination in die Nationalmannschaft verdient. Es ist nicht das erste Mal, dass er für eine Schweizer Auswahl auf dem Eis steht. An der U20-Weltmeisterschaft in Finnland 2002 trug er in sieben Spielen das Trikot der Nationalmannschaft. Mit einem Assist war dieser Auftritt nicht berauschend, aber solide.
Sein Auftritt hier in Riga gleicht dem an der Juniorenweltmeisterschaft in Helsinki. Mit einem Unterschied: Die Eiszeit ist kürzer, er kommt kaum zu Einsätzen. Wenn Déruns spielt, dann merkt dies der Gegner. Er geht seinen Gegenspielern unter die Haut, seine Checks sind hart aber fair. Déruns: "Ich spiele hier einen anderen Stil als an der Junioren-Weltmeisterschaft. Ich kann hier meine physische Präsenz in das Spiel einbringen. Diese habe ich in den letzen Jahren immer wieder aufbauen müssen. Dieses Jahr nicht. So habe ich mich auch besser auf die Saison vorbereiten können. Das hat sich nun auch ausgezahlt." Lange konnte sich Thomas Déruns nicht wie ein heranwachsender Sportler ernähren, musste wegen den Operationen seines Kiefers das Training und seine Ernährung umstellen. Dennoch spielte er weiter Eishockey, gab nicht auf. Ein Kämpfer? "Nein", sagt er, "ich wollte immer diesen Sport ausführen. Das ist meine Leidenschaft."
Das Training der Amerikaner ist immer noch im Gange. Thomas Déruns, der Nationalmannschaftsneuling, gibt immer noch Interviews. Unterdessen geht es um seine Zukunft beim aktuellen Klub. "Ich habe noch einen Vertrag mit dem Genève-Servette HC bis 2006/07 und werde diesen Erfüllen. Ich sehe noch einige Punkte, in welchen ich mich verbessern kann. Diese zu verbessern ist mein Ziel für die kommende Spielzeit." Angesprochen auf seine persönlichen Ziele mit der Nationalmannschaft sagt er: "Ich will meine Aufgabe, die mir Ralph Kureger gibt, zu 100% erfüllen." Die nächste Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen, erhält er heute gegen den Olympiasieger Schweden.
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