Siegreicher Schweizer Start

Von Martin Merk

Die Schweizer Herren-Nationalmannschaft ist knapp ein halbes Jahr nach dem WM-Silbermedaillengewinn siegreich in die neue Saison gestartet. Sie holte gegen die Slowakei einen frühen Rückstand auf und steigerte sich zum 3:2-Sieg.

Nach einem behäbigen Start in die Partie steigerte sich die Schweizer Nationalmannschaft auf das zweite Drittel hin und kehrte die Partie zum Sieg. Christoph Bertschy glänzte mit drei Assists bei den drei Schweizer Toren, Inti Pestoni erzielte den Siegestreffer in der 48. Minute.

«Wir nahmen uns vor gut ins Turnier zu starten und es hat geklappt. Vor allem das zweite und dritte Drittel waren sehr gut aus unserer Sicht. Manchmal braucht es seine Zeit um aufs internationale Niveau zu kommen», bilanzierte Bertschy. «Wir hatten eine solide Defensive. Mir gefiel wie wir nach vorne spielten mit viel Speed. Wir wagten etwas, versuchten in der Offensive etwas zu kreieren.»

Nach einem Jahr Absenz kehrte die Schweizer Nationalmannschaft an den Deutschland Cup zurück, der neu in Krefeld stattfindet. Zu Spielbeginn wurde die junge Schweizer Mannschaft aber kalt geduscht. Nachdem sich Matus Sukel an der Bande durchsetzte bediente er David Bondra. Der Sohn des einstigen Weltmeisters und NHL-Torschützenkönigs Peter Bondra liess sich nicht zweimal bitten und brachte die Slowakei nach weniger als zwei Minuten in Führung. Damit kassierte Gauthier Descloux nach 114 Sekunden in seinem Länderspieldebüt den ersten Gegentreffer.

Vom Durchsetzungsvermögen und der Kreativität der WM-Finalrunde vergangenen Frühlings war auf dem Eis anfangs wenig zu sehen; es waren aber auch nur wenige Silberhelden aufgeboten und die Erwartungen nicht himmelhoch. Gleich fünf Debütanten waren im Aufgebot, von denen vier ihr erstes Länderspiel bestritten und auch durchaus ihre Eiszeit erhielten. Der Nationaltrainer Patrick Fischer hofft so neue Talente im Hinblick auf ein mögliches WM-Aufgebot zu testen.

Im ersten Drittel vermochten die Schweizer sich jedenfalls noch wenig in Szene zu setzen. Nach dem Gegentreffer und einem hohen Stock von Michal Sersen kamen die Schweizer zu Chancen, es schaute aber weder bei fünf gegen vier noch bei fünf gegen fünf viel heraus. Jaroslav Janus im slowakischen Tor hatte ein gemütliches erstes Drittel.

Nach dem Pausentee schien ein Ruck durch die Schweizer Mannschaft zu gehen, die Reaktion folgte. In wenigen Minuten hatten sie bereits soviele Torchancen wie im gesamten ersten Drittel und schafften nach neun Minuten den Ausgleich als sie vorne hartnäckig blieben. Bertschy bediente von rechts den links am Tor freigespielten Dario Simion, der souverän verwertete. In diesem Drittel waren es die Slowaken, die bis auf ein Powerplay für wenig Gefahr sorgten.

Was lief anders? Was in ihrer Wirkung wie Tag und Nacht aussah, war vor allem die Summe kleiner Dinge, welche die Schweizer besser machten. «[Fischer] gab uns Anweisungen was wir anders machen können und was nicht. Einige Dinge gingen besser, der Support war näher, die Pässe wurden genauer. Wir sind zufrieden mit dem gesamten Spiel», sagte Bertschy.

Ein faires Unentschieden nach einem schwachen und starken Drittel? Nein, denn für die Schweizer kam es sogar noch besser. Zwei Minuten vor der Pause startete Noah Rod nach einer Befreiungsaktion in der eigenen Zone durch und bezwang Janus mit einem satten Schuss aus rund 15 Metern zur erstmaligen Führung.

«Die Jungen haben sich nicht versteckt», lobte Fischer das Team mit einigen Neulingen und jüngeren Spielern. «[Im ersten Drittel] bewegten wir uns nicht so gut, kreierten nicht so viel. Im zweiten Drittel spielten wir schlauer mit der Scheibe, konnten sie unter Druck setzen und Chancen erarbeiten. Schlussendlich rettete uns Gauthier [Descloux] mit einem Big Save den Sieg. Ich bin glücklich, dass wir uns zum zweiten und dritten Drittel steigern konnten. Die Jungs haben sich super adaptiert.»

Nach seinem schönen Tor hatte Rod zu Beginn des Schlussdrittels weniger Glück. Wegen Beinstellens musste er von der Strafbank aus mitansehen wie die Slowaken zurückfanden. Kurz vor Ablauf der Strafe traf Marcel Hascak zum Ausgleich. In der 48. Minute sah die Welt aber bereits wieder besser aus. Diesmal spielten die Schweizer in Überzahl. Inti Pestoni wurde rechts mit einem Querpass frei angespielt und traf zur 3:2-Führung. Damit und beim Startsieg in die internationale Saison blieb es für die Mannschaft von Patrick Fischer.

Nach einem Tag Pause geht es am Samstagabend weiter mit dem Nachbarschaftsduell gegen den Gastgeber Deutschland, der sich zum abrupten Abschied von Trainer Marco Sturm viel vorgenommen hat.

«Es wird ein interessantes Spiel, es wird ein volles Haus sein. Sie wollen den Cup gewinnen und für uns wird es ein guter Test sein. Wir sind auch hierhin gekommen um zu gewinnen», sagte Bertschy.

Slowakei – Schweiz 2:3 (1:0, 0:2, 1:1)

Königpalast, Krefeld. – 3500 Zuschauer. – SR: Iwert (D) / Schräder (D), Kyei-Nimako (D), Leermakers (NL).

Tore: 1:54 Bondra (Sukel, Malec) 1:0. 29:03 Simion (Bertschy) 1:1. 37:53 Rod (Bertschy) 1:2. 42:50 Hascak (Pulis, Gernat / Ausschluss Rod) 2:2. 47:54 Pestoni (Bertschy, Fuchs / Ausschluss Gernat) 2:3.

Strafen: 4-mal 2 Minuten gegen die Slowakei, 3-mal 2 Minuten gegen die Schweiz.

Torschüsse: 25:23 (7:4, 7:14, 11:5).

Slowakei: Janus (Ersatz: Kosaristan); Chovan, Daloga; Sersen, Rosandic; Grman, Malec; Gernat, Mikus; Rapac, Kytnar, Kudrna; Sukel, Bondra, Lantosi; Lunte, Spirko, Svitana; Pulis, Bubela, Hascak.

Schweiz: Descloux (Ersatz: Senn); Fora, Frick; Glauser, Kreis; Karrer, Marti; Heldner; Pestoni, Riat, Fuchs; Herren, Richard, Martschini; Mottet, Albrecht, Simion; Bertschy, Walser, Rod; Miranda.

Bemerkungen: Schweiz ohne Bachofner, Flüeler und Paschoud (alle überzählig). – Länderspiel-Debüt für Descloux, Glauser, Karrer und Miranda. – 58:48 Time-out Slowakei, danach ohne Torhüter.

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