Slowakei überrascht mit Sieg und Bronze

Von Simon Wüst

Ein unglaublich beherzt kämpfendes Team aus der Slowakei bezwingt die favorisierten Schweden und holt sich die Bronzemedaille. Schweden konnte wie schon im Halbfinal seine Stärken nicht ausspielen und blieb glücklos.

Im Bronzespiel in Peking hatte die Slowakei die einmalige Chance als Qualifikant und grosser Aussenseiter eine Überraschung zu schaffen und sich eine Medaille zu sichern. Schweden musste sich nach der Niederlage vor knapp 24h gegen Russland neu motivieren.

Der Beginn des Spiels war eher verhalten. Schweden probierte sein spielerisch gepflegtes Hockey aufzubauen. Mit durchschnittlichem Erfolg. Die Slowakei konnte seine Angriffsauslösung gut umsetzen, kam selten im eigenen Drittel bei Puckbesitz in Bedrängnis. Das erste Unterzahlspiel für die Slowaken verursachte der Goali Patrick Rybar mit einem Beinstellen, sie überstanden diese Situation aber souverän. Über das ganze Drittel bilanziert hatten die Slowaken die besseren und mehr Möglichkeiten auf den Führungstreffer. Sie spielten wirklich sehr clever.

Den ersten Treffer des Spiels erzielten die Slowaken. Man kann es als absoluten Glückstreffer werten. Ein für Johansson im Tor völlig harmloser Abschluss wurde vom eigenen Mann so fein abgelenkt dass der Puck genau im hohen Eck einschlug. Der Goalie stand nur verdutzt da. Und trotzdem eine verdiente Führung, auch weil Rybar im slowakischen Tor einfach alles parierte. In Überzahl in der 33. Minute folgte der zweite Streich. Diesmal liess sich Johansson in der nahen Ecke erwischen, nachdem Samuel Takac aus spitzem Winkel geschossen hatte. Die Schweden schienen sehr verunsichert und ratlos, das Zusammenspiel funktionierte nicht mehr. Auch brachten sie kein vernünftiges Powerplay mehr zu Stande.

Im Schlussdrittel fand Schweden weiterhin nicht zu ihrem Spiel. Wobei die Slowaken mit der Führung im Rücken sich auf destruktives Hockey konzentrieren konnten. Da wird es natürlich auch schwierig aus Sicht der Schweden. Der Anschlusstreffer hätte sicher nochmals Aufwind gebracht, aber dieser wollte einfach nicht gelingen. Die Slowaken verteidigten die neutrale Zone sehr gut und hätten aber auch noch Chancen für einen dritten Treffer gehabt, da Schweden seine Defensive gegen Schluss logischerweise vernachlässigen musste. Die Entscheidung fiel schlussendlich in der 59. Minute, als die Slowakei mit zwei Empty Netter alles klar machte. Endstand 0:4 – wer hätte das erwartet !?

Bei den Slowaken hat man gesehen, was mit Herz und Einsatz zu erreichen ist. Vielleicht auch ein Denkanstoss für unsere Eisgenossen.

Telegramm:

Schweden - Slowakei 0:4 (0:0, 0:2, 0:2)

National Indoor Stadium – Refrees: Gouin (CAN) / Romasko (RUS), Linesperson: Lazarev (RUS) / Shalagin (RUS)

Strafen:

SWE 3 x 2 Min. ; SVK 2 x 2 Min.

Tore:

24. Slafkovsky (Ceresnak) 0:1 ; 33. Takac (Regenda, Roman) 0:2 ; 59. Slafkovsky (Cehlarik) 0:3 ; 59. Regenda 0:4

Aufstellung:

Schweden

Johansson; Fantenberg, Bengtsson; Folin, Holm; Tömmernes, Pudas; Lennstrom; Klingberg, Lander, Brome; Everberg, Wallmark, Holmberg; Rydahl, Brodin, Johansson; Friberg, Nordstrom, de la Rose; Olofsson

Slowakei

Rybar; Ceresnak, Cajkovsky; Rosandic, Marincin; Knazko, Gernat; Nemec; Slafkovsky, Hrivik, Cehlarik; Roman, Takac, Regenda; Dano, Hudacek, Pospisil; Jurco, Kristof, Zuzin; Kelemen

Bemerkungen:

12. Pfostenschuss SVK (Hrivik); 58:10-58:26/58:40-58:46 SWE ohne Goalie

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