Schweiz fährt Norwegen an die Wand
Norwegen
Schweiz
Spielbericht
Die Schweizer Nationalmannschaft ist auch in weiss nicht zu stoppen. Gegen die Norweger gewann der Leader mit 3:1 und dominierte den Gegner phasenweise, bis er stehend K.O. war. „Bei fünf gegen fünf brachten sie nicht viel zu Stande“, sagte Simon Moser nach dem Spiel passend.
Es ist auch weiterhin ein Genuss, den Schweizern bei der Arbeit zuzusehen. Im ersten Spiel in den weissen Trikots haben die Schweizer erneut ganz grosse Klasse bewiesen und das wichtige Spiel gegen den ursprünglichen Konkurrenten um den Viertelfinalplatz phasenweise knallhart dominiert. Bereits im ersten Abschnitt gelang es gleich mehrmals den Gegner einzuschnüren und auf dessen Tor zu drücken, während auf der anderen Seite Martin Gerber insgesamt nur fünf eher harmlose Schüsse zu parieren hatte. Offensiv waren dann die Schweizer im Gegensatz zum letzten Spiel gegen die Dänen wie verwandelt: Agil, flink und mit viel Zug auf das gegnerische Tor setzten sie die norwegische Defensive unter Druck, wobei deren Spieler nicht selten zu spät kamen. So auch nach einem Abpraller, als Simon Moser im am schnellsten reagierte und in einem Kraftakt das 1:0 bewerkstelligte. Damit aber noch nicht genug: Selbst in Unterzahl waren die Eisgenossen derart Herr der Lage, dass nach einem Breakaway von Suri, einem Schuss von Ambühl Roman Josi vor dem leeren Tor und dessen geschlagenen Hüter auftauchte und mit dem ersten Shorthander der Schweizer das 2:0 bewerkstelligte.
Was sich wie ein Märchen liest, fand die Fortsetzung auch im zweiten Drittel. Denn obwohl die Schweizer gleich sechs aneinander folgende Minuten in Unterzahl agieren mussten, liefen sie nie wirklich Gefahr in Rücklage zu geraten. Und als dann die „ungemütliche“ Situation auf die Seite gelegt wurde, wendete sich das Spiel erneut um 180 Grad, sodass die Dänen nicht einmal mehr den Weg aus dem eigenen Drittel herausfanden. Während rund zwei Minuten entfachten die Schweizer in der Folge der Unterzahlsituationen einen derartigen Druck, dass es den Dänen nicht einmal gelang, die Reihen zu wechseln. Das längst fällige 3:0 folgte dann gegen Ende des Abschnittes, als mit Alexander Bonsaksen ein Norweger in der Penaltybox sass und eine Boxplaysituation für sein Team provozierte. Nach geduldigem Hin-und-Her-Schieben im Stile eines Starensembles des Puckes war die Lücke schliesslich nach 51 Sekunden gefunden: Patrick von Gunten kam freistehend zum Abschluss und erhöhte auf 3:0 kurz vor dem Ende des Drittels.
Die strittigen Foulpfiffe nahmen aber auch im letzten Abschnitt nicht ab. „Das Fass zum überlaufen“ brachte schliesslich die erste Strafe des Drittels, ausgesprochen gegen Severin Blindenbacher, der einen korrekten Check gegen einen in geduckter Haltung bremsenden Norweger ausführte. Ebendiese Strafe verlieh den Norwegern letztlich aber dennoch neue Hoffnung, weil nach einem Blueline-Schuss von Tollefsen die Scheibe ein erstes Mal die Linie hinter Martin Gerber passierte. Von den anhaltenden Hilfeleistungen von unparteiischer Seite konnten die Norweger letztlich aber selbst bei einer 5-gegen-3-Situation nicht profitieren. Letztlich spielte sich das letzte Drittel dann doch in den zu erwartenden Bahnen ab: Die Schweiz hatte das Spiel im Griff und liess die Norweger kein bisschen mehr an einem Punkt riechen, selbst als die Norweger ohne Torwart agierten, blieb der Sieg des Simpson-Teams nie in Gefahr. Die Schweiz kehrt damit auf den ersten Platz zurück und wahrt ihre Ungeschlagenheit.
„Bei fünf gegen fünf Feldspieler brachten die Norweger nicht viel zu Stande“, bilanzierte nach dem Spiel Simon Moser. „Wir haben sie durch Strafen eigentlich selber wieder zurück gebracht.“ Man wisse, dass man einfach gegen jedes Team Druck machen könne und dazu nicht einmal das Spiel des Gegners zu zerstören brauche, formulierte Moser einen der Gründe für die phasenweise drückende Überlegenheit der Schweizer. „Jetzt wollen wir natürlich den Gruppensieg, auch, damit wir ein gutes Gefühl haben für die Viertelfinals.“
Norwegen – Schweiz 1:3 (0:2, 0:1, 1:0)
Globe Arena. – 3226 Zuschauer. – SR: Frano/Zalaski, Dahmen/Shelyanin. – Tore: 7. Moser (Plüss, Seger) 0:1. 16. Josi (Ambühl, Suri/Ausschluss Blum!) 0:2. 40. Von Gunsten (Ambühl, Josi/Ausschluss Bonsaksen) 0:3. 45. Tollefsen (Trygg/Ausschluss Blindenbacher) 1:3. – Strafen: 6mal 2 Minuten plus 1x10 Minuten Disziplinarstrafe (Thoresen) gegen Norwegen. 8mal 2 Minuten gegen Schweiz.
Norwegen: Haugen; Holos, Bonsaksen; Tryg, Tollefsen; Odegaard, Bastiansen; Sorvik; Hansen, Skroder, Roymark; Holtet, Olimb Ken-André, Thoresen; Forsberg, Roest, Olimb Mathis; Ask, Martinsen, Dahlstrom; Spets.
Schweiz: Gerber; Vauclair, Seger; Blindenbacher, Furrer; von Gunten, Josi; Blum, Grossmann; Niederreiter, Plüss, Moser; Cunti, Bodenmann, Hollenstein; Ambühl, Suri, Gardner; Trachsler, Bieber, Walker.
Bemerkungen: Norwegen ohne Solberg, Rosseli-Olsen und Soberg. Schweiz ohne Stephan, Bürgler und Monnet (überzählig).
