Schwedenfluch war gestern: Halbfinale!

Von Pascal Zingg

Was für ein Spiel der Schweizer U20 in Victoria. Die Eisgenossen zeigen das perfekte Spiel! Sie schlagen die Schweden mit 2:0.

«Wie haben bereits vor dem Spiel geglaubt, dass wir dieses Spiel gewinnen können», meinte Yannick Brüschweiler nach der Sensation. Es war dieser Glaube an etwas Grosses, der die Schweizer zu diesem Sieg geführt hat. «Patrick Fischer hat mit diesem Denken angefangen. Seine Vision hat nicht nur die A-Nationalmannschaft, sondern auch die Junioren-Teams erfasst», erklärte Christian Wohlwend. Der Trainer zeigte sich einmal mehr hoch erfreut ob der Leistung seines Teams. «Das war das fünfte Spiel, das wir auf diesem Niveau gespielt haben. Das macht mich stolz», meinte der Trainer.

Es war in der Tat begeisternd, wie die Schweizer in diesem Viertelfinale kämpften. Da war eine Verteidigung, die sehr viele Schüsse blockte und den Schweden nur wenig zugestand. Da war aber auch ein Luca Hollenstein, der einmal mehr einen sensationellen Job erledigte und einfach alles hielt, was die Schweden auf seinen Kasten brachten. Da waren aber auch Spieler wie Yannick Brüschweiler oder Luca Wyss, die einmal mehr über sich hinauswuchsen. Brüschweiler erzielte dabei das wichtige 1:0 nach 16 Minuten. «Ich lief ins Drittel und merkte, dass ich extrem viel Platz hatte. Da der Verteidiger genau in der Schusslinie stand, hielt ich drauf», erklärte der GCK-Stürmer. Luca Wyss kam derweil zu seinem ersten Einsatz an dieser WM. Ohne Ehrfurcht vor den grossen Namen schoss er gleich das 2:0. «Wir standen zu dritt vor dem Tor und suchten den Rebound. Dabei sprang mir die Scheibe auf die Schaufel, worauf ich einfach draufgehauen habe», meinte Wyss. Der Stürmer wollte dabei nicht bestätigen, dass eine solche Hartnäckigkeit fast schon atypisch für die Schweizer ist. «Wir haben es trainiert, deshalb wussten wir, dass wirs können», meinte der Langenthaler selbstsicher.

Es ist an Wyss Aussage zu erkennen, wie attraktiv Christian Wohlwend auch in diesem Viertelfinale spielen liess. So erarbeiteten sich die Schweizer Stürmer immer wieder hervorragende Chancen. Hätten Müller, Nussbaumer oder Eggenberger ihre Chancen ebenfalls genützt, hätte die Schweiz noch höher gewinnen können. «Die Chancenauswertung ist dann auch das einzige, was heute nicht perfekt war», erklärte Christan Wohlwend. Der Engandiner war sich dabei sicher, dass seine Spieler diesen Nachmittag in Victoria nie mehr vergessen werden. «Man stelle sich vor, wir gewinnen an diesem Turnier nochmals ein Spiel. Dann würde sich bestimmt jeder bis ins hohe Alter an dieses Weltmeisterschaft erinnern», so der Trainer.

Wohlwend spricht dabei das Halbfinale an, dass die Schweizer Übermorgen in Vancouver gegen Kanada oder Finnland bestreiten. «Das wird eine ähnlich schwierige Aufgabe, wie gegen Schweden werden. Wir brauchen ein weiteres perfektes Spiel und dann ist vieles möglich», zeigt sich der Coach gewohnt positiv. Sind wir also gespannt mit welchem Eishockey uns die Schweizer am nächsten Freitag im Halbfinale zu begeistern wissen.

Telegramm:

Schweiz – Schweden 0:2 (0:1, 0:1, 0:0)

Save-on-Foods Memorial Centre, Victoria: 5946 Zuschauer. – Anderson (USA), Heikinnen (FIN); Hynek (CZE), Nikulainen (FIN). – Tore: 15:23 Brüschweiler (Burger) 0:1; 33:59 Wyss (Schmid, Verboon) 0:2. – Strafen: 6 x 2 Minuten gegen Schweden; 5 x 2 Minuten + 10 Minuten (Verboon) gegen die Schweiz.

Schweden: Ersson (Eriksson Ek); Brännström, Westerlund; Boqvist, Sandin; Ginning, Lundkvist; Broberg; Fagemo, Elvenes, Gustadsson; Bemström, Hugg, Holmberg; Olofsson, Lundeström, Zetterlund; Södergran, Back, Sveningsson; Halander.

Schweiz: Hollenstein (A. Schmid); Le Coultre, Gross; Berni, Aebischer; Burger, Moser; Barandun; Müller, Eggenberger, Kurashev; Brüschweiler, Sigrist, Nussbaumer; S. Schmid, Verboon, Wyss; Lehmann, Leuenberger, Gerber; Tanner.

Bemerkungen: Schweiz ohne Geisser (verletzt), Zaetta (überzählig).

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