Schweizerinnen schaffen Klassenerhalt

Von Daniel Monnin

Nach dem 3:1-Sieg im ersten Spiel bezwingen die Schweizerinnen Japan im zweiten Abstiegsrunden-Duell 4:0 und schaffen den Klassenerhalt! An der nächsten Frauen-WM in Plymouth (USA) bekommen sie es in der Vorrunde mit Schweden, Tschechien und dem Aufsteiger Deutschland zu tun. Dazu geht es im Februar in die Olympia-Qualifikation gegen Tschechien, Dänemark und einen weiteren Gegner auf Schweizer Eis.

Highlights:

Die Geschichte des zweiten Abstiegsrunden-Spiels gegen Japan ist schnell erzählt: Die Schweizerinnen nutzten die erste Strafe gegen Japan in der 9. Minute durch Evelina Raselli konsequent aus und entschieden das Spiel mit einer Tor-Doublette innert 74 Sekunden im Mitteldrittel. Das Team von Nationaltrainerin Daniela Diaz beeindruckte mit einem geradlinigen, disziplinierten Spiel und liess die gefährlichen Japanerinnen mit wenigen Ausnahmen nie richtig in die Partie finden. Diaz sprach nach dem Spiel von „einem weiteren wichtigen Sieg. Wir haben eine Top-Team-Leistung gezeigt und vor allem hat die Mannschaft dem Druck standgehalten.“ Sie werde nun in Ruhe das Turnier analysieren und die richtigen Schlüsse für die bevorstehenden Aufgaben ziehen, fügte sie an.

„Special Teams“ verbesserungswürdig

Die Schweizerinnen haben in Kamloops mit dem 7. Schlussrang und mit den drei Siegen gegen Japan die Pflicht erfüllt. Zur eigentlichen Kür, die gemäss dem erklärten Ziel ins Viertelfinale und zur direkten Olympia-Qualifikation hätte führen sollen, fehlten in den entscheidenden Spielen einerseits das nötige Wettkampfglück, andererseits aber auch die Kaltblütigkeit. Aus 66 Abschlussversuchen in den Vorrunden-Partien gegen Tschechien (38) und Schweden (28) resultierten nur gerade 2 Tore. Auch die Powerplay-Bilanz der beiden Spiele fällt mit einem einzigen Tor während 17.06 Minuten Überzahlspiel bescheiden aus. Zudem kassierten die Schweizerinnen drei der vier Tore in Unterzahl. Elf der 13 Tore hingegen schossen sie in den drei Vergleichen gegen Japan. Die Viertelfinal-Resultate der beiden Teams (Tschechien 0:5 gegen Finnland, Schweden 1:4 gegen Russland) unterstreichen auch, dass der Gap zur „oberen Gruppe“ nicht kleiner geworden ist. Die Schweiz wird deshalb gut daran tun, in der langen Testspiel-Phase von August bis Januar 2017 den Vergleich mit den Top-Nationen zu intensivieren.

Steigerungspotential ist vorhanden

Trotz dem verpassten Ziel geben die Zukunftsaussichten wenig Anlass zur Sorge: Das Team ist jung, hat grosses Entwicklungspotential, reichlich Erfahrung an internationalen Turnieren sammeln können und dürfte den Weg in die unmittelbare Zukunft mit dem Olympia-Qualifikationsturnier im Februar 2017 in der Schweiz in einer ähnlichen Zusammensetzung angehen. Es ist anzunehmen, dass auch die beiden Routiniers Christine Hüni (30) – mit vier Toren und fünf Assists beste Punktesammlerin und mit 9 Punkten mitten in der Elite der besten WM-Skorerinnen - und Nicole Bullo (29) ihre internationale Karriere noch einmal verlängern werden. Zudem stehen Nationaltrainerin Daniela Diaz mit den beiden verletzten Sandra Thalmann und Sara Benz in naher Zukunft zwei weitere Olympia-Bronzemedaillengewinnerinnen von Sotschi wieder zur Verfügung. In der U18-Auswahl reifen des weitern eine Reihe von Talenten heran, die zweimal an der U18-Top-Division-WM mit dem Ligaerhalt überzeugt haben und an den Youth Olympic Games in Lillehammer im Februar die Bronzemedaille gewonnen haben.

Die Zukunftsprognose von Nationalmannschafts-Direktor Raeto Raffainer fällt zuversichtlich aus: „Wir haben das primäre Ziel zwar verpasst, doch das Team hat unter der Leitung von Daniela Diaz in den letzten Wochen einen grossen Schritt in die richtige Richtung gemacht.“

Wo in der Schweiz das Olympia-Qualifikationsturnier (9.-12- Februar 2017) stattfinden wird, steht noch nicht fest. Die Schweizerinnen werden auf Tschechien, Dänemark und einen Qualifikanten aus einem Vor-Quali-Turnier treffen. Damit ist bereits heute klar, dass die Qualifikation für PyeongChang 2018 alles andere als ein Selbstläufer werden wird.

Japan – Schweiz 0:4 (0:1, 0:2, 0:1)

McArthur Centerer, Kamloops – SR. Ariano-Lortie/Bordeleau, Heikkinen/Novotna.

Tore: 9. Raselli (Rüegg, Stalder/Ausschluss Kubo) 0:1. 32. (31.16) Stiefel (Hüni, Stalder) 0:2. 33. (32.30) Stalder (Isabel Waidacher, Hüni) 0:3. 60. Hüni (Stalder, ins leere Tor).

Strafen: Japan 3 x Minuten, Schweiz 3 x 2 Minuten.

Schweiz: Schelling; Altmann, Bullo; Laura Benz, Zollinger; Staiger, Forster; Sigrist; Stänz, Raselli, Isabel Waidacher; Stalder, Hüni, Nina Waidacher; Rüegg, Stiefel, Eggimann; Allemann, Schranz, Monika Waidacher.

Bemerkungen: Schweiz ohne Alina Müller (verletzt), Anthamatten (Ersatz) und Brändli (überzählig). - 32. Pfostenschuss Raselli. - Schussverhältnis: 20:26 für die Schweiz. - Best Player Schweiz: Lara Stalder. – Best Players Turnier: Florence Schelling, Livia Altmann, Christine Hüni.

Aktuelle Spiele

Sonntag, 3. April 2016

Japan - Schweiz

Kalender

<< April 2016 >>
MoDiMiDoFrSaSo
    123
45678910
11121314151617
18192021222324
252627282930