ZSC Lions verlieren gegen starkes Helsinki

Von Andreas Bernhard

In einer sehr engagiert geführten Partie waren die ZSC Lions ab dem zweiten Drittel den Finnen ebenbürtig. Durch zwei vermeidbare Treffer gerieten die Zürcher zu Beginn des Schlussdrittels in Rückstand und konnten darauf nicht mehr reagieren. Im Hallenstadion wähnte man sich nicht zuletzt durch zahlreiche Faustkämpfe schon beinahe in den Playoffs.

Die Vorfreude auf diesen CHL Abend war gross. Das hatte gleich drei Gründe. Zum ersten Mal seit fast einem Jahr waren wieder mehr als eine Handvoll Zuschauer zugelassen, nach einem Jahr Pause versprach die CHL wieder europäisches Hockey im Hallenstadion und mit dem 7-fachen finnischen Meister IFK Helsinki war gleich ein absolutes Spitzenteam zu Gast. Zudem gab Ville Peltonen als Trainer der Finnen sein Comeback in der Schweiz. Allerdings zieht die CHL immer noch nicht die grossen Massen an. Aufgrund der Affiche ist die Zahl von 1‘806 Zuschauer nicht nachvollziehbar. Wer den Weg nach Oerlikon nicht gefunden hatte, verpasste eine hervorragende Partie.

Helsinki gab gleich von Beginn weg den Ton an. Schon nach 20 Sekunden musste Ludovic Waeber einen Schuss von Joonas Lyytinen mit der Stockhand abwehren. Marcus Krüger verlor in der vierten Minute im eigenen Drittel unter Druck die Scheibe. Jere Innala konnte erben und schoss knapp über das Zürcher Tor. Auch im ersten Powerplay der Finnen brannte es in der siebten Minute vor Ludovic Waeber. Teemu Tallberg hatte alle Zeit der Welt und kam gleich mehrfach zum Abschluss. Waeber liess sich aber auch am Boden liegend nicht bezwingen. Die ZSC Lions kamen in der zehnten Minute zu ihrer ersten wirklich guten Möglichkeit und gingen beinah in Führung. Simon Bodenmann schoss von der rechten Seite flach und zwang Goalie Michael Garteig zu einem Abpraller, der direkt auf dem Stock von Marcus Krüger landete. Doch auch der Schwede kam nicht am IFK Goalie vorbei. Dafür handelten sich die Finnen in dieser Szene ihre erste Strafe ein. Doch im Powerplay gelang den Zürchern nicht viel. Kaum war Helsinki wieder komplett, gerieten die Lions wieder gehörig in Bedrängnis. Der 17-jährige Otto Salin kam direkt vor Ludovic Waeber zu einer grossen Chance und wurde von Justin Azevedo weggearbeitet. Das trug dem neuen Zürcher Flügel eine Strafe ein. Auch das zweite Überzahlspiel war sehr stark. Doch die Zürcher Verteidigung hielt. Vorallem Ludovic Waeber liess die Finnen verzweifeln. Otto Paajanen blieb in der 14. Minute der Torjubel im Hals stecken. Die Zürcher konnten glücklich sein, mit einem 0:0 in die erste Pause gehen zu können. Auch wenn sie Sekunden vor der Sirene fast zu einem Shorthander kamen. Justin Sigrist sass auf der Strafbank als IFK Goalie Michael Garteig hinter dem Tor zu Fall kam. Justin Azevedo konnte die Scheibe übernehmen wurde dann aber erfolgreich daran gehindert, sie im Tor unterzubringen.

Die ZSC Lions kamen sehr engagiert aus der Kabine und konnten erstmals in dieser Partie Helsinki unter Druck setzen. In der 24. Minute kamen sie zudem zu einem weiteren Überzahlspiel. Miro Väänänen checkte Yannick Weber abseits des Spielgeschehens in die Bande. Yannick Weber wurde allerdings ebenfalls bestraft. Er übte Selbstjustiz und ging ohne Handschuhe auf den Finnen los. Für den neuen Zürcher Verteidiger setzte es dafür eine 10-minütige Disziplinarstrafe ab. Die Lions kamen erst gegen Ende des Powerplays zu Chancen. Simon Bodenmann und Justin Azevedo scheiterten nur knapp. Die Partie nahm zwischenzeitlich Playoffcharakter an. Die beiden Teams schenkten sich nichts. John Quenneville übertrieb jedoch in der 29. Minute seinen Einsatz. Er checkte den jungen Salin aus vollem Lauf gegen den Kopf. Salin musste auf dem Eis gepflegt werden und wurde, mit einer offensichtlichen Hirnerschütterung in die Kabine gebracht. Auch für Quenneville war die Partie zu Ende. Er erhielt eine 5-Minuten plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Sperren könnten noch folgen. Das erste Tor der Partie wollte auch während der 5-minütigen Überzahl von IFK Helsinki nicht fallen. Ludovic Waeber hielt weiter heroisch. Die grössten Taten vollbrachte er zweimal gegen Teemu Tallberg. Beide Goalies spielten stark. Der Kanadier Michael Garteig im Tor von IFK Helsinki sah in der 39. Minute Marco Pedretti alleine auf sich zukommen. Marc Aeschlimann hatte Pedretti bedient, der dann die Scheibe auf backhand zog. Garteig machte sich lang und konnte so den Abschluss neben das Tor lenken. So stand es auch nach zwei Drittel weiterhin torlos unentschieden.

