Erneute Penaltyniederlage für den SCB

Von Roman Badertscher

Am frühen Samstagabend kam es in der PostFinance-Arena zum Aufeinandertreffen des Schweizermeisters und des finnischen Vize-Meisters. Kärpät Oulu konnte sich letzte Saison als Erster der Liiga etablieren, verlor im Final dann gegen HPK Hämeenlinna. SCB-Coach Kari Jalonen kennt die Mannschaft aus Oulu natürlich bestens. Er wuchs selbst in Oulu auf, spielte insgesamt acht Jahre in seinem Heimatort und stand in den Jahren 2004 bis 2008 gar als Coach an der Bande.

Ausgeglichenes Spiel, Bern mit knapper Führung

Zu Beginn des Spiels legten die Finnen aus Oulu gleich los und kamen durch Mika Pyörälä, der in der Saison 2017/18 für den SC Bern spielte, zur ersten Grosschance. Beim SCB verzeichnete Yanik Burren die erste Möglichkeit, die knapp über das Tor ging. In der fünften Minute kassierte Top Niemelä, mit Jahrgang 2002 der zweitjüngste Spieler im Kader von Oulu, eine kleine Bankstrafe.

Das Powerplay funktionierte gut, Topskorer Mark Arcobello sah eine kleine Lücke zwischen Patrik Rybár und dem Gehäuse und zog ab. Simon Moser nahm Rybár die Sicht und lenkte entscheidend ins Tor ab. Es folgte zugleich die nächste Chance für den SCB, doch der Puck zischte am leeren Tor vorbei.

Vor der Pause fuhr Justin Krueger gegen Jussi Jokinen das Knie aus und wurde bestraft. Es folgte eine kleine Rauferei zwischen Lasse Kukkonen und Krueger. Im Powerplay von Kärpät Oulu rettete Niklas Schlegel gleich zwei Mal, gegen Jesse Puljujärvi und beim Schuss von Michal Kristof half der Pfosten mit. Bern überstand die Unterzahl und ging mit dem 1:0 in die Pause.

Ausgleich für Kärpät, SCB-Druckphase vor der 2. Pause

Nach den ersten 20 Minuten drückten die Finnen enorm auf den Ausgleich. Andrew Ebbett verzeichnete zwei Entlastungschancen, doch Rybár machte unten alles zu. Zur Spielhälfte kamen die Finnen zu mehreren guten Einschussmöglichkeiten. Dank einem Gerangel war die Scheibe aber schwer zu sehen. Zwischenzeitlich jubelten die Gäste dennoch, doch die Video Review zeigte, dass André Heim den Puck auf der Torlinie abnahm und damit für kurze Zeit den Vorsprung wahrte. Der Versuch kam von Tino Metsävainio.

Kurz darauf musste sich Schlegel geschlagen geben. Tuukka Tieksola brachte die Scheibe auf das Tor, wo Schlegel mit dem Schoner noch parieren konnte, Kristof stand zur Stelle und lupfte den abgeprallten Puck über die Beinschoner zum Ausgleich.

Wenig später liess sich Calle Andersson auf ein Fehlzuspiel in der Offensivzone ein, Puljujärvi zog los und wurde regelwidrig am Abschluss gehindert. Er durfte somit gleich im Einzelduell nochmals ran, vergab aber den Penalty gegen Schlegel. In der Schlussphase des Mittelabschnitts konnte der SC Bern offensiv powern und liess Kärpät kaum freien Raum sich zu befreien.

Das vermeintliche SCB-Tor und die Grosschance von Alain Berger

Das letzte Drittel startete sehr ausgeglichen. Nachdem der Stockschlag von Jari Sailio geahndet wurde, scheiterten Jan Mursak und Mikka Koivisto mit ihren Abschlüssen. Kristof konnte einen Augenblick später auf Schlegel losziehen, der Berner Goalie zeigte eine von vielen wichtigen Paraden an diesem Abend.

Es war ein Spiel auf Messers Schneide. Niemand wollte einen Fehler zu viel machen. Bei einer weiteren Strafe gegen Kärpät traf Ramon Untersander ins Netz. Das Tor wurde noch an Ort und Stelle aberkannt, wahrscheinlich wegen Torhüterbehinderung.

Nur kurze Zeit später hatte Alain Berger die Riesenchance im Slot, als er von Tristan Scherwey perfekt angespielt wurde. Berger schoss darüber und das Spiel ging erneut in die Overtime.

Verlängerung

Zuerst konnte Mursak Torhüter Rybár prüfen, scheiterte aber an seiner Fanghand. Dann aber wurde Mursak bestraft wegen eines Hakens. Mikko Manner nahm sein Time-out. Jokinen verzeichnete eine Zweifachchance, doch Schlegel parierte glänzend.

Da Shaun Heshka den Pfosten traf, überstand der SCB das heikle Powerplay und rettete sich ins Penaltyschiessen. Dort trafen mit Jokinen, Tieksola und Kristof drei Finnen, für Bern konnte Inti Pestoni einen Treffer landen.

SC Bern – Kärpät Oulu 1:2 n.P. (1:0, 0:1, 0:0, 0:0, 0:1)

PostFinance-Arena. – 5‘059 Zuschauer. – SR: Nord/Tscherring, Altmann/Kovacs.

Tore: 5:42 Moser (Arcobello, Rüfenacht / Ausschluss Topi Niemelä) 1:0. 30:16 Kristof (Tieksola) 1:1. 65:00 Kristof (Penalty) 1:2.

Penaltyschiessen: Jokinen 0:1, Praplan -, Tieksola 0:2, Pestoni 1:2, Lammikko -, Krueger -, Puljujärvi -, Ebbett -, Kristof 1:3.

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen den SC Bern, 6-mal 2 Minuten gegen Kärpät Oulu.

LGT-Topskorer: Arcobello (SC Bern), Krejcík (Kärpät Oulu).

SC Bern: Schlegel (Ersatz: Caminada); Blum, Untersander; Koivisto, Burren; Beat Gerber, Calle Andersson; Colin Gerber, Krueger; Moser, Arcobello, Rüfenacht; Bieber, Mursak, Praplan; Scherwey, Ebbett, Sciaroni; Pestoni, Heim, Berger.

Kärpät Oulu: Rybár (Ersatz: Annunen); Krejcík, Heshka; Byström, Mikko Niemelä; Kukkonen, Topi Niemelä; Hermonen, Mäkelä; Koblízek, Lammikko, Puljujärvi; Pyörälä, Pesonen, Jokinen; Sailio, Kristof, Tieksola; Anttila, Metsävainio, Karvinen.

Bemerkungen: 18:30 Pfostenschuss Michal Kristof. 30:46 Jesse Puljujärvi vergibt Penalty gegen Niklas Schlegel. 62:37 Time-out Kärpät Oulu. 63:52 Pfostenschuss Heshka.

Schüsse aufs Tor: 30:20 (8:4, 13:6, 8:6, 1:4)

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Samstag, 7. September 2019

Ambrì - München

Grenoble - Skellefteå
1:4 (0:1 1:1 0:2)

Graz - Cardiff
2:5 (0:1 1:2 1:2)

Rungsted - Pilsen
2:4 (1:2 0:2 1:0)

Hämeenlinna - Zug

H. Kralove - Frölunda
3:4 (2:0 0:0 1:1)

Bern - Kärpät

B. Bystrica - Färjestad
3:4 (1:0 0:1 2:2) n.V.

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