ZSC Lions mit einem Bein im Achtelfinale

Von Andreas Bernhard

Die ZSC Lions schlugen die Vienna Capitals dank zwei guten ersten Drittel mit 7:4. Das chaotische Schlussdrittel brachte sechs Tore und änderte nichts am Torverhältnis. Den Lions reicht in einer Woche in Wien eine Niederlage mit 2 Toren Unterschied zur Qualifikation für die Achtelfinals der Champions Hockey League

In der Champions Hockey League hatten die Vienna Capitals und die ZSC Lions je sieben Punkte aus vier Spielen auf dem Konto. Die Wiener hatten Vorteile bei den Special Teams. Ihr Box- und Powerplay war den Zürchern bisher statistisch überlegen. Auch in der nationalen Meisterschaft lief es den Österreichern bisher besser als den Zürchern. Die Vienna Capitals führen die Tabelle der Erste Bank Eishockey Liga an. Sie haben bisher sämtliche acht für sich entscheiden können. Die ZSC Lions haben von sieben Spielen in der National League erst deren vier für sich entscheiden können und liegen auf Platz 4.

Nach dem ersten Drittel deutete nicht mehr viel auf eine mögliche Überlegenheit der Vienna Capitals hin. Die ZSC Lions führten mit 2:0 und hatten deutlich mehr vom Spiel. Bereits in der zweiten Minute traf Denis Hollenstein zur Führung. Gegen Wien war eine Strafe angezeigt, als Phil Balitsberger den völlig freistehenden Hollenstein anspielte, der direkt verwandelte. Die Wiener reagierten druckvoll, nahmen sich aber gleich selber durch eine Strafe gegen Rafael Rotter den Wind aus den Segeln. Das Powerplay der Zürcher war ausser einem Ablenker von Pius Suter nicht sonderlich gefährlich. Das änderte sich bei der zweiten Strafe gegen die Vienna Capitals in der 13. Minute. Drew Shore schoss von der linken Seite und vor dem Tor lenkte Jérôme Bachofner unhaltbar zum 2:0 ab.

Die Lions waren auch im zweiten Abschnitt die klar bessere Mannschaft. In der 22. Minute prallte ein Abschluss von Kevin Klein an der Latte ab. Drei Minuten später musste sich Jean-Philippe Lamoureux gegen Roman Cervenka zur Wehr setzen. Das dritte Zürcher Tor lag in der Luft. Raphael Prassl scheiterte zunächst. Im nächsten Einsatz in der 27. Minute eroberte er sich im Wiener Drittel die Scheibe und passte zu Marco Miranda. Miranda tanzte Lamoureux aus und hob den Puck herrlich über dessen Beinschoner zum 3:0 ins Tor. Die Lions blieben dominant. Tim Berni und Mattia Hinterkircher verpassten. Auf der Gegenseite kamen die Vienna Captials erst im Powerplay in der 34. Minute zu Möglichkeiten. Kelsey Tessier scheiterte gleich mehrmals. Bei der nächsten Strafe gegen die Zürcher, Roger Karrer musste für Haken auf die Strafbank, fiel das 3:1 in der 38. Minute. Ganz ohne Zürcher Hilfe ging es nicht. Alex Wall schoss von der blauen Linie, von Lukas Flüeler prallte die Scheibe via Maxim Noreau ins Zürcher Gehäuse. Die ZSC Lions reagierten sofort. Nur 82 Sekunden später erhöhten sie auf 4:1. Ein Schuss von Phil Baltisberger wurde vom Stock von Kevin Klein in die Luft abgelenkt. Der Puck traf den Stock von Philippe Lakos und landete im Tor.

