Schweiz ohne Finalchance

Von Pascal Zingg

Die Schweizer U20-Nationalmannschaft erhält im Halbfinale der U20-WM eine empfindliche 1:6-Niederlage. Die Schweizer verschliefen den Start völlig. Nach vier Toren in den ersten acht Minuten war das Spiel bereits früh gelaufen.

«Heute haben wir wirklich schlecht begonnen. So kann man gegen einen Gegner wie Finnland einfach nicht gewinnen», analysierte Christian Wohlwend nach dem Spiel. Der Coach spricht dabei den katastrophalen Fehlstart an, den die Schweizer in den ersten acht Minuten hinlegten. Bereits nach 40 Sekunden gingen die Finnen in Führung. Während Aebischer die Scheibe nicht aus dem Drittel brachte, schauten seine Mitspieler zu, wie Virtanen Torschütze Ylönen bediente. Ähnliches wie beim 0:1 sah man auch beim 0:2 nur zwei Minuten später. Diesmal wurden Kupari und Talvitie zu wenig angegriffen, weshalb letzterer den bedauernswerten Luca Hollenstein bereits zum zweiten Mal bezwang. Da die Misere bis zur achten Minute und dem 0:4 im gleichen Stil weiterging, sah sich Wohlwend gezwungen Torhüter Hollenstein durch Akira Schmid zu ersetzen.

Diese Massnahme zeigte kurzfristig Wirkung. So fanden die Schweizer zumindest ab der 10. Minute etwas besser ins Spiel. Philipp Kurashev gelang sogar das 1:4 im Powerplay. «Danach wäre es wichtig gewesen, auch noch das 2:4 nachzulegen», erklärte Wohlwend. Beflügelt durch diese Worte spielten die Schweizer zu Beginn des zweiten Drittels so, wie man es von ihnen erwarten konnte. Plötzlich gewann man Zweikämpfe und erarbeitete sich Chancen. «Da die Finnen gleich mit der ersten guten Chance zum 1:5 trafen, war dieses Spiel jedoch früh gelaufen», analysierte Wohlwend weiter. Auf dem Eis bedeutete dies, dass Rasmus Kupari in der 34. Minute nochmals auf 1:6 erhöhen konnte. Spätestens nach diesem Tor schalteten aber auch die Finnen einen Gang zurück.

Dank der unerwartet hohen Niederlage konnten sich die Schweizer somit schon früh Gedanken um das Bronzespiel machen. «In diesem müssen wir unbedingt von Anfang an bereit sein. Dies gilt für die ganze Mannschaft, also auch für mich als Captain», erklärte Nando Eggenberger. Eine Tatsache, die Christian Wohlwend nur unterstützen konnte: «Im Bronzespiel müssen die Spieler den Sieg mehr wollen als die Russen. Nur so haben wir eine Chance auf eine Medaille.»

Telegramm:

Finnland – Schweiz 6:1 (4:1, 2:0, 0:0)

Rogers Arena, Vancouver: 14'014 Zuschauer. – Schiedsrichter: Bruggenman (USA), Sidorenko (BLR); Olyak (BLR), Shishlo (RUS). – Tore: 0:40 Ylönen (Virtanen) 1:0; 2:55 Talvitie (Kupari, Vaakanainen) 2:0; 5:53 Talvitie (Kupari, Heponiemi) 3:0; 7:43 Jokiharju (Heponiemi, Puustinen; Ausschluss: Verboon) 4:0; 16:40 Kurashev (Leuenberger, Müller; Ausschluss: Virtanen) 4:1; 27:56 Heponiemi (Tolvanen, Lundell) 5:1; 34:57 Kupari (Kakko, Heponiemi; Ausschluss: Gross) 6:1. – Strafen: 3 x 2 Minuten gegen Finnland; 6 x 2 Minuten gegen die Schweiz.

Finnland: Luukkonen (Lindberg); Utunen, Jokiharju; Vaakanainen, Laaksonen; Honka, Latvala; Nyman; Heponiemi, Kupari, Talvitie; Tolvanen, Lundell, Kakko; Puustinen, Virtanen, Ylönen; Moilanen, Vainionpaa, Engberg.

Finnland: Hollenstein (8. A. Schmid); Gross, Le Coultre; Berni, Aebischer; Moser, Berger; Barandun; Eggenberger, Kurashev, Müller; Nussbaumer, Sigrist, Brüschweiler; Lehmann, Tanner, Leuenberger; Wyss, S. Schmid, Verboon; Gerber.

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