Finnischer Doppelschlag

Die Lions kamen gleich zu Beginn des Schlussdrittels dem 1:0 ein weiteres Mal nahe. Justin Azevedo traf mit seinem Schuss von der linken Seite nur das Aussennetz. Zwei Minuten später und nach zwei Zürcher Fehlern führte IFK Helsinki 0:2. Beim 0:1 deckte Maxim Noreau Otto Paajanen nicht konsequent genug. Der Finne konnte aus kurzer Distanz aus der Drehung heraus einschieben. Beim 0:2 liessen die Lions Rony Ahonen unbehelligt durchs Drittel fahren und backhand an Waeber vorbei einschiessen. Sven Andrighetto und Micek Asten gerieten in der 44. Minute aneinander, nachdem Andrighetto nach einem eher fehlerhaften Offsidepfiff weiterspielte. Beide Spieler wurde für 4 Minuten auf die Strafbank verbannt. Die Lions blieben vor dem Tor weiterhin glücklos. Es fehlte an der Genauigkeit im Abschluss. So scheiterte auch Kyen Sopa in der 45. Minute. Und als mit Olli Palola in der 46. Minute auch ein Finne mit einer 5-Minuten plus Spieldauerstrafe belegt wurde, er verletzte Marco Pedretti mit einem Ellbogencheck, konnten die Zürcher aus diesem Powerplay kein Kapital schlagen. Rikard Grönborg nahm drei Minute vor Schluss Ludovic Waeber vom Eis. Jere Innala erzielte 74 Sekunden vor der Schlusssirene das 0:3 ins verlassene Tor. Die letzten Sekunden brachten nochmals mehrere Scharmützel mit sich. Die Schiedsrichter hatten alle Hände voll zu tun. Am Ende verhängten sie gesamthaft 234 Strafminuten.

Schüsse aufs Tor: 24:37 (8:19;10:8;6:10)

Bully: 33:19

Strafminuten: 139:95

Tore: 41:23 0:1 EQ Paajanen (Jääskä, Asten); 42:19 0:2 EQ Ahonen (Dyk, Paajanen); 58:46 0:3 EQ EN Innala.

Strafen: 6. Backman ZSC 2 Min. (Stockschlag); 10. Lyytinen IFK 2 Min. (Behinderung); 13. Azevedo ZSC 2 Min. (Behinderung); 16. Asten IFK 2 Min. (Hoher Stock); 20. Sigrist ZSC 2 Min. (Beinstellen); 24. Väänänen IFK 2 Min. (Behinderung), Weber ZSC 10 Min. Disziplinarstrafe (unsportliches Verhalten); 30. Quenneville 5 Min.+Spieldauerdisziplinarstrafe (Check gegen den Kopf); 36. IFK 2 Min. (unkorrekter Spielerwechsel); 39. Paajanen IFK 2 Min. (Stockhalten); 44. Asten IFK 2+2 Min. (Faustkampf), Andrighetto ZSC 2+2 Min. (Faustkampf); 46. Palola IFK 5 Min.+Spieldauerdisziplinarstrafe (Ellbogencheck); 59. Andrighetto ZSC 2 Min.+10 Min. Disziplinarstrafe+Spieldauerdisziplinarstrafe (unsportliches Verhalten); 60. Marti ZSC 5 Min.+Spieldauerdisziplinarstrafe (Faustkampf), Asten IFK 2+5 Min.+Spieldauerdisziplinarstrafe (Faustkampf); 60. Phil Baltisberger ZSC 10 Min. Disziplinarstrafe (unsportliches Verhalten), Azevedo ZSC 2 Min. (übertriebene Härte), Ahonen IFK (übertriebene Härte); 60. Kotkansalo IFK 2+5 Min.+Spieldauerdisziplinarstrafe (Faustkampf), Schäppi ZSC 5 Min.+Spieldauerdisziplinarstrafe (Faustkampf).

Aufstellung:

ZSC Lions: Waeber (Ersatz: Flüeler); Noreau, Marti; Weber, Geering; Trutmann, Phil Baltisberger; Sopa, Meier; Quenneville, Roe, Andrighetto; Azevedo, Krüger, Bodenmann; Backman, Sigrist, Diem; Aeschlimann, Schäppi, Pedretti.

IFK Helsinki: Garteig (Ersatz: Taponen); Luoto, Lyytinen; Teräväinen, Kotkansalo; Salin, Ahonen; Teissala, Von Gerdten; Dyk, Paajanen, Tallberg; Palola, Koivistoinen, Innala; Hirvonen, Väänänen, Jääskä; Hede, Asten, Karvinen.

Bemerkungen:

57:11 – 58:46 ZSC Lions ohne Torhüter

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Donnerstag, 26. August 2021

SønderjyskE - München
1:5 (1:1 0:1 0:3)

Cardiff - Mannheim
0:5 (0:3 0:1 0:1)

ZSC Lions - IFK Helsinki

Rögle - Zug
5:3 (1:0 1:1 3:2)

Rauma - Lausanne
2:3 (0:0 1:0 1:2) n.V.

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1:4 (0:3 0:1 1:0)

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