Zug holt den ersten Titel nach 21 Jahren

Von Pascal Zingg

Der Cupsieger 2019 heisst EV Zug. Die Zentralschweizer zeigten vor allem im ersten Drittel des diesjährigen Cupfinals eine unwiderstehliche Leistung. Mit einer frühen 3:0-Führung konnten die Zuger in den restlichen 40 Minuten das Resultat verwalten und zum Schluss einen souveränen 5:1-Siege feiern. Für den EVZ ist es der erste nationale Titel seit dem bislang einzigen Meistertitel von 1998.

Die Lakers im Cup zu schlagen ist keine einfache Aufgabe, die letzten neun Mannschaften, die dies versuchten, scheiterten allesamt. Mit dem Wissen um die Cup-Stärke der Rapperswiler waren die Zuger von Anfang an bereit. Ihnen kam dabei entgegen, dass die Schiedsrichter bereits nach 187 Sekunden eine Strafe gegen Kevin Clark pfiffen, die auf Lakers-Seite zu Diskussionen Anlass gab. Die Zuger nahmen das Powerplay an und Lino Martschini traf nach nur neun Sekunden Überzahl zum 1:0.

Wie sich schnell zeigte, war dieser Treffer bereits richtungsweisend. So bewiesen die Zuger in der Folge, wieso sie die beste Defensive der National League haben. In der Offensive zeigte derweil Dennis Everberg seine Stärke. Der Schwede setzte sich vor dem Tor gegen Roman Schlagenhauf durch und traf in der 12. Minute zum 2:0. In der 18. Minute war es Pontus Widerström, der kurz nach Ablauf einer Strafe gegen Casey Wellman zum 3:0 traf.

Aufholjagd glückt nicht

Obwohl die Lage für die Lakers bereits nach der ersten Pause aussichtslos schien, gaben sie bis zuletzt nicht auf. So waren sie ab der 20. Minute die Mannschaft mit den grösseren Spielanteilen. Einmal mehr bewies der EV Zug jedoch, wie gut seine Defensive ist. So war es beinahe logisch, dass die Rapperswiler den Anschlusstreffer nur im Powerplay schiessen konnten. Ein solches Überzahlspiel bekam man in der 31. Minute. Prompt war es Clark, der die Hoffnung auf Seiten der Lakers mit seinem Treffer zum 1:3 nochmals zurückbrachte. Obwohl die ausverkaufte Halle nochmals mächtig für Stimmung sorgte, sollte den Lakers kein weiterer Treffer mehr gelingen. Neben der defensiven Stärke zeigten sich die Zuger heute äusserst diszipliniert, so dass die Rapperswiler keine weitere Chance in Überzahl bekamen.

Auch mussten sich die Rapperswiler heute eingestehen, dass sie trotz grossem Einsatz eher glücklos kämpften. Vor allem die Ausländerfraktion um Clark, Casey Wellman und Danny Kristo hatte heute offensichtlich «Dreck am Stock», weshalb alle drei immer wieder aus besten Positionen scheiterten. «Schlussendlich wurden wir heute für einen guten Effort nicht belohnt», bemängelte Jorden Gähler richtig. Der Verteidiger strich dabei heraus, dass die Rapperswiler im heutigen Cupfinal aber viele gute Ansätze zeigten, die ihnen bestimmt Moral auf dem langen Weg zum Ligaerhalt geben.

Auf Seiten der Zuger war es Reto Suri vergönnt das entscheidende 4:1 zu schiessen. Spätestens beim Jubel merkte man, welche grosse Last dem Stürmer von den Schultern fiel.

«Aufgrund der Tabellenlage hatten wir heute einigen Druck. Dabei mussten wir respektieren, dass das Publikum den Lakers sehr viel Energie gab. Spätestens ab dem zweiten Drittel wurde das Spiel deshalb zum Geduldsspiel», bemerkte der Stürmer, dessen Team in den Schlussminuten auch noch den «Empty-Netter» zum 5:1 bejubeln konnte.

Die Zuger bewiesen am heutigen Nachmittag, dass sie diesen Titel unbedingt wollten. Über 60 Minuten gesehen war klar erkennbar, wieso der EVZ so viel weiter oben in der NL-Tabelle steht als die Lakers. «Das ist ein Titel, der sehr viel für diesen Verein bedeutet», strich Raphael Diaz heraus. Coach Dan Tangnes war derweil überzeugt, dass es für sein Team äusserst wichtig ist solche Titel zu gewinnen. «Nur so können wir die nötige Gewinnermentalität aufbauen», erklärte der Trainer. Die Zuger betonten damit noch einmal, dass sie auch in der National League den Titel holen wollen.

Telegramm:

SC Rapperswil-Jona Lakers – EV Zug 1:5 (0:3, 1:0, 0:2)

St.Galler Kantonalbank Arena. – 6100 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Wiegand/Lemelin, Obwegeser/Kovacs.

Tore: 3:16 Martschini (Flynn, Alatalo) 0:1. 11:34 Everberg (Lammer, Flynn) 0:2. 17:53 Lammer (Widerström, Morant) 0:3. 31:31 Clark (Wellman, Knelsen / Ausschluss Suri) 1:3. 55:52 Suri 1:4. 58:08 Albrecht (ins leere Tor) 1:5.

Strafen: 7-mal 2 plus 10 Minuten (Clark) gegen Rapperswil-Jona, 3-mal 2 Minuten gegen Zug.

Rapperswil: Nyffeler (Ersatz: Bader); Hächler, Maier; Iglesias, Schmuckli; Helbling, Gurtner; Gähler, Profico; Clark, Knelsen, Wellman; Kristo, Schlagenhauf, Spiller; Mosimann, Mason, Casutt; Primeau, Ness, Hüsler.

Zug: Aeschlimann (Ersatz: Zaetta); Diaz, Morant; Schlumpf, Alatalo; Zgraggen, Stadler; Thiry, Schnyder; Widerström, Albrecht, Suri; Lammer, Flynn, Everberg; Martschini, MyIntryre, Simion; Leuenberger, Senteler, Zehnder.

Bemerkungen: Rapperswil ohne Gilroy (verletzt), Berger (krank), Rizzello, Lindemann und Schweri (überzählig). Zug ohne Klingberg, Zryd, Stephan (verletzt) und Roe (gesperrt). – 18. Coaches-Challenge der Lakers (angebliches Offside) abgewiesen. – Lakers von 57:28 bis 58:08 ohne Torhüter.

Playoff

FINAL

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Sonntag, 3. Februar 2019

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