Schweizer mit überraschendem Startsieg
Schweden
Schweiz
Spielbericht
Die Schweizer besiegen die Schweden im Startspiel mit 3:2. Das defensivere Konzept von Sean Simpson hat sich ein erstes Mal bewährt. Die Schweden wussten lange nicht, wie sie den Abwehrriegel durchbrechen wollten.
Nach der Eröffnungszeremonie, in welcher als Highlight der ehemalige NHL-Star Nicklas Lidström auftrat, ging es im Spiel zwischen den Schweden und der Schweiz ereignisreich los. Die Schweden legten einen erwartungsgemäss hartnäckigen Start hin, bei welchem die Schweizer sofort unter Druck geraten. Als dann Simon Moser nach einem Stockschlag sogar auf die Strafbank musste, wurde es erst recht knapp. Die euphorischen Schweden vermochten diese Chance aber nicht auszunutzen – die Druckphase gipfelte in einem Pfostenschuss von Fransson – sodass sich die Partie später deutlich abkühlte. Die Schweizer mit ihrem gegenüber den letzten beiden Teilnahmen eher defensiveren Spiel konnten das Tempo der Schweden erfolgreich aus dem Spiel nehmen und gestalteten dadurch die Partie ausgeglichen. Als dann gegen Schluss des ersten Abschnittes mit Jimmie Ericsson sogar ein Schwede auf die Strafbank wanderte, machte die Partie die Kehrtwende. Innerhalb von nur wenigen Sekunden traf Severin Blindenbacher den Pfosten und wenig später nach einer weiteren Schweizer-Möglichkeit rettete Gustafsson gerade noch so auf der Linie. Und obwohl die Schweizer den Weg in die Kabinen ohne Torerfolg bestreiten mussten, konnten die Verantwortlichen durchaus zufrieden sein. Das Simpson-Konzept verhinderte einen erfolgreichen Start der Gastgeber in das Weltmeisterschaftsturnier.
Das Spiel der Schweizer bereitete den Schweden auch im zweiten Abschnitt Mühe. Und weil die Gäste gleich mit einer Überzahl beginnen durften, schienen diese die Überhand zu erringen und zu behalten. Als dann Matthias Bieber im gegnerischen Drittel einen Schweden anschoss und damit via Peter Grandberg ins erstmals Schwarze traf, kam für den Gastgeber die dazu passende Hiobsbotschaft. Aber damit nicht genug: Die Schweizer waren besser, während die Schweden nervös schienen und nicht wussten, wie sie gegen die Schweizer agieren sollten. Als dann Nino Niederreiter nach einer Einzelaktion der Sonderklasse, nach einem Dribbling in Torraumnähe auf 2:0 erhöhen konnte, war die Stimmung auf Seiten der Schweden auf dem zwischenzeitlichen Tiefpunkt. Während die Schweizer ihr Team lautstark feierten, lieferte jedoch Philipe Furrer dem Gegner die Möglichkeit zurück ins Spiel zu finden. Nach seinem Foul in Unterzahl erhielten die Gastgeber die Möglichkeit auf 90 Sekunden doppelte Überzahl, die sie mit einem Tor 110 Sekunden vor der Pause dankend annahmen. Nach einem starken Beginn mussten die Schweizer ein Rückschlag hinnehmen, den es in der Pause zu verarbeiten galt.
Dies gelang nicht schlecht. Rasch kehrten die Schweizer im letzten Abschnitt zum gewohnten System zurück und wiesen dabei eine defensiv wichtige Stärke auf. Martin Gerber im Tor der Schweizer konnte seine gute Form aus den schwedischen Meisterschaftsspielen übertragen und hielt, was es zu halten gab. Etwas nervös waren die Schweizer aber, denn als sie in Überzahl eigentlich sogar die Möglichkeit der Vorentscheidung hatten, gelang kaum ein Aufbauspiel. Und auch Reto Suri, der in Unterzahl einen Breakaway hatte und alleine auf Markstrom zugehen konnte scheiterte.
Und so zeichnete sich dann eben eine spannende Schlussphase ab, in welcher die Schweden Mühe hatten, die Defensive der Schweizer zu überwinden. Das nun deutlich hektischere Spiel schienen die teilweise unerfahrenen Schweizer aber mit viel Routine zu beherrschen, denn eigentlich kam nie wirklich das Gefühl auf, Schweden sei im Stande die Partie noch wirklich zu wenden. Erst als sie dann nach einem Foul von Roman Josi in Überzahl agieren konnte, wurde es endgültig und massiv gefährlich vor dem Tor von Martin Gerber. Aber auch hier: Die Brechstange wirkte nicht, die Schweizer blieben cool und liessen sich auch bei sechs gegen vier Feldspieler nicht aus dem Konzept bringen. Als dann Ryan Gardner mit einem Befreiungsschlag die Partie vorentschied, begannen die Freudentänze auf der Tribüne der Schweizer. Zwischenzeitlich verkürzte Hjalmarsson zwar auf 2:3 – dies blieb für die Schweizer glücklicherweise eine Meldung am Rande.
Ein Startspiel nach Wunsch – die Schweizer können dem happigen Startprogramm bereits nach dem Schweden-Spiel etwas positives abgewinnen und holen sich gegen die grosse Hockeynation Schweden mit einem 3:2-Sieg gleich drei Punkte.
Stimmen zum Spiel von Martin Gerber
Schweden – Schweiz 2:3 (0:0, 1:2, 1:1)
Globe Arena. – 12550 Zuschauer (ausverkauft). – SR: Croft/Ronn, Suominen/Valach. – Tore: 23. Bieber (Walker, Blum) 0:1. 29. Niederrreiter (Plüss) 0:2. 39. Fransson (Danielsson, Eriksson/Ausschluss Seger, Furrer) 1:2. 60. (59:27) Gardner (aufs leere Tor) 1:3. 60 (59:38) Hjalmarsson (Tallinder) 2:3. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Schweden. 7mal 2 Minuten gegen Schweiz.
Schweden: Markstrom; Kronwall, Falth; Gustafsson, Tallinder; Granberg, Fransson; Eriksson, Persson, Axelsson; Hjalmarsson, Lundqvist, Jamtin; Lindberg, Ericsson, Landeskog; Jarnkrok, Danielsson, Thornberg.
Schweiz: Gerber; Vauclair, Seger; Blindenbacher, Furrer; von Gunten, Josi; Blum, Grossmann; Niederreiter, Plüss, Moser; Cunti, Bodenmann, Hollenstein; Ambühl, Suri, Gardner; Trachsler, Bieber, Walker.
Bemerkungen: Schweiz ohne Stephan, Bürgler und Monnet (überzählig). 1. Pfostenschuss Fransson. 16. Pfostenschuss Blindenbacher. 50. Pfostenschuss Vauclair. 58. Time-Out Schweden. 58:28-59:27 und 59:38-60:00 Schweden ohne Torwart zu Gunsten eines sechsten Feldspielers.
