ZSC Lions siegen gegen Favorit Frölunda

Von Andreas Bernhard

Das konnte so nicht erwartet werden. Die ZSC Lions bezwingen in der zweiten Runde der CHL den vierfachen CHL-Sieger Frölunda. Die Zürcher drehten im letzten Drittel, dank zwei Treffern innerhalb von 91 Sekunden, das Spiel. Frölunda gab die Partie durch viele Strafen im Schlussdrittel aus der Hand

Die ZSC Lions wurden in die wohl schwierigste Gruppe der Champions Hockey League gelost. Um in die KO Phase zu kommen, müssen entweder IFK Helsinki, gegen die sie vor zwei Tagen zu Hause verloren haben oder Frölunda Gotheburg, den heutigen Gegner hinter sich lassen. Frölunda ist sowas wie der Besitzer der CHL Trophäe. Von den letzten fünf Austragungen gewannen sie gleich viermal. Eine unglaubliche Bilanz. Im heutigen Spiel mussten die Lions, nach der Startniederlage, unbedingt punkten. Für dieses Unterfangen stellte Rikard Grönborg Lukas Flüeler ins Tor. Zudem musste John Quenneville ersetzen, der für seinen Check gegen Helsinkis Otto Salin für zwei Spiele gesperrt wurde. Zudem kam Enzo Guebey für Yannik Weber zum Einsatz. Bei Frölunda kam es zum Wiedersehen mit Ryan Lasch, der in der letzten Saison bei den ZSC Lions spielte und Jan Mursak 2018 – 2020 für den SC Bern im Einsatz stand. Im Gegensatz zum Spiel am Donnerstag gegen Helsinki waren die Lions heute bereits zu Beginn bereit und kamen öfters vors Tor der Schweden. Die erste gute Möglichkeit des Spiels gehörte in der fünften Minute jedoch Stefan Elliott von Frölunda. Lukas Flüeler konnte sich ein erstes Mal auszeichnen. Eine Minute später zappelte die Scheibe im Zürcher Netz. Johan Sundström stand völlig frei und konnte den Pass von Norlinder ohne Probleme verwerten. Doch die Zürcher blieben dran. Kyen Sopa in der achten und Victor Backman in der neunten Minuten scheiterten an Goalie Matthew Tomkins ebenso wie Marcus Krüger in der 12. Minute. Im Powerplay in der 16. Minute konnte die Lions endlich erstmals jubeln. Von Krüger angespielt verwertete Simon Bodenmann direkt zum Ausgleich. Kurz nach dem Wiederanspiel tauchte Garrett Roe schon wieder gefährlich vor dem schwedischen Tor auf. In der 18. Minute wurde es kontrovers. In Unterzahl wurde Sven Andrighetto in die Bande gecheckt und blieb liegen. Ein Pfiff blieb, wohl zurecht, aus. Andrighetto rappelte sich wieder auf, konnte aber nicht aktiv ins Spiel eingreifen. Frölunda nutzte die defacto doppelte Überzahl zum 1:2. Mattias Norlinder traf per Direktschuss nach Pass von Ryan Lasch. Sven Andrighetto verschwand derweil in der Kabine.

Er kam nicht mehr zurück. Ryan Hayes ersetzte ihn im ersten Sturm.

Mit der Führung im Rücken kontrollierte Frölunda das Geschehen in der ersten Hälfte des Mitteldrittels. Die Lions hatten Mühe, sauber aus der Zone zu kommen. Wenn es dann einmal gelang, machten die Schweden vor ihrem Goalie dicht. In der Offensive beschränkte sich Frölunda darauf, die Scheibe in der Angriffszone zu halten und ab und zu einen Weitschuss auf Lukas Flüeler abzugeben. In der 35. Minute hatten die Lions die beste Möglichkeit, das Spiel wieder auszugleichen. Dominik Diem passte knapp vor dem Tor zu Justin Sigrist, der nicht an Matthew Tomkins vorbeikam. Kurz darauf wurde Christian Folin von Frölunda auf die Strafbank geschickt. Wieder war es Sigrist, der nach einem Schuss von Patrick Geering knapp scheiterte. Es war die einzige gefährliche Situation im Powerplay der Zürcher. In der letzten Minute des zweiten Drittels wurde es für die Lions brenzlig. Phil Baltisberger sass bereits für ein leichtes Halten auf der Strafbank als Dario Trutmann für ein Haken ebenfalls bestraft wurde. 31 Sekunden vor der Pause erhielten die Schweden eine 69 Sekunden lange doppelte Überzahl. Bis zum Pausenpfiff vermochten sie die Überlegenheit nicht auszunützen. Flüeler hielt das 1:2.

