Schweden zu Hause angekommen

Von Leroy Ryser
Tschechien
1
0 - 1 - 0
Schweden
2
1 - 1 - 0
04.05.2013
A-Nationalmannschaft
0:1‧1:1‧0:0
Spielbericht

Beim bisher stimmungsvollsten Spiel dieser Weltmeisterschaft gewinnt Schweden gegen Tschechien mit 2:1. Die Schweden waren lange Zeit drückend überlegen und dominierten das Spielgeschehen. Weil sie die Tore bei einem Schussverhältniss von 37:17 aber nicht erzielen konnten, blieb der Spielstand bis zum Schluss eng.

Mit einem Wechsel auf der Torhüterposition – Jhonas Enroth für Jacob Markstrom – haben die Schweden das zweite Spiel gegen die Tschechen in Angriff genommen. Ebendieser Enroth, der Torhüter der Buffalo Sabres, hatte in der Startphase ähnlich wenig zu tun wie sein gegenüber. Beide Teams hatten Mühe die gegnerische Abwehr zu durchbrechen, einer der wenigen Chancen vergab Persson in der 7. Minute indem er eine Scheibe nur wenig vor dem gegnerischen Tor mit dem Schlittschuh ablenkte, den Puck aber Salak in die Füsse spielte. Als die Schweden dann in Überzahl spielen konnten, zeichneten sich weitere Chancen ab. Aber auch NHL-Star Loui Eriksson von den Dallas Stars vergab seine Möglichkeit nach einem Ablenker aus nächster Nähe.

Lange mussten sich die heute deutlich lautstarken Fans aber nicht gedulden, bis das erste Tor fiel. Denn nur wenig nach Ablauf der Strafe traf Jimmie Ericsson nach einem Pass vors Tor von Martin Thornberg zum nun verdienten Führungstreffer. Nach ebendiesem Treffer schien den Schweden ein Stein vom Herzen zu fallen. Sie waren teilweise drückend überlegen und dominierten die Partie nach Belieben. Sogar in Unterzahl hatten sie die besseren Möglichkeiten, sodass man sich eigentlich mit der 1:0-Führung zur Pause gar nicht hatte zufrieden sein können. Das Schuss-aufs-Tor-Verhältnis von 15:3 für Schweden sprach Bände, die Tschechen hatten im ersten Drittel nichts zu melden.

Das war dann auch im Mitteldrittel nicht wirklich anders, als erneut die Schweden das Spielgeschehen diktierten. Die Tschechen kamen vielfach zu spät und kaum waren sie an der Scheibe, mussten sie sich auch schon wieder als verloren erklären. Torschüsse konnten so nur wenige entstehen und weil die Schweden eher kontrolliert offensiv spielten, fand auch vor dem Tschechischen Torhüter kein Chancenspektakel statt. Dennoch gelang es der „Tre Kronor“ aus einer Möglichkeit Profit ziehen; als in der 24. Minute Henrik Tallinder abzog, war Salak chancenlos, weil ihm die Sicht verdeckt blieb.

So kamen die Tschechen in Überzahl dann etwas überraschend ins Spiel zurück. Nach 33 Minuten war es Jiri Hudler, der einen Blue-Line-Schuss von Jakub Voracek ablenkte und die Tschechen auf 2:1 heranbrachte. Zwar ging es wenig später erneut in die andere Richtung, weil Schweden weiterhin alles im Griff zu haben schien. Als dann Landeskog nur wenig vor der Pause ebenfalls auf die Strafbank musste, drohte der dem Spielverlauf nicht entsprechende Ausgleich. Insbesondere auch dank Jhonas Enroth sowie der Ideenlosigkeit der Tschechen, konnte dies von Seiten des Gastgebers verhindert werden, weshalb die Führung zur Pause weiterhin bestand. Nachdem die Spieler kurz nach der Pausensiere die Fäuste sprechen liessen, ging es in Richtung Kabine.

Das spannende und von der Stimmung her bisher beste Spiel fand im letzten Drittel dann einen harschen Start. Beide Teams versuchten mit energischem Verhalten und hartem Körperspiel zu beeindrucken, weshalb nach beinahe jedem Pfiff die eine oder andere kleine Rangelei entstand. Schweden hatte aber auch im letzten Drittel die Partie im Griff und liess nie wirklich die Gefahr aufkommen, diesen Sieg noch aus den Händen zu geben. Zugleich fehlte aber auch das 3:1, welches dem Gastgeber hätte Sicherheit verleihen können. Chancen wären beispielsweise im Powerplay oder beim Breakaway von Dick Axelsson vorhanden gewesen. Es zeichnete sich mehr und mehr ein spannendes Finale von diesem Spiel statt, bei welchem die Schweden vermehrt die Scheibe nur wegspedierten. Dies gab den Russen die Möglichkeit das Angriffsspiel zu dominieren, die damit verbundenden Gefahren in der Defensive konnten von den Schweden kaum mehr genutzt werden. Entschieden wurde die Partie letztlich erst ganz am Schluss, als die Schweden sogar noch in Unterzahl agieren mussten. Bei sechs gegen vier Spielern gelang es den Tschechen nämlich nicht, die Scheibe ins gegnerische Tor zu drücken, weshalb die Schweden den knappen aber mehr als deutlich verdienten Vorsprung über die Zeit retten konnten.

Tschechien – Schweden 1:2 (0:1, 1:1, 0:0)

Globe Arena. – 12500 (ausverkauft) Zuschauer. – SR: Bulanov/Olenin, Carlson/Schrader. – Tore: 11. Ericsson (Thornberg, Jarnkrok) 0:1. 24. Tallinder (Lundqvist, Gustafsson) 0:2. 33. Hudler (Voracek, Tlustly/Ausschluss Jarnkrog) 1:2. – Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Tschechien. 5mal 2 Minuten plus 1mal 10 Minuten Disziplinarstrafe (Tallinder) gegen Schweden.

Tschechien: Salak; Michalek, Smid; Hejda, Nakladal; Caslava, Kutlak; Fleischmann, Vrbata, Hanzal; Tlusty, Hudler, Voracek; Kovar, Tenkrat, Hertl; Hubacek, Novotny, Irgl; Vrana..

Schweden: Enroth; Kronwall, Falth; Gustafsson, Tallinder; Granberg, Fransson; Eriksson, Persson, Axelsson; Hjalmarsson, Lundqvist, Jamtin; Lindberg, Ericsson, Landeskog; Jarnkrok, Danielsson, Thornberg; Petersson.

Bemerkungen: 15. Lattenschuss Fransson. 30. Pfostenschuss Lindberg. 58:59-60:00 Tschechien ohne Torwart zu Gunsten eines sechsten Feldspielers. 60. Time-Out Tschechien.

Resultat:

1:2