NLA - 2. HF - Samstag, 19. März 2005

2 : 3 (0:0, 0:1, 2:1) n.V.

Zuschauer

6777 Zuschauer (ausverkauft)

Hertihalle, Zug

Schiedsrichter

Stephane Rochette; Peter Küng, Karol Popovic

Tore

33:500:1Jan Alston [PP]
R. Robitaille, M. Seger
Mike Fisher [PP]1:142:50
N. Kapanen, B. Richter
Fabian Schnyder2:148:04
G. Crameri, L. Fazio
51:552:2Mark Streit
A. Camenzind
63:342:3Thierry Paterlini [PP]
J. Alston

Strafen

Mike Fisher03:29
2 min - Halten
Raphael Diaz03:53
2 min - Übertriebene Härte
Effektive Dauer: 0 Sekunden
03:53Mathias Seger
2 min - Übertriebene Härte
Effektive Dauer: 0 Sekunden
Patrick Fischer14:40
2 min - Übertriebene Härte
14:40Raeto Raffainer
2 min - Übertriebene Härte
19:04Edgar Salis
2 min - Übertriebene Härte
Oleg Petrov19:41
2 min - Haken
22:45Edgar Salis
2 min - Behinderung
27:28Andri Stoffel
2 min - Übertriebene Härte
29:47Mark Streit
2 min - Halten
Gian-Marco Crameri32:52
2 min - Hoher Stock
Effektive Dauer: 58 Sekunden
35:14Martin Höhener
2 min - Hoher Stock
39:19Mark Streit
2 min - Crosscheck
42:38Martin Höhener
2 min - Hoher Stock
Effektive Dauer: 12 Sekunden
Duri Camichel†63:22
2 min - Halten
Effektive Dauer: 12 Sekunden
Patric Della Rossa63:34
20 min - Disziplinar

Aufstellung / Statistik

Torhüter Torhüter
L. Weibel       63:34    A. Sulander       63:34   
R. Walter                M. Schoder               
Verteidiger Verteidiger
S. Anthamatten                A. Camenzind       1A      
R. Back                M. Höhener             4'
G. Crameri       1A    2' M. Kout               
R. Diaz             2' K. Lindemann               
L. Fazio       1A       T. Ramholt               
P. Müller                E. Salis             4'
B. Richter       1A       M. Seger       1A    2'
G. Voisard                A. Stoffel             2'
M. Streit    1T       4'
Stürmer Stürmer
D. Camichel†             2' J. Alston    1T 1A      
C. Casutt                S. Helfenstein               
P. Della Rossa             20' C. Micheli               
M. Fisher    1T       2' T. Paterlini    1T         
D. Giger                R. Petrovicky               
N. Kapanen       1A       R. Raffainer             2'
P. Oppliger                R. Robitaille       1A      
O. Petrov             2' P. Tiegermann               
F. Schnyder    1T          T. Virta               
B. Schuler               
Weitere Weitere
P. Fischer             2' R. Stirnimann               
F. Rothen                M. Zeiter               

Zuger Effort unbelohnt – ZSC vor Finaleinzug

Von Martin Merk, Fotos von Melanie Beyli

Der EV Zug tat alles, um sich noch in die Halbfinalserie gegen die ZSC Lions zurückzukämpfen. Doch trotz einem klaren Chancenplus von 39:22 gelang den Zugern der Sieg nicht, man verlor 2:3 nach Verlängerung. Mit einem Heimsieg am Dienstag können die ZSC-Spieler somit für den Finaleinzug alles klar machen.

Zwei Tage nach der bitteren und deutlichen Niederlage auswärts gegen die ZSC Lions stellte sich die Frage, ob der EV Zug wieder in die Serie zurückkehren könnte, so müde, undiszipliniert und ideenlos wirkte die Mannschaft von Sean Simpson damals. „Einige Spieler waren nicht bei der Sache“, äusserte darüber der Kanadier enttäuscht. Welche er damit meinte, verriet er nicht. Nur soviel: Frédéric Rothen musste in der Paradelinie Mike Fisher weichen, womit die drei hochkarätigsten Stürmer Petrov/Kapanen/Fisher die erste Sturmreihe bildeten. Rothen musste mit der dritten Linie Vorlieb nehmen und der vorherige Drittlinien-Stürmer Gian-Marco Crameri, für viele im EVZ-Umfeld ein Ärgernis, wurde zum Center im vierten Block mit den Nachwuchsstürmern Casutt und Schnyder zurückgestuft. Soviel zu den beiden Absteigern in der Aufstellung des EVZ-Trainers. „Never change a winning Team“ galt dagegen beim ZSC-Trainer Christian Weber.

Der Start verlief ziemlich impulsiv in Zug. Mit Lichteffekten von der Stadiondecke wie auch um das Eisfeld vor der Zuger Nordkurve wurde angestimmt und eingeheizt. Und auch die von Simpson neu gemischten Karten im Zuger Offensiv-Spiel schienen ihre Wirkung nicht verfehlt zu haben. Die Spieler des EV Zug übernahmen im vierten Spiel erstmals in dieser Halbfinal-Serie so richtig die Initiative. Man nahm sozusagen die Schlussminuten des letzten Spiels mit, als man in Unterzahl gegen einen passiven ZSC vorstiess. Die Zuger kamen so zu guten Offensiv-Aktionen, forderten den ZSC-Goalie Ari Sulander und hatten zwar anfänglich nicht ein deutliches Chancenplus, jedoch die hochkarätigeren Chancen. Man spielte mit Emotionen, reagierte auf Provokationen und wollte sich keineswegs einschüchtern lassen. Kampf und Wille waren da. Doch während des ersten Drittels wollte kein Puck bei Sulander rein und auch auf der anderen Seite blieb es torlos. Die beste Möglichkeit vergab für die ZSC Lions Topscorer Randy Robitaille, als er bei einem Konter am zurückgeeilten Oleg Petrov hängen blieb.