Die ZSC Lions drehen die Partie

Die Lions überstanden die schwierige Situation. Nach nicht ganz vier Minuten im Schlussdrittel schoss Enzo Guebey gefährlich von der blauen Linie. Tomkins konnte mit etwas Mühe abwehren. Der nächste Angriff der Lions führte zum vielumjubelten Ausgleich. Phil Baltisberger legte an der offensiven blauen Linie zurück auf Ryan Hayes, dessen Schuss an der Fanghand von Matthew Tomkins vorbei ins Tor zischte. Das passte Jan Mursak offensichtlich gar nicht. Nach dem Wiederbeginn streckte er Reto Schäppi mit einem Stockstich nieder. Nach dem Videostudium entschieden die Schiedsrichter auf einen Ausschluss von Mursak. Am Donnerstag konnten die Lions von einer 5-Minutenstrafe gegen Helsinki nicht profitieren. Heute war das anders. Nach 46 Sekunden traf Marcus Krüger aus spitzem Winkel an der Stockhand von Tomkins vorbei zum 3:2. Simon Bodenmann scheiterte in der 48. Minute an Tomkins. Die Strafe dauerte von 2:10 Minuten und Rikard Grönborg sorgte für eine zusätzliche Pause seiner Powerplayspieler, indem er sein Time-out nahm. Doch Frölunde brachte den Rest der Strafe unbeschadet über die Runden. Die Lions erhielten in der 52. Minute bereits wieder ein Powerplay zugesprochen. Viktor Ekbom wurde für ein Stockhalten bestraft. Den Abschlüssen fehlte es an Genauigkeit. Es blieb bei der knappen Führung der Zürcher. Vier Minuten vor Schluss leisteten sich die Schweden bereits wieder eine Strafe. Zu einem Tor kamen die Zürcher nicht aber die Zeit sprach nun klar für die Lions. Frölunda nahm 85 Sekunden vor dem Ende Matthew Tomkins vom Eis. Justin Sigrist bedankte sich mit dem 4:2 24 Sekunden vor Schluss. Frölunda war bedient. Die Spieler verliessen nach dem Schlusspfiff das Eis, ohne sich von den Lions zu verabschieden.

Schüsse aufs Tor: 39:21 (12:9;13:8;14:4)

Bully: 37:26

Strafminuten: 8:35

Aufstellung:

Tore: 5:51 0:1 EQ Sundström (Norlinder); 15:38 1:1 PP Bodenmann (Krüger); 17:27 1:2 PP Norlinder (Lasch); 44:20 2:2 EQ Hayes (Phil Baltisberger); 45:51 3:2 PP Krüger (Diem, Azevedo); 59:36 4:2 EQ Sigrist (Azevedo, Marti).

Strafen: 14:10 FRÖ 2 Min. Norlinder (Behinderung); 16:22 ZSC 2 Min. Trutmann (Halten); 36:02 FRÖ 2 Min. Folin (Stockschlag); 38:38 ZSC 2 Min. Phil Baltisberger (Halten); 39:29 ZSC 2 Min. Trutmann (Haken); 45:05 FRÖ 5 Min.+Spieldauerdisziplinarstrafe Mursak (Stockstich), ZSC 2 Min. Dario Trutmann (übertriebene Härte), FRÖ 2 Min. Stefan Elliott (Bandencheck); 51:45 FRÖ Ekbom (Stockhalten); 55:44 FRÖ 2 Min. Nicklas Lasu (übertriebene Härte).

ZSC Lions: Flüeler (Ersatz: Waeber); Noreau, Marti; Guebey, Geering; Trutmann, Phil Baltisberger; Meier; Backman, Roe, Andrighetto; Azevedo, Krüger, Bodenmann; Sopa, Sigrist, Diem; Aeschlimann, Schäppi, Pedretti; Hayes.

Frölunda Gothenburg: Tomkins (Ersatz: Rubin); Folin, Edvinsson; Elliott, Norlinder; Johansson, Ekbom, Söderblom, Olsson; Friberg, Lundqvist, Henriksson; Mursak, Spacek, Nilsson; Lasch, Carlsson, Nässen; Sunderström, Lasu, Niederbach.

Bemerkungen:

ZSC Lions ohne Hollenstein, Chris Baltisberger, Weber, Quenneville (gesperrt).

47:55 Time-out ZSC Lions.

58:35 – 59:36 Frölunda Gothenburg ohne Torhüter.

59:09 Time-out Frölunda Gothenburg.

Aktuelle Spiele

Samstag, 28. August 2021

ZSC Lions - Frölunda

Cardiff - Lausanne
4:1 (1:0 1:1 2:0)

Rögle - München
4:3 (2:1 0:2 2:0)

Rauma - Mannheim
5:1 (0:0 2:0 3:1)

SønderjyskE - Zug
0:10 (0:4 0:3 0:3)

Mlada Boleslav - IFK Helsinki
1:2 (1:0 0:1 0:0) n.V.

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