Canada wendet Partie und steht im Final

Von Samanta Grossen

Das Team Canada gewinnt gegen den HC Davos in einem Krimi mit 6:5. Nachdem die Kanadier mit dem Rücken zur Wand standen und einen Drei-Tore-Rückstand aufholten, qualifizieren sie sich als erstes Team für den 89. Spengler Cup Final.

Nachdem das Team Canada in der 27. Minute mit 1:4 in Rückstand war, kämpften sich die Kanadier eindrücklich zurück in die Partie. In der 28. Minute starteten die Ahornblätter die Aufholjagd mit dem Treffer von DiDomenico. Der SC Langnau Spieler verwertete ein Zuspiel von Tom Pyatt und leitete mit diesem Treffer die erste Wende im Klassiker zwischen dem Team Canada und dem HC Davos ein. Anschliessend traf Matt Ellison in der Folge gleich zweimal für die Ahornblätter, weshalb die Partie nach zwei Dritteln wieder von neuem lanciert wurde.

Gastgeber legt vor

Beindruckend war aber zudem, dass trotz des besseren Starts der Kanadier, die zu Beginn mit viel Druck und Offensivpower in diese Partie gingen und die Verteidigung der Davoser in den ersten fünf Minuten überforderten, die Davoser das Skore eröffneten. Entgegen der Startminuten erhielt der HCD ein Powerplay zugesprochen und prompt traf Sciaroni zum 1:0. Nur 23 Sekunden später doppelte Sven Ryser nach und liess die Davoser vorerst aufatmen. Canada befand sich aufgrund der beiden Gegentreffer aber keineswegs in einer Schockstarre, denn die Ahornblätter brauchten lediglich zwei Minuten, um sich wieder zu fangen. In der 10. Minute schoss Tom Pyatt im Powerplay – kurz vor Ablauf einer HCD-Strafe – den 1:2-Anschlusstreffer. Der HCD, der fortan wieder vermehrt im Offensivdrittel anzutreffen war, holte sich den Zwei-Tore-Vorsprung zurück. Noch vor der ersten Pause. Nach einem Weitschuss Setoguchis, staubte Picard den Abpraller von Goalie Jeff Glass ab und versenkte die Scheibe während einer Flugeinlage im Tor.

Ellison mit Doppelpack

Der HCD war dem Team Canada ebenbürtig und konnte sich phasenweise im kanadischen Drittel festsetzen. Nach gefährlichen Abschlüssen von Perttu Lindgren in der 25. Minute und wenig später von Devin Setoguchi zeigte aber Goalie Jeff Glass, weshalb sein Platz im kanadischen Tor gerechtfertigt ist. Doch in der 27. Minute konnte auch er nichts machen. Mit einem sehenswerten Blue-Line-Schuss erwischte du Bois den Goalie über dem rechten Schoner und erzielte damit das 4:1. Doch der Drei-Tore-Vorsprung hielt nicht lange: Aus dem nächsten Angriff der Kanadier resultierte sofort ein Treffer. Leonardo Genoni, im Tor des HCD, kam dabei zu spät und Chris DiDomenico konnte sich als Torschütze feiern lassen. Nicht einmal drei Minuten später hatten die Kanadier die Möglichkeit im Powerplay den Rückstand noch weiter zu verringern. Die Scheibe lag wenige Sekunden im Torraum vor Genoni frei, Matt Ellison reagierte am schnellsten und erzielte den dritten Treffer für die Ahornblätter. Ellison, der immer wieder offensive Akzente setzte, blühte in der 39. richtig auf. Nach einem Zuspiel von Cory Conacher traf Matt Ellison bereits zum zweiten Mal und ermöglicht damit die Rückkehr der Kanadier in die Partie.

Kanada kaltblütig

Mit dem 4:4-Zwischenstand war eine spannende Schlussphase im Klassiker am Spengler Cup garantiert. In der 44. Minute hatten die Kanadier die Möglichkeit zur Vorentscheidung, denn nach Sven Ryser nahm auch Ville Koistinen auf der Strafbank Platz. Die Ahornblätter konnten während 85 Sekunden in doppelter Überzahl agieren. Doch einerseits war es Leonardo Genoni, wie auch Andres Ambühl, Perttu Lindgren und Felicien du Bois, die für die Kanadier ein unüberwindbares Hindernis darstellten. Gerade Perttu Lindgren war es aber, der die Davoser Fankurve in der 48. Minute jubeln liess. Zuvor erkämpfte sich Marc Wieser die Scheibe in einem Zweikampf, leitete sie zu Lindgren weiter und dieser holte mit einem Slaphot die Führung für den HCD zurück. Doch die Gastgeber brachten die Führung nicht über die Zeit. Das Team Canada drehte in der Schlussphase richtig auf: In der 56. Minute glich Giroux zum 5:5 aus und zwei Minuten später schoss Cory Conacher den sechsten Treffer für das Guy Boucher-Team.

Die Kanadier, die nach dem 4:5-Zwischenstand die Partie ein zweites Mal wendeten und sich anschliessend dank dem Treffer des SCB-Stürmers Cory Conacher für den Final qualifizierten, zeigten im Vergleich zum HC Davos den grösseren Willen am Endspiel teilzunehmen.

Team Canada – HC Davos 6:5 (1:3, 3:1, 2:1)

Vaillant Arena. – 6300 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Kimmerly/Stricker, Kovacs/Küng. – Tore: 7. Sciaroni (Ausschluss Carrick) 0:1. 7. Ryser 0:2. 10. Pyatt (Sheppard, Bergeron / Ausschluss Corvi) 1:2. 19. Alexandre Picard (Moss, Setoguchi) 1:3. 27. Du Bois (Walser, Koistinen) 1:4. 28. DiDomenico (Pyatt, Sheppard) 2:4. 30. Ellison (Ausschluss du Bois) 3:4. 39. Ellison (Conacher, Ellerby) 4:4. 48. Lindgren (Marc Wieser) 4:5. 56. Giroux (d’Agostini, Lombardi) 5:5. 57. Conacher (Ellison, Roy) 6:5. – Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Canada. 7mal 2 gegen Davos.

Canada: Glass; Aulie, Johnson; Bergeron, Alexandre Picard; Carrick, Cundari; Ellerby, Vukovic; Pyatt, Sheppard, DiDomenico; Giroux, Lombardi, D’Agostini; Roy, Conacher, Ellison; Paillé, Malhotra, Emmerton.

Davos: Genoni; Koistinen, du Bois; Schmutz, Guerra; Brejcak, Jung; Nater, Paschoud; Ambühl, Sciaroni, Walser; Lindgre, Jörg, Marc Wieser; Alexandre Picard, Setoguchi, Moss; Aeschlimann, Ryser, Corvi. Bemerkungen: Canada ohne Focault und Clark (beide überzählig). Davos ohne Sieber, Schläpfer und Portmann (alle überzählig), Dino Wieser (verletzt) und Forster (gesperrt). 18. Sciaroni scheidet verletzt aus. 57. Time-Out Canada. 60. Minute Time-Out Davos. 59:16-60:00 Davos ohne Goalie Genoni anstelle eines sechsten Feldspielers.

© Leroy Ryser

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