Noch deutlicher war der Spielverlauf im Mitteldrittel, als das Spielgeschehen mehrheitlich in der Abwehrzone der ZSC Lions stattfand. Gegen einen im Vergleich zum letzten Spiel wie verwandelt aufspielenden EVZ fanden die Zürcher kein Rezept. Doch die Zuger scheiterten mit Chance um Chance aus allen möglichen Abschlusspositionen. Die beste Chance vergab Livio Fazio, als er zu einer guten Abschlussposition kam, jedoch auch den Abpraller in seine Richtung nicht verwertete. Die zum fünften Mal in dieser Saison ausverkaufte Hertihalle verwandelte sich in einen Hexenkessel. Nur ein Ari Sulander in der Form seiner besten Tage vermochte die geschrumpfte ZSC-Festung zu verteidigen. Das Mitteldrittel erinnerte an jenes vor zwei Tagen in Zürich, nur waren diesmal die Zürcher völlig überfordert, kassierten innert sieben Minuten zu Beginn des Drittels alle drei ausgesprochenen Strafen und schenkten so den Zugern sechs Minuten Überzahl innert kürzester Zeit. Doch nichts schien zu nützen. Jan Alston als bester Playoff-Scorer der Liga musste es den Zugern daher wohl vormachen. In der 35. Minute und mit dem zweiten Torschuss (!) des Mitteldrittes für die Zürcher erzielte der Kanada-Schweizer die schmeichelhafte Führung für die ZSC Lions.

Die Zuger gaben aber nicht auf und gingen weiterhin engagiert zur Sache. Und im nächsten Powerplay war der neu gebildete Paradesturm doch noch erfolgreich: Mike Fisher erzielte in der 43. Minute den erlösenden Ausgleichstreffer. Und als der junge Stürmer Fabian Schnyder in der 49. Minute für einen kurzen Augenblick entwischen konnte, gingen die Innerschweizer gar noch in Führung. Doch man fühlte sich durch das plötzlich aufgekommene Abschlussglück wohl zu sicher. So liess man für ein paar Sekunden die Gäste gewähren und der Verteidiger Mark Streit glich in der 52. Minute prompt zum 2:2 aus.

Eine heisse Schlussphase mit Chancen auf beiden Seiten wurde damit eingeleitet und setzte sich in der Verlängerung fort. Hier begannen die Gäste aus Zürich mit Vorteilen. Nach drei Minuten konnten sie sich vor Lars Weibel festsetzen, es herrschten chaotische Zustände, die Zuger mussten mit harten Bandagen kämpfen, der ZSC-Verteidiger Andri Stoffel fiel bei einem zu ihm gespielten Pass vor dem Tor um, der Pfiff des Schiedsrichters Stéphane Rochette gegen den Täter Duri Camichel ertönte. Die Emotionen waren auf dem Siedepunkt in der Hertihalle.

Nur 12 Sekunden später war der Spuk aus. Thierry Paterlini traf ins Schwarze. Mit einem millimetergenauen Schuss traf er via Innenpfosten ins Tor und bezwang Lars Weibel. Die Volksseele kochte, die Spieler, welche sich so unglücklich über knapp 64 Minuten aufgeopfert hatten, wurden mit dem üblichen Pfeifkonzert einer Heimniederlage in Zug in die Katakomben verabschiedet. Vielleicht zum letzten Mal in dieser Saison. Und dies auf einer solch unrühmlichen Art. Nur die Spieler der ZSC Lions feierten auf dem Eis und ihre rund tausend mitgereisten Fans stimmten noch lange ihre Schlachtrufe aus der Gästekurve an, feierten die Mannschaft und ihren Matchwinner Ari Sulander, der in meisterlicher Form hexte. Während dessen mussten die Eisreiniger die Spielfläche von Bierkartons der enttäuschten EVZ-Fans reinigen, damit der Eismeister doch noch irgendwann seinen Feierabend erarbeiten konnte. Auch dies vielleicht zum letzten Mal an einem NLA-Spiel dieser Saison. Die Zürcher können in der Heimpartie vom Dienstag alles klar machen. Sie als Favorit für einen Sieg zu bezeichnen, wäre nach diesem Spiel vermessen. Doch der ZSC-Trainer machte schon nach dem letzten Sieg unmissverständlich klar: Er brauche keine schöne und perfekte Siege. Nur der Sieg selbst zähle und wie er zustande kommt, interessiere später niemanden mehr. Die ZSC Lions konnten heute auch mit äusserst schwachem Spiel und als klar unterlegene Mannschaft gewinnen, waren aber in den entscheidenden Momenten da. Nun fehlt nicht mehr viel zum Finaleinzug, doch den EV Zug sollte man nach der heutigen Leistung noch nicht abschreiben.

Playoff

Halbfinal

2Davos32422
8Bern11511
3ZSC Lions31443
4Zug13112

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