Schweiz verliert nach couragierter Leistung gegen Schweden.

Von Maurizio Urech

Nach einem Spiel auf Augenhöhe verloren die Schweizer 1:3 gegen die Nordländer. Nach dem Führungstreffer durch Bäckström glich Haas noch im Startdrittel zum 1:1 aus. In der besten Phase im Mitteldrittel liefen die Schweizer in einen Konter der durch Nylander zum 1:2 abgeschlossen wurde. Edler schoss das dritte Tor für die Schweden.

Für das Viertelfinale gegen die Favorisierten Schweden musste Patrick Fischer auf den verletzten Roman Untersander verzichten der durch Dominik Schlumpf ersetzt wurde. Denis Hollenstein und Cody Almond die gegen die Tschechen geschont wurden kehrten ins Team zurück, genauso wie Verteidiger Philippe Furrer. Tanner Richard war überzählig, Damien Brunner 13. Angreifer.

Nach einem ausgeglichenen Beginn gingen die Schweden in der fünften Minute in Führung. Nach einem Schuss von Oscar Lindberg prallte der Puck genau auf die Schaufel von Nicklas Bäckström der trocken zum 0:1 traf. William Karlsson und Elias Lindholm hatten in den folgenden Minuten weitere Chancen für die Schweden, Genoni rettete. Nachdem die Schweizer vorher Henrik Lundqvist nur mit Weitschüssen beschäftigten, kam Gaetan Haas zu einem Vorstoss, er spielte den Puck wieder vors Tor zurück, wo ihn Oliver Ekman-Larsson zum 1:1-Ausgleich ins eigene Tor ablenkte. Oscar Lindberg auf der einen und Romain Loeffel nach einem schönen Solo auf der anderen hatten die nächsten Chancen. Auch wenn die Schweden gegen Schluss des Drittel auf den Führungstreffer drückten brachten die Schweizer das 1:1 in die erste Pause.

Nach 64 Sekunden im Mitteldrittel kassierte Torschütze Bäckström eine vier Minuten Strafe nach einem hohen Stock gegen Reto Schäppi. Im Gegensatz zu den letzten Spielen konnten sich die Schweizer diesmal im Angriffsdrittel der Schweden festsetzen und nach zwei Weitschüssen von Raphael Diaz, hätten die Ablenker von Denis Hollenstein und Andres Ambühl beinahe die erstmalige Führung gebracht. Dann kassierte Reto Schäppi die erste Strafe gegen die Schweizer. Und diese überstanden diese nicht nur schadlos sondern hatten durch Gaetan Haas der sich durchtankte und alleine vor Lundqvist scheiterte sogar die beste Chance. Bei Vollbestand hatte Reto Schäppi eine weitere Chance. Nach einem Rückpass von Damien Brunner strich der Direktschuss von Pius Suter nur knapp am weiteren Pfosten vorbei. Erst dann kamen die Schweden zu einer weiteren Chance durch Viktor Rask. In der 34. Minute bewies Oliver Ekman-Larsson seine grosse Klasse, er lancierte mit einem perfekten Steilpass William Nylander der sich gegen Christian Marti durchsetzte und zum 1:2 traf. Die Schweizer zeigten sich keineswegs beeindruckt und einem schönen Solo von Dennis Hollenstein fehlte nur der krönende Abschluss.

Das Schlussdrittel begann für die Schweizer genau wie das Startdrittel. Nach einem Schuss von Joel Lundqvist verwertete Verteidiger Alexander Edler den Abpraller zum 1:3. Nach einem Fehler im Aufbau von Andres Ambühl hatten die Schweden gleich zwei Chancen zum vierten Treffer. Zuerst scheiterte Viktor Rask an Genoni, dann hatten die Schweizer Glück dass ein Weitschuss von Alexander Edler vom Pfosten ins Feld zurückprallte. Nach einigen Minuten meldeten sich die Schweizer wieder zurück. Nach einem Vorstoss von Suter kamen zuerst Reto Schäppi und dann Dean Kukan zum Abschluss, Henrik Lundqvist brachte seinen Schoner noch an den Puck. Dann hatten die Schweizer Riesenpech. Nach einem Zuspiel von Reto Schäppi kam Dominik Schlumpf zum Abschluss, Lundqvist lies die Scheibe durchrutschen, doch aus einem unerfindlichen Grund hatten die Schiedsrichter viel zu früh abgepfiffen und der Treffer zählte nicht. Auch wenn es die Schweiz am Schluss ohne Goalie probierte und zu einer doppelten Überzahl kamen brachten die Schweden den Sige über die Distanz und stehen im Halbfinale.

