NLA - 1. HF - Montag, 22. März 2004

2 : 1 (0:1, 0:0, 1:0) n.P.

Zuschauer

11045 Zuschauer (96% Auslastung)

Hallenstadion, Zürich

Schiedsrichter

Reto Bertolotti; Jürg Simmen, Adrian Sommer

Tore

14:030:1Mike Maneluk
V. Peltonen, O. Keller
Sven Helfenstein1:145:55
M. Richard
Michel Zeiter2:180:00
(Penaltyschiessen)

Strafen

Mark Streit06:20
2 min - Haken
Edgar Salis14:51
2 min - Crosscheck
15:31Mike Maneluk
2 min - Hoher Stock
19:39Mike Maneluk
2 min - Behinderung
22:31Olivier Keller
2 min - Beinstellen
Jan Alston32:35
2 min - Haken
Lonny Bohonos37:03
20 min - Disziplinar
Lonny Bohonos37:03
5 min - Stockschlag
51:05Sandy Jeannin
2 min - Hoher Stock

Aufstellung / Statistik

Torhüter Torhüter
A. Sulander       80:00    D. Bochy               
M. Schoder                R. Rüeger       80:00   
Verteidiger Verteidiger
R. Back                M. Astley               
J. Horak                R. Bundi               
K. Lindemann                K. Cantoni               
E. Salis             2' S. Hirschi               
M. Seger                A. Hänni               
A. Stoffel                O. Keller       1A    2'
M. Streit             2' P. Nummelin               
P. Sutter               
Stürmer Stürmer
J. Alston             2' F. Conne               
L. Bohonos             25' K. Fair               
P. Della Rossa                R. Fuchs               
S. Helfenstein    1T          R. Gardner               
C. Micheli                S. Jeannin             2'
S. Moggi                M. Maneluk    1T       4'
R. Raffainer                A. Näser               
P. Tiegermann                D. Peer               
M. Trachsler                R. Sannitz               
A. Wichser               
Weitere Weitere
M. Richard       1A       J. Aeschlimann               
R. Stirnimann                V. Peltonen       1A      
M. Zeiter               

ZSC Lions mit drei Matchbällen

Von Martin Merk, Fotos von Melanie Beyli

Die ZSC Lions haben gegen den HC Lugano zum dritten Mal in Serie gewinnen können und führen die Serie nun mit 3:1 an. Auch die vierte Begegnung ging wie jene vor zwei Tagen nicht nach 60 Minuten zu Ende. Dieses Mal war im ausgeglichenen Spiel das Penaltyschiessen nötig, bei welchem die Zürcher das Glück auf ihrer Seite hatten. Nun müssen sie nur noch eines von maximal drei verbleibenden Spielen gewinnen.

Der ZSC kam in den letzten Spielen in Fahrt. Dies vor allem, weil der HC Lugano im vorletzten Halbfinal-Spiel die Zürcher in überheblicher Manier in die Serie finden liess. Die Zürcher glichen dadurch nicht nur aus, sondern fanden auch in Lugano das Rezept zum Siegen und haben damit das nötige „Break“ geschafft, bräuchten nur noch zwei Heimsiege. An gleicher Spielstätte galt es für den HC Lugano zu verhindern, dass die Serie vorentschieden wird und den Heimvorteil zurückzuholen. Gleich wie vor vier Tagen waren zumindest die Aufstellungen, das heisst die ZSC Lions traten nach einem Spiel Unterbruch wieder mit der offensiveren Variante an, liessen den Verteidiger Jamie Heward zu Gunsten vom Stürmer Mike Richard als überzähligen Ausländer auf die Tribüne. Auch Lugano spielte bis auf wenige Umstellungen in den hinteren Linien sowie Noël Guyaz, der sich im letzten Spiel im Hallenstadion eine Knieverletzung zuzog, mit der gleichen Mischung und mit Mike Maneluk, der sich vor vier Tagen nicht im Griff hatte und deshalb auch ein Spiel gesperrt war. Der Spielbeginn hatte jedoch nur ansatzweise Ähnlichkeiten mit dem Hinspiel: Die ZSC Lions waren aktiver und kamen öfters zum Torschuss, die Tessiner tauchten erst im Powerplay öfters vor der ZSC-Mauer namens Ari Sulander auf. Die grösste Steigerung war dies damit für Lugano: Man geriet nicht schon in den ersten Minuten mit mehreren Toren in Rückstand, achtete gegen die teils schnellen Flügelangriffe der Gastgeber viel mehr auf die Abwehr. Die ZSC Lions fanden also kein Torrezept, Lugano machte keine Gastgeschenke. Dafür kamen die Tessiner nach Startschwierigkeiten besser ins Spiel, spielten öfters im Drittel der ZSC Lions und zwangen diese zu Strafen. Bei fünf gegen fünf Spieler behielt Ville Peltonen die Übersicht und setzte Mike Maneluk ideal ein, damit dieser Ari Sulander in der 15. Minute stilsicher zum 0:1 bezwingen konnte. Wenig später vermochte Ryan Gardner fast einen weiteren Abwehrschnitzer auszunützen. Bei diesem Tor blieb es im Stardrittel, die offensive Klasse der Tessiner blitze dieses Mal auf. Anders die Zürcher: Sie kamen nach dem 0:1 noch zu zahlreichen Chancen und hatten fast doppelt so viele Schüsse wie die Gäste und darunter auch einige aussichtsreiche Szenen, doch war der ZSC-Sturm dieses Mal nicht von Treffsicherheit geprägt. Das Spiel war damit also lanciert und Mike Maneluk gab seine Antwort auf sein schwaches letztes Spiel im Hallenstadion mit einem Tor, auch wenn er als einziger Luganesi während vier Minuten auf der Strafbank sass, weil er ZSC-Angriffe mit unlauteren Mitteln verhindern musste – keine idiotische Strafen von Maneluk also in diesem Spiel.

