Schweiz benötigt das Penaltyschiessen zum Sieg

Von Roland Jungi

Mehr Gegenwehr als erwartet leistete die NLA-Selection der Schweizer Nationalmannschaft. Die Eidgenossen rannten kurz einem Rückstand hinterher, drehten durch Tore von Mathias Seger und Martin Plüss die Partie, kassierten aber kurz vor Schluss durch Jonathan Sim den Ausgleich. Den alles entscheidenden Penalty verwertete Julien Sprunger zum letztlich nicht unverdienten 3:2-Sieg.

Trotz der Affiche die aktuelle Nationalmannschaft in Aktion zu sehen, mussten sich die Verantwortlichen des Spiels der Schweiz gegen das Team NLA Selection die Augen reiben. Warum? Das mit Spannung erwartete Spektakel ging in einer nur halbvollen PostFinance-Arena über die Bühne. Es war deshalb auch nicht verwunderlich, dass die ausländischen Stars der National League A die Akzente setzten. Bednar und Kwiatkowski fanden entweder in Goalie Stephan ihren Meister oder scheiterten an ihrem Unvermögen im Abschluss. Aufgerüttelt durch die beiden guten Möglichkeiten gelang es dem Team um Nati-Coach Sean Simpson immer besseren Tritt in die Partie zu finden, jedoch die zwingenden Chancen blieben aus resp. waren Mangelware. Grosses Glück hatten die Schweizer nach 14 Minuten, als ein gefährlicher Ablenker von Holden den Weg nicht ins Tor fand. Als sich kurz danach den Schweizern die grosse Möglichkeit bot, einen Konter erfolgreich abzuschliessen, vergeigte Verteidiger Ramholt diese Chance. In der Schlussminute des ersten Drittels traf Bednar, Goalie Stephan war bereits geschlagen, nur die gegnerische Torumrandung.

Der wiedergenesene Damian Brunner stand zu Beginn des Mittelabschnitts gleich zweimal im Brennpunkt, doch zweimal reagierte Goalie Sulander glänzend. Die Partie nahm etwas an Intensität zu. Sykora vermochte aus einem Konter kein Kapital zu schlagen. Salmelainen und erneut Sykora zollten Goalie Stephan zu grossen Respekt, sodass es immer noch zu null stand. Gleich bei seiner ersten Intervention zeigte CH-Ersatzkeeper Genoni auf, dass sich seine Vorderleute auf ihn verlassen können. Holden, die Zuger Lebensversicherung, scheiterte. Chefcoach musste feststellen, dass seine Cracks die Vorteile des Power-Plays nicht zu nutzen wussten. Auch die doppelte Überzahl vermochte das Skore nicht zu eröffnen. Keinen deut besser erging es der Auswahl aus der NLA.

Im letzten Drittel schickte sich das Team von Coach Simpson an, endlich Tore zu schiessen. Doch immer wieder hiess die Endstation Ari Sulander, welcher die Schweizer Stürmer beinahe an den Rand der Verzweiflung brachte. Es war Jaroslav Bednar in der 50. Minute vorbehalten, auf Zuspiel von Glen Metropolit, das erste Tor zu erzielen. Postwendend glich Verteidiger Mathias Seger aus. Sechs Minuten vor dem Ende sorgte Jubilar Plüss für die erstmalige Führung der Schweizer. Mit dem Ausgleich in der 58. Minute machte Jonathan Sim, dem Drachen, den Schweizern mit seiner unhaltbaren Direktabnahme einen dicken Strich durch die Rechnung. Deshalb musste die Entscheidung im anschliessenden Penaltyschiessen fallen. Damian Brunner, welcher erfolgreich das Spiel Mann gegen Mann zu seinen Gunsten entschied, meinte nach der heutigen Partie: „Der Sieg war das richtige Warmup der Woche. Wir konnten uns im Spiel stetig steigern. Zusammen mit Ivo Rüthemann und Martin Plüss hat unsere Linie die gleiche Geschichte in der Partie durchlebt und zudem einige gute Torchancen kreieren können. Eine gute Ausgangsbasis für die Matches am kommenden Wochenende im Slovakia-Cup!“ Bekanntlich spielt die Schweiz im Halbfinal gegen Weissrussland. Sean Simpson, der Schweizer Nati-Trainer meinte: „Mein Team hat heute eine Superleistung abgeliefert und letztlich verdient gewonnen.“

Schweiz – NLA Selection 3:2 (0:0, 0:0, 2:2, 0:0, 1:0) n.P.

PostFinance-Arena. - 6639 Zuschauer. - SR Stricker/Rochette; Kaderli/Zosso.

Tore: 50. Bednar (Metropolit, Sykora) 0:1. 51. Seger (Christen, Savary) 1:1. 54. Plüss (Brunner, Rüthemann) 2:1. 58. Sim (Sykora) 2:2.

Penaltyschiessen: Brunner, Bednar, Rüthemann (alle treffen), Sykora, Plüss, Metropolit (alle verschiessen), Sprunger (trifft), Veilleux (verschiesst).

Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen Schweiz; 5-mal 2 Minuten gegen NLA Selection.

Schweiz: Stephan (ab 30:06 Genoni); Furrer, Diaz; Bezina, Du Bois; Seger, Vauclair; Ramholt, Helbling; Rüthemann, Plüss, Brunner; Déruns, Jeannin, Sprunger; Ambühl, Savary, Christen; Moser, Gardner, Duca.

NLA Selection: Sulander; Kwiatkowski, Popovic; Brendan Bell, Denisov; Signoretti, Ratchuk; Cook, Roche; Fata, Mark Bell, Brooks; Veilleux, Mowers, Luomala; Salmelainen, Holden, Sim; Bednar, Metropolit, Sykora.

Bemerkungen: Martin Plüss wird vor dem Spiel nachträglich für sein 200. Spiel in der Nationalmannschaft, welches der Berner anlässlich der WM in Deutschland austrug, geehrt. 20. Pfostenschuss Bednar.

Time-Out: Team NLA Selection: 59:36

Best-Players: Schweiz: Tobias Stephan; NLA Selection. Ari Sulander.

© Christoph Perren

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Dienstag, 8. Februar 2011

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