Schweiz besiegt die Slowenen mit einem Kantersieg
Slowenien
Schweiz
Spielbericht
Die Schweiz besiegt Slowenien gleich mit 7:1. Zwar benötigten die Schweizer einen Weckruf, dominierten nach dem 0:1 aber rasch die Partie. Der letzte Kantersieg mit über fünf Toren Unterschied liegt bereits fünf Jahre zurück: Am 11. Mai 2008 besiegten die Schweizer an der WM in Quebec Dänemark mit 7:2.
Beim ersten Spiel in der Favoritenrolle gegen die Slowenen brauchten die Schweizer zuerst einen schrillen Weck-Ton. Denn zu Beginn spielten sie nicht das an diesem Turnier gewohnt erfolgreiche, schnörkellose und defensiv tadellose Spiel. Nein, nach einem Sololauf und einem Weitschuss von Rok Pajic waren die Schweizer sogar erstmals an diesem Turnier in Rückstand. Verunsichern liessen sich die Eisgenossen dadurch aber nicht und kehrten rasch zum bereits gewohnten zurück. Auf einmal wurde dann das Team von Sean Simpson auch der Favoritenrolle gerecht und drückte nach rund 10 Spielminuten auch auf den Ausgleich. Gelungen ist er der zweiten Linie, die mit einer sehenswerten Passkombination ins gegnerische Drittel eindrangen und nach einem Schuss von Luca Cunti den Abpraller durch Simon Bodemann verwerten konnten. Damit aber noch nicht genug: Dieselbe Linie agierte in der 18. Minute in einer etwas anderen Passkombination erneut erfolgreich. Nach Zuspielen von Bodenmann und Hollenstein war es diesmal Luca Cunti der reüssierte. Der einzige Stürmer, der in dieser Linie somit noch nicht traf war Denis Holenstein. 37 Sekunden vor Schluss bereinigte sich diese „Diskrepanz“ aber ebenfalls: Hollenstein spielte Bodenmann in der Mitte an und kam nach dem Abpraller vom Schuss des Kollegen gleich selber wieder an die Scheibe. Vor dem leeren Tor liess sich der Klotener nicht zwei Mal bitten und reüssierte zum 3:1-Führungstreffer
Im Mitteldrittel war schien der Sieger der Partie bereits klar, weshalb keines der beiden Teams unnötig Kräfte verbrauchen wollte. Während die Slowenen nach drei happigen Startspielen vielleicht sogar etwas müde waren, hatten die Schweizer die Partie standesgemäss im Griff und „spulten“ gekonnt das Programm ab. In der 32. Minute setzten sie dennoch einen drauf, als sich Julien Vauclair in den Slot begab, Walker abschloss und Hollenstein ablenkte war es schliesslich sogar 4:1 für die Eisgenossen. Als sie dann sogar noch in Überzahl agieren konnten, war das fünfte Tor nicht nur greifbar nahe, wurde durch einen Schuss von Simon Moser auch Realität. Martin Plüss bediente den Ex-Tigers-Stürmer vor dem Tor nach einem Lauf hinter dem Gehäuse hindurch. Moser wurde nicht bedrängt, verhielt sich mit einem Direktschuss im Slot sehr kaltblütig und schob zum 5:1 ein. Dass die Slowenen längst aufgegeben haben wurde dann sieben Sekunden vor Schluss erst richtig bewusst, als Reto Suri nach einem abgefangenen Pass durch den Slot kurvte und die Scheibe zurück vors Tor auf Andres Ambühl legte, der gegen den bereits bezwungenen Torwart problemlos auf 6:1 erhöhen konnte. Die Statistik unterstrich die Effizienz der Schweizer deutlich: Über 20 Prozent der Schüsse, die aufs Tor kamen fanden den Weg über die Linie.
Im letzten Drittel durften die Akteure der Schweizer Nationalmannschaft dann zum Schaulaufen ansetzen. Denn auch trotz des Torhüterwechsel der Slowenen erhielten die 2132 Zuschauer „Einbahnhockey“ vorgesetzt. Reto Suri war es schliesslich, der nach nur vier Minuten und fünf Sekunden bereits der nächste Treffer notieren durfte. Eigentlich wollte er den freistehenden Ryan Gardner bedienen, ein Slowene lenkte die Scheibe aber ins eigene Tor ab. Gegen Schluss plätscherte das Spiel ohne spezielle Geschehnisse und mit nur wenigen Unterbrechungen dahin. Mit dem Skore von 7:1 fertigen die Schweizer damit die abstiegsgefährdeten Slowenen ab. Das Ursprungsziel – Viertelfinals – scheint damit erreicht zu sein.
Matchwinner Denis Hollenstein, der je zwei Tore und Assists zum 7:1 beisteuerte fand dennoch das Haar in der Suppe. "Was wir zu Beginn getan haben war gar nicht gut. Wir haben den Start verschlafen, dafür haben wir nachher die Partie in die Hand genommen." Die vier Punkte seien persönlich durchaus ein spezielles Erlebnis gewesen. "Es ist schon schön, letztlich zählt aber vor allem der Sieg", erklärt der Best-Player.
Jetzt hat die Schweiz zwei Tage Spielfrei. Nun müsse man sich gut erholen, um später mit voller Power erneut angreiffen zu können, so Hollenstein weiter.
Slowenien – Schweiz 1:7 (1:3, 0:3, 0:1)
Globe Arena. – 2132 Zuschauer. – SR: Jerabek/Kaval, Carlson/Valach. – Tore: 7. Pajic (Pavlin, Pretnar) 1:0. 15. Bodenmann (Cunti, Hollenstein) 1:1. 18. Cunti (Bodenmann, Hollenstein/Ausschluss Music) 1:2. 20. Hollenstein (Bodenmann, Cunti/Ausschluss Ticar) 1:3. 32. Hollenstein (Walker, Vauclair) 1:4. 36. Moser (Plüss, Niederreiter/Ausschluss wegen Teamstrafe Slowenien) 1:5. 40. Ambühl (Suri) 1:6. 45. Suri (Ambühl, Gardner) 1:7. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Slowenien. 2mal 2 Minuten gegen Schweiz.
Slowenien: Hocevar (ab 40. Kristan); Gregorc, Robar; Kranjc, Pretnar; Kovacevic, Pavlin; Tavzelj; Jeglic, Ticar, Sabolic; Rodman David, Rodman Marcel, Urbas; Razingar, Pajic, Basic; Music, Pance, Golicic; Kopitar.
Schweiz: Berra; Vauclair, Seger; Blindenbacher, Furrer; von Gunten, Josi; Blum, Grossmann; Niederreiter, Plüss, Moser; Cunti, Bodenmann, Hollenstein; Ambühl, Suri, Gardner; Trachsler, Bieber, Walker.
Bemerkungen: Slowenien ohne Gracnar. Schweiz ohne Bürgler, Monnet und Stephan (alle überzählig).
