Der Ausflug nach Genf brachte noch nicht die ganz grossen Erkenntnisse; ein paar aber schon. Wir haben einen Match gesehen, in dem der EHCO im ersten Drittel gefühlte 22 Minuten in Unterzahl gespielt hat, und trotzdem bis zur letzten Spielminute des Matches läuferisch auf der Höhe war. Körperlich scheint das Team parat. Warum der Schieri einen solchen Freundschaftsmatch so verpfeift war schwer nachzuvollziehen. Vielleicht hatte er ja eine Abmachung mit McScorley, das Servette einige Einheiten Powerplay trainieren soll. Das ging dann aber ziemlich nach Hinten los, den unsere Verteidigung mit einem aktiven Ramhold und einem sicheren Diethelm hat mal um mal die Übersicht behalten. Das 1:0 für Servette nach 20 Minuten war für die Westschweizer in der Höhe eher ein Armutszeugnis.
Im zweiten Drittel behielt Servette seinen Stil mit vielen kleinen Fouls und der Schieri seine Linie, dafür Oltner auf die Bank zu setzen bei. Erst eine heftige Attacke von Patrick Bloch liess die Genfer wieder sauberer spielen. Darum war der Check an der Stelle angebracht und richtig. Bis zur Mitte des zweiten Drittels hatte Servette klare Vorteile und das 3:0 ging bis dahin in Ordnung.
Bei 5:5 sah der EHCO aber gar nicht so unterklassig aus, kreierte den einen oder anderen feinen Spielzug und liess vor einem glänzenden Leimbacher nix mehr zu.
Im letzten Drittel hob der EHCO etwas mehr den Kopf und bekam eine um die andere wirklich erstklassige Chance. Das 1 Goal von Diego Schwarzenbach war dann auch wunderbar herausgespielt.
Die Freude über den Treffer nahm aber etwas die Konzentration und mündete in einen (Für mich den einzigen markanten) dummen Fehler vor Leimbacher den Servette via Abstauber zum 4:1 verwertete. Mehr liess der EHCO dann einfach nicht mehr zu.
Klar geht der Sieg für Servette in Ordnung, die hatten sich den Job aber sicher um vieles leichter vorgestellt.
Hervorzuheben war, wie das ganze Team gefightet hat. Natürlich war der EHCO unterklassig; wie aber z.B. Disu mit echtem Kämpferherz ein ums andere Mal in die Knochenmühle der Genfer Verteidiger ging, war toll anzusehen.
Die beiden Ausländer haben bei mir noch den "Alles so schön neu hier"- und den "Jetlag"-Bonus. Campbell hat gezeigt, wie stark er am Bully ist und Kelly war spielerisch schon etwas besser dabei. Genau wie Marcon.
Und beiden Kanadiern spürte man an, dass sie zusammen "können". Das Maurer mit denen in einer Linie spielt, finde ich die richtige Wahl. Der bringt das körperliche Element, dass den beiden nach meinem Dafürhalten doch etwas abgeht. Aber schaun wir mal.
In der Summe waren die Sturmreihen durch die Bank gleichwertig gut.
Nur, und da sind wir bei einem alten Thema, gegen einen solchen Gegner muss man seine wenigen Chancen nutzen. Auch Maurer fuhr allein aufs Goal und vergab. Hoffentlich wird das noch besser.
Das Powerplay machte einen wesentlich flexibleren und schnelleren Eindruck als letztes Jahr. Am Ende zählen auch hier die Ergebnisse.
Alles neu macht der Dan Ratushny, und so sahen unserer beiden Trainer in feinstem Zwirn wie aus dem Ei gepellt aus. Im Gegensatz zu einem im Trainingsjacke über der Bande hängenden McScorley sah gerade Stucki auf der Bank im Anzug mehr als passabel aus.
Von Dan habe ich mir etwas mehr Kommunikation auf der Bank gewünscht. Schaun wir mal.
Das Aussehen unserer Coaches beeindruckte auch diesen Fan-Club von Servette:
Da müssen sich unsere Fanclubs wirklich mal ranhalten, und selbst solche Mitglieder akquirieren.
Im ganzen machte das Team einen geschlossenen Eindruck, auf dem sich aufbauen lässt. Es bleibt noch viel zu tun, aber das was man gesehen hat, lässt einen nicht pessimistisch sein.
