Schweiz holt Rückstand auf und siegt gegen russische Auswahl

Von Roman Badertscher

Nachdem die Schweiz gegen die Slowakei und Deutschland beide Spiele am Deutschland Cup klar verlor, ging es heute gegen eine russische Auswahl um die Ehre. Trotz eines 0:2-Rückstands zeigten die Schweizer Moral und drehten das Spiel praktisch in letzter Minute.

Zwei Pfostenschüsse und das Tor von Yuri Pautov

Bereits in der dritten Minute kamen die Russen gefährlich vor das Tor von Ludovic Waeber. Artur Tyanulin setzte den Puck an den Pfosten und nur vier Minuten später geschah Sven Andrighetto das gleiche Szenario. Die Schweizer waren mit dem Aufbau in der Offensivzone zwar bemüht, jedoch ergab dies nichts Zählbares.

Dann kam die Topchance von Nikita Dynyak, der nach einem super Querpass an Waeber scheiterte. Gut vier Minuten vor der ersten Pause hatte Russland die Chance in Überzahl den ersten Treffer zu erzielen. Dies gelang nicht, dafür aber 22 Sekunden vor dem Gang in die Garderoben. Russland-Captain Yuri Pautov kam ungehindert zum Abschluss und traf zum 0:1.

Haarsträubende Verteidigungsarbeit beim 0:2, Andres Ambühl und Sven Andrighetto treffen für die Schweiz

Die Schweizer Sturmreihe um Simon Moser und Enzo Corvi verzeichneten die erste nennenswerte Chance im Mitteldrittel. Auf der anderen Seite versuchte Zakhar Bardakov einen Schuss abzulenken. Dann ergab sich eine gute Phase für das Schweizer Team, als Mirco Müllers Schuss aufs Tor beinahe noch von Calvin Thürkauf abgelenkt wurde. Auch Luca Fazzini testete Andrei Kareyev.

Als Joël Vermin und Artur Tyanulin auf die Strafbank mussten, kämpfte sich Sergei Goncharuk gegen vier Schweizer im Slot durch, kam noch zum Abschluss und düpierte Ludovic Waeber über der Schulter. Wie in dieser Situation verteidigt wurde, war ein Armutszeugnis für das Schweizer Eishockey. Die nächste Chance der Russen liess nicht lange auf sich warten. Nach einem Puckverlust an der offensiven blauen Linie zog Nikita Dynyak los und zwang Waeber zu einer Parade, der Schlimmeres in diesem Moment verhinderte.

Die Schweizer versuchten in der Person von Sandro Schmid zu reagieren, doch er brachte den Puck nicht an Kareyev vorbei. Andres Ambühl erlöste dann die Schweizer Fans in der 37. Minute mit dem Anschlusstreffer nach einer schönen Kombination mit Enzo Corvi und Simon Moser. Auf der Gegenseite landete der Versuch von Yegor Bryzgalov am Lattenkreuz. Noch vor der zweiten Pause glich Sven Andrighetto nach dem Zuspiel von Joël Vermin aus. Damit war im Schlussabschnitt wieder alles offen.

Inti Pestoni mit dem Game-Winning-Goal kurz vor Schluss

Im Schlussabschnitt hatten vor allem die Russen den erneuten Führungstreffer auf dem Stock. Doch Tyanulin kam in Überzahl nicht an den Puck und Maxim Sorkin scheiterte im 3 gegen 2 am Schweizer Schlussmann. In der 47. Minute rettete Kareyev mit einer Glanztat und bewahrte die Russen vor einem Rückstand. Nun waren auch bessere und härtere Zweikämpfe zu sehen, was das Spiel um einiges attraktiver machte.

Russland kassierte rund vier Minuten vor der Overtime eine Strafe und ermöglichte damit den Eisgenossen, ihr Powerplay aufzuziehen. Patrick Fischer nahm ebenfalls sein Time-out, um den Spielern die Taktik vorzugeben. Ein gutes Powerplay mit zwar wenig zwingenden Aktionen ging zu Ende, nicht aber der Druck der Schweizer.

Nach einem Abpraller bei Andrei Kareyev kam der Puck gerade zurück auf Santeri Alatalo, der den frei stehenden Inti Pestoni am rechten Torpfosten sah und – anstatt selber zu schiessen – ihn direkt anspielte und der Tessiner schliesslich ins offene Tor zum 3:2 traf. Nun nahm Igor Larionov sein Time-out und eine Minute vor Schluss den Torhüter vom Eis. Maxim Sorkin scheiterte aus bester Abschlussposition an der Querlatte und so brachte das Team von Patrick Fischer den knappen Vorsprung über die Zeit.

Schweiz – Russland 3:2 (0:1, 2:1, 1:0)

Yayla Arena, Krefeld. – 2‘172 Zuschauer. – SR: Kohlmüller/MacFarlane, Merk/Synek.

Tore: 19:38 Pautov (Sorkin / Ausschluss Martschini) 0:1. 29:38 Goncharuk (Ausschluss Vermin/Tyanulin) 0:2. 36:55 Ambühl (Corvi, Moser) 1:2. 38:18 Andrighetto (Vermin) 2:2. 58:10 Pestoni (Alatalo) 3:2.

Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 2-mal 2 Minuten gegen Russland.

Schweiz: Waeber (Ersatz: Wüthrich); Alatalo, Untersander; Müller, Schlumpf; Frick, Weber; Riva, Karrer; Moser, Corvi, Ambühl (C); Andrighetto, Vermin, Martschini; Pestoni, Thürkauf, Fazzini; Eggenberger, Schmid, Moy.

Head Coach: Patrick Fischer

Russland: Kareyev (Ersatz: Akhtyamov); Minulin, Pautov (C); Sokolov, Bychkov; Shchemerov, Morozov; Sedov; Krutov, Garayev, Goncharuk; Tyanulin, Bardakov, Dynyak; Sorkin, Guskov, Tsyplakov; Bryzgalov, Muranov, Ovchinnikov.

Head Coach: Igor Larionov

Bemerkungen: Russland von 59:00 bis 60:00 ohne Goalie.

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4:1 (2:0 1:1 1:0)

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