Die ZSC Lions nahmen es nach den beiden sehr guten Dritteln etwas leger. In der 42. Minute vergassen sie ausgerechnet den Wiener Topscorer Peter Schneider, der alleine vor Flüeler auftauchte. Der Capitals Stürmer liess Flüeler herrlich aussteigen und verwandelte sicher zum 4:2. Nur eine Minute später kam Riley Holzapfel dem Anschlusstreffer nahe. Das 4:3 fiel in der 47. Minute. Nach einer guten Möglichkeit für Raphael Prassl standen die Zürcher zu hoch und liessen eine 3:1-Situation zu. Rafael Rotter vollendete auf Pass von Peter Schneider. Die Vienna Capitals brachten sich darauf erneut durch eine Strafe in Bedrängnis. Sie wurden für inkorrekten Spielerwechsel bestraft. Im Zürcher Powerplay brachten die Wiener Verteidiger die Scheibe nicht unter Kontrolle. Pius Suter reagierte am schnellsten, erhöhte auf 5:3 und beruhigte die Nerven der Lions etwas. Die Vienna Capitals blieben gefährlich. Peter Schneider kam dem 5:4 in der 56. Minute sehr nahe. Die Wiener beendeten mit den nächsten Strafen ihr Schicksal. Rafael Rotter checkte Phil Baltisberger abseits des Spielgeschehens. Er erhielt neben der Strafe für Behinderung noch eine für übertriebene Härte, da ihn Phil Baltisberger in einen Kampf verwickelte. Vienna Trainer Dave Cameron war mit dem Strafmass alles andere als zufrieden und handelte seinem Team eine weitere 2-Minutenstrafe für Reklamieren ein. Bei fünf gegen drei Feldspielern erhöhte Chris Baltisberger auf 6:3. Neben den Zuschauern applaudierte auch Dave Cameron. Mit seinem Klatschen handelte er sich eine Spieldauerdisziplinarstrafe ein. Cameron war noch auf dem Weg in die Kabine als sein Team, nur 14 Sekunden nach dem 6:3 durch Alex Wall auf 6:4 verkürzen konnte. Am Ende konnten die Lions doch noch den 3-Tore-Vorsprung verteidigen. Severin Blindenbacher traf in der 58. Minute zum 7:4.

Stimmen zum Spiel:

Serge Aubin: “Im ersten Drittel haben wir hervorragend gespielt. Im zweiten hatten wir zwar weiterhin sehr gute Chancen aber wir bewegten uns schon etwas weniger. Im letzten Abschnitt waren wir dann einfach nachlässig und haben dem Gegner das Eis überlassen. Gegen meinen letztjährigen Verein zu spielen war zu Beginn schon etwas speziell aber wenn das Spiel beginnt vergisst du das. Ich sehe es natürlich gern, dass die Vienna Capitals auch in diesem Jahr Erfolg haben. Sie sollen ihn einfach nicht gegen uns haben.”

Peter Schneider: “Wir haben zu ängstlich begonnen und erst im dritten Drittel unsere Zurückhaltung ablegen können. Wir kamen nochmals nahe ran bis wir uns durch die Emotionen die Strafen einhandelten. So ist das halt im Eishockey.”

Alex Wall: “Die zwei geschossenen Tore sind mir völlig egal. Die ZSC Lions haben uns in den ersten 40 Minuten gehörig unter Druck gesetzt. Wenn wir in Wien so spielen wie im letzten Drittel glaube ich aber weiterhin, dass wir uns gegen sie durchsetzen können.”

Schüsse aufs Tor: 37:22 (12:5;15:7;10:10)

Bully: 36:27 (10:12;13:9;13:6)

Turnover eigene Zone: 6:4 (2:1;0:2;4:1)

Aufstellung:

ZSC Lions: Flüeler (Ersatz: Schlegel); Marti, Noreau; Blindenbacher, Sutter; Phil Baltisberger, Klein; Berni, Karrer; Bodenmann, Cervenka, Pettersson; Bachofner, Suter, Hollenstein; Miranda, Prassl, Shore; Hinterkircher, Schäppi, Chris Baltisberger.

Vienna Capitals: Lamoureux (41. Tschrepitsch); Clark, Hackl; Peter, Wall; Lakos, Davis; Hartl, Holzapfel, Tessier; Rotter, Arniel, Romig; Schneider, Nissner, Desouse; Fischer, Wukovits, Artner.

22. Lattenschuss Kevin Klein

Aktuelle Spiele

Dienstag, 9. Oktober 2018

Lugano - Jyväskylä

ZSC Lions - Vienna

München - Malmö
3:2 (1:0 0:1 2:1)

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3:1 (2:1 0:0 1:0)

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1:5 (1:1 0:0 0:4)

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3:1 (1:0 1:1 1:0)

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3:2 (0:0 3:2 0:0)

Pilsen - B. Bystrica
6:4 (3:1 1:1 2:2)

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