Auch im Mitteldrittel hatten die Zürcher anfangs mehr vom Spiel. In der 24. Minute vergab Mike Richard die bislang grösste ZSC-Chance alleine vor dem meisterlich haltenden Ronnie Rüeger, auch später geriet Rüeger unter Beschuss und liess sich auch durch Mark Streit nicht bezwingen, der ebenfalls alleine vor ihm zum Schuss kam. Danach zeigten die Tessiner wieder mehr und mussten nicht selten etwas unsauber vom Puck getrennt werden. In der 38. Minute dann verletzte der ZSC-Stürmer Lonny Bohonos den Lugano-Verteidiger Patrick Sutter mit einem Stockschlag im rechten Unterkieferbereich. Für Bohonos war die Partie damit durch die entsprechende Strafe zu Ende, Sutter konnte im Schlussdrittel wieder spielen. Die fünf Minuten Überzahl dagegen vermochten die Tessiner nicht zu nützen, zu verspielt war ihr Powerplay, zu wenig oft suchten sie den Abschluss und das Risiko. Die besten Chancen hatten deshalb die Zürcher, so konnte Michel Zeiter zwei Mal zum Konter ansetzten: Beim ersten Mal scheiterte er an Rüeger, beim zweiten Mal wurde er ungestraft von den Beinen geholt. Auch die Tessiner schalteten von der Härte her eine Gangart höher, doch schien in gewissen Situationen der Schiedsrichter Reto Bertolotti bei den Tessinern ein Auge mehr zuzudrücken und heizte dadurch die Stimmung im Hallenstadion auf.

Im Schlussdrittel begannen die Tessiner mit den restlichen Powerplay-Minuten und waren dabei ebenso wirkungslos wie zuvor. Die grösste Chance vergab Ville Peltonen alleine vor Ari Sulander. Besser machte es Sven Helfenstein, der Stürmer vom vierten ZSC-Block. Eingesetzt von Mike Richard lief er solo durch das gesamte Abwehrdrittel der etwas gar sorglos wirkenden Tessiner und bezwang Ronnie Rüeger mit einem Torschuss ins nahe Eck – die ZSC-Fans feierten in der 46. Minute das lang ersehnte Ausgleichstor zum 1:1. Die Partie war damit wieder völlig offen und es kam zu Chancen auf beiden Seiten. Die besten vergaben die Lugano-Stars Ville Peltonen und Mike Maneluk in den Schlussminuten es kam zur Verlängerung.

Vorsichtig agierten die beiden Mannschaften in der Verlängerung. Niemand wollte den „Sudden Death“ erleiden müssen, niemand spielte hart genug um Strafen zu riskieren. Doch den besseren Eindruck hinterliessen klar die Tessiner, sie kamen in ihrer besten Phase des Spiels öfters vor das Tor von Ari Sulander, konnten häufiger von Fehlern des Gegners profitieren. Die Chancen auf einen Overtime-Sieg waren für die Bianconeri zweifellos da, während die Zürcher etwas müde wirkten und auf den Freiraum warteten, den sie nur selten kriegten. Auch mit dem nötigen Glück konnten die Zürcher das 1:1 halten und es kam zum Penaltyschiessen. Und auch hier hatten die Zürcher das bessere Händchen. Eine 0:1-Führung durch Ville Peltonen konnten die Tessiner weder halten noch ausbauen. Die ZSC-Schützen Nummern 3 bis 5 machten es besser als die Luganoesi Nummelin, Maneluk und Fuchs sowie den Teamkollegen Micheli und Richard. Jan Alston, Reto Stirnimann und Michel Zeiter entschieden das Penaltyschiessen mit 3:1 für sich, die ZSC Lions stehen nur noch einen Sieg vor dem überraschenden Finaleinzug gegen den Qualifikationssieger HC Lugano.

Dabei waren die Tessiner dieses Mal nicht schlecht, aber nicht immer zielstrebig genug. Matchwinner waren auf beiden Seiten die Torhüter, welche durch je über 30 Paraden ihre Mannschaften im Spiel halten konnten. Der Lugano-Trainer Larry Huras nach der dritten Niederlage in Serie: „Wir hatten hart gekämpft und schienen in die Serie zurückzufinden, doch es klappte noch nicht ganz. Es fehlten kleine Details und man sah ein gutes Spiel mit sehr starken Torhütern und Schiedsrichter.“ Überglücklich war der junge ZSC-Trainer Christian Weber. „Wir hatten in der Overtime, in der Lugano klar besser war, wie auch im Penaltyschiessen das nötige Glück“, blieb er mit seinen Analysen auf dem Boden der Realität. Denn die Tessiner werden in der Resega bestimmt noch alles aus den Reserven locken, um ein Ausscheiden vor heimischem Publikum zu verhindern.

Playoff

Halbfinal

1Lugano15221
5ZSC Lions31532
2Bern33451
3Servette12133

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