Kompliment der Schweizer Nationalmannschaft für eine couragierte Leistung, spielerisch war man auf der Höhe, nichts zu sehen von den Abwehrschlachten der Vergangenheit die Schweiz spielt auch gegen die stärksten Nationen auf Augenhöhe. Im Mitteldrittel hätte die Schweiz sogar die Führung verdient, in der besten Phase reichte den Schweden ein Konter zum 1:2. Dass den Schweizern dann in der Schlussphase ein reguläres Tor durch Schlumpf nicht gegeben wurde, weil der Schiedsrichter viel zu früh Abpfiff, ist auf diesem Niveau einfach inakzeptabel. Die Schweiz verlässt die WM erhobenen Hauptes auch wenn man sich dafür nichts kaufen kann.

Stimmen nach dem bitteren Aus der Schweiz

«Denis Hollenstein:»Es ist nicht einfach die richtigen Worte zu finden, eine bittere Niederlage, die Enttäuschung ist riesig, wir haben hinten solid gespielt und uns vorne Chance kreiert, aber die Scheibe wollte heute nicht ins Tor. Und mit nur einem Treffer ist es schwierig gegen Schweden zu gewinnen. Es ist mir unverständlich wieso der Schiedsrichter beim Schuss von Schlumpf so früh abpfeift, eine Schiri Entscheidung er ist der Chef auf dem Platz und müssen dies so akzeptieren. Nach dem Start den wir hatten, als niemand mehr an uns glaubte, sind wir stark zurückgekommen, Kompliment an die ganze Mannschaft. Jeder ist für den anderen gegangen, jeden Tag in jedem Spiel chapeau. Die Mannschaft hat viel Charakter gezeigt, denn viele hatten uns schon abgeschrieben. Jetzt müssen wir diese Niederlage verdauen, kein einfacher Moment»

Damien Brunner: «Wirklich Schade wir haben ein ganz starkes Mitteldrittel gespielt, haben Druck ausgeübt und dann kassieren wir ein ärgerliches Gegentor nach einem Breakaway. Wir haben noch im Mitteldrittel die Chance zum Ausgleich. Im Schlussdrittel kassieren wir einen weiteren ärgerlichen Gegentreffer, aber man hat gesehen, wir haben weitergekämpft. Auf der Bank hat jeder bis zum Schluss daran geglaubt. Es sind die vielen kleinen Sache welche die Differenz ausgemacht haben, es war nicht unser Abend auch wenn es nach dem Tor von Haas danach aussah. Die Bedingungen waren heute Abend schwierig nach zehn Minuten war das Eis unspielbar. Es wäre natürlich besser gewesen mit einem Tor im Rücken noch die letzten 4:40 zu spielen.»

Gaetan Haas:»Wir hatten die Chancen um mehr als ein Tor zu schiessen, schwierig einen Viertelfinal zu gewinnen wenn du nur einen Treffer erzielst. Es fehlt uns sicher erneut der Treffer in Überzahl der die Differenz hätte ausmachen können und dann natürlich der nicht gegebene Treffer, niemand weiss wieso er abgepfiffen hat, dieser Treffer hätte die Schlussphase sicher geändert. Als Mannschaft wollten wir unbedingt nach Köln, jetzt sind wir frustriert, doch ich glaube an dieser WM haben wir gutes Eishockey gezeigt. Wir haben den Medien gezeigt dass wir nicht so schlecht sind wie nach dem ersten Spiel geschrieben wurde. Wir sind nicht die talentierteste Truppe, aber manchmal gewinnt man Spiele auch weil man härter Arbeitet. Für mich persönlich ist es eine Revanche nach der missratenen letzten WM, letztes Jahr war ich als Tourist an der WM, diesmal um Eishockey zu spielen.»

Patrick Fischer: »Wir hatten uns viel vorgenommen und wollten unbedingt nach Köln, wir hatten einen schwierigen Start und gerieten in Rückstand. Der Ausgleich durch Gaetan Haas der heute sensationell gespielt hat, war eher glücklich. Im Mitteldrittel waren wir besser, am Drücker, die Schweden kamen an Ihre Grenzen. Dann gehen sie nach einem schnellen Konter in Führung was uns weh getan hat. Im Schlussdrittel haben wir ein paar Spieler verloren, wir haben auf drei Blöcke umgestellt, dann kam noch die Situation mit den nicht gegebenen Tor, Schweden war am Schluss besser. Auch heute gegen die Schweden haben wir uns nicht versteckt es war eine ausgeglichene Sache, der Unterschied war nicht gross, sie haben die Tore im richtigen Moment geschossen, dies hat das Momentum geändert, wenn wir das zweite Tor schiessen ändert sich vieles.»

Pa

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