Schweiz kann nur im letzten Drittel mithalten

Von Pascal Zingg

Im zweiten Gruppenspiel setzte es für die Schweizer U20 eine standesgemässe 2:5-Niederlage ab. Gegen das grosse Schweden mussten sich die Schweizer erst einmal ans hohe Tempo gewöhnen. Ehe sie sich versahen, lagen die Tre Kronor schon mit 5:0 vorne. Immerhin konnten die Schweizer danach eine Reaktion zeigen und noch auf 5:2 herankommen.

«Schweden hat eine extrem starke erste Linie. Diese hat uns phasenweise völlig erdrückt», erklärte Thierry Paterlini nach dem Spiel. Für den Trainer der Schweizer U20 war es nicht ganz überraschend, dass sein Team zu Beginn dieses Spiels derart viel Mühe mit den Tre Kronor bekundete. «Gegen einen solch guten Gegner hatten wir in der Vorbereitung nie gespielt. Für mich war deshalb klar, dass wir uns erst an dieses Niveau gewöhnen müssen», führte Paterlini aus.

Hatten die Schweizer den Niveauunterschied im ersten Drittel noch einigermassen kaschieren können, wurden sie im zweiten Drittel phasenweise in ihrer Zone erdrückt. Nach zwei Toren von Fagemo waren es Höglander und Henriksson, die zur Spielmitte auf 4:0 stellen konnten. Um nochmals ein Zeichen zu setzen, ersetzte Paterlini Torhüter Hollenstein durch seine Antipode Stefan Charlin. «Hollenstein hatte einige unglückliche Aktionen. Da er von der Mannschaft nur ungenügend unterstützt wurde, wollte ich ein Zeichen setzen. Mit Charlin im Tor haben wir als Team besser gespielt», erklärte der Trainer diesen Schritt.

Obwohl Charlin noch vor der zweiten Pause seinen ersten Treffer kassierte, konnten die Schweizer das Spiel nun ausgeglichener gestalten. Dabei gelang Gilian Kohler sogar der Anschlusstreffer. Der Spieler des EHC Biel zeigte, wie man auf diesem Niveau Tore schiessen kann. Mit voller Überzeugung schlug er einen Puck mit einem Baseballschlag zum 1:5 ins Tor. «Dieses Tor gab uns noch einmal Mut», konstatierte Thierry Paterlini. Seinen Spielern gab er mit, dass man die Beine mehr bewegen müsse, um mehr Scheiben zu erkämpfen.

Da die Spieler diese Forderung in Taten umsetzen konnten, war das letzte Drittel weitaus ausgeglichener als die vorherigen. Die Folge war ein weiterer Treffer von Nico Gross. «Diesen haben wir uns hart erarbeitet, schliesslich hatten wir schon in den ersten beiden Drittel einige sehr gute Chancen», konstatierte Paterlini.

Ausgehend vom guten letzten Drittel konnte man dem Spiel auf Schweizer Seite durchaus einige positive Aspekte abgewinnen. «Diese Schweden haben heute das 50. Vorrundenspiel in Serie gewonnen. Dies alleine zeigt, dass es nie einfach ist, gegen sie zu spielen. Die Jungs haben jedoch Charakter gezeigt und im letzten Drittel eine Reaktion herbeigeführt. Dies hat mir gefallen», zeigte sich der Trainer erfreut.

Ausgehend von den gemachten Erfahrungen ist zu hoffen, dass die Schweizer nun gestärkt ins Auswärtsspiel gegen die Slowaken gehen. Im Gegensatz zu den Schweden liegen diese viel eher in der Reichweiter der Schweizer, weshalb Trainer Paterlini ganz klar einen Sieg fordert.

 

Telegramm:

Schweiz – Schweden 2:5 (0:2, 1:3, 1:0)

Werk Arena: 4109 Zuschauer. – Schiedsrichter: Mcfarlane (USA), Schrader (GER); Hagerström (FIN), Lederer (CZE). – Tore: 3:25 Fagemo (Söderström) 0:1; 9:58 Fagemo (Höglander) 0:2; 21:28 Höglander (Lundkvist; Ausschluss: Salzgeber) 0:3; 29:02 Henriksson (Raymond, Ginning) 0:4; 34:12 Raymond (Berggren, Holtz; Ausschluss: Sopa) 0:5; Kohler (Nussbaumer, Moser; Ausschluss: Ginning) 1:5; 54:09 Gross (Kohler, Verboon) 2:5. – Strafen: 5 x 2 Minuten gegen die Schweiz; 3 x 2 Minuten + 10 Minuten (Ginning) gegen Schweden.

Schweiz: Hollenstein (29. Charlin); Berni, Aebischer; Moser, Gross; Henauer, Pezzullo; Guggenheim; Patry, S. Schmid, Wetter; Verboon, Nussbaumer, Kohler; Gerber, Mettler, Sopa; Knak, Jobin, Salzgeber; Berri.

Schweden: Alnefeldt (Eliasson); Sandin, Söderstöm; Ginning, Lundkvist; Björnfot, Broberg; Nordlinder; Fagemo, Gustaffson, Höglander; Bäck, Pasic, Berggren; Holtz, Raymond, Henriksson; Gustaffson, Oberg, Nassen; Eriksson.

Bemerkungen: Schweiz ohne Schmid; Schweden ohne Portillo.

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