Rappi hatte Spezza, die Lions die Punkte

Von Pascal Zingg
Rapperswil-Jona Lakers
0
0 - 0 - 0
ZSC Lions
4
2 - 1 - 1
28.09.2012
National League
Zuschauer: 5161
0:2‧0:1‧0:1
Spielbericht

Die ZSC Lions gewinnen in Rapperswil klar mit 0:4. Dies obwohl bei den Lakers heute Superstar Jason Spezza sei Debut gab. Die Lakers mussten erfahren, dass Eishockey ein Mannschaftssport, der nicht von einem Einzelspieler derart geprägt werden kann, dass die andern nichts mehr tun müssen.

Der Name Jason Spezza war heute Abend das Thema in Rapperswil. Der NHL-Star zeigte vom ersten Einsatz an, was er kann. Der Kanadier spielte wie von einem anderen Stern. Nie zuvor hatte man von einem Rapperswiler eine solche Übersicht und eine solche Passgenauigkeit gesehen. Selbst Trainer Harry Rogenmoser kam aus dem Staunen nicht heraus: „Das ist der beste Spieler, den ich je gesehen habe.“ Auch Sturmpartner Mauro Jörg zeigte sich sichtlich beeindruckt vom neuen Lakers Auländer: „Es ist schon speziell, normalerweise spiele ich mit ihm auf der Playstation, nun stand er plötzlich neben mir in einer Reihe.“

Ein Superstar reicht nicht zum Sieg

So aussergewöhnlich die Leistung von Spezza war, so enttäuschend war auf der anderen Seite das Resultat. Die Lakers verloren sang und klanglos mit 0:4. Zwar hatte man während den ganzen 60 Minuten das Gefühl, dass sie mit den Lions auf Augenhöhe spielten, doch gelang es ihnen nie den Löwen in Bedrängnis zu bringen. Das grosse Problem der Lakers war dabei ihr Abschluss. Allein Topscorer Robbie Earl hatte eine handvoll guter Chancen, die er nicht nutzen konnte. Es muss für Spezza frustierend gewesen sein zu sehen, wie wenig seine Mitspieler aus seinen sehr guten Pässen machten.

Auf der Gegenseite zeigten sich die Lions kaltschnäuzig. Bereits in der achten Minute konnte man einen Verteidigungsfehler der Lakers nutzen. Kenins hatte vor dem Tor quer gelegt und Cunti zum 0:1 vollendet. Zehn Minuten später spielten die Lions ihr erstes Powerplay, das ihnen durch einen Ablenker von Bastl das 2:0 brachte. Fürs zweite Drittel war daher klar, dass die Lakers kein Tor mehr kassieren durften, wollten sie noch eine Chance in diesem Spiel haben. Dies wusste auch David Aebischer, der sein Team erneut lange im Spiel hielt. Nachdem seine Vorderleute jedoch nicht im Stande waren auf 1:2 zu verkürzen, war es schliesslich Matt Lasshoff, der im Anschluss an ein Powerplay das 0:3 bewerkstelligte. Das Spiel war damit entschieden. Obwohl die Lakers auch im letzten Drittel anrannten, blieb ihnen das Tor weiterhin verwehrt. Auf Zürcher Seite stellte Bärtschi derweil kurz vor Schluss auf 0:4.

Wir müssen weiter unser Spiel spielen

Wie immer nach einer Niederlage musste Trainer Harry Rogenmoser nach dem Spiel einige unattraktive Fragen beantworten. Wieso hatte er Spezza zu zwischen Mauro Jörg und Nils Berger und nicht wie am Schluss in der ersten Reihe zwischen Burkhalter und Earl laufen lassen? „Ich glaube, wenn ich Spezza in der ersten Reihe gebracht hätte, hätten sich alle auf Jason und diese Reihe konzentriert. Dann hätten vielleicht auch die anderen nur noch auf diese Linie geschaut. Dies wollte ich vermeiden. Die ersten beiden Linien sollten selber etwas kreieren, dass sie dies können, haben sie in den letzten Spielen bewiesen“, rechtfertigte Rogemoser seine Aufstellung. Der Trainer fügte weiter an, dass man nun trotz NHL-Star das angestammte Spiel der „Wadenbeisser“ beibehalten müsse und nicht etwa versuchen auf dem gleichen Niveau wie Spezza zu agieren. Ob den Lakers dies gelingt wird man bereits Morgen sehen, wenn es gegen den EHC Biel gegen einen direkten Playoffkonkurrenten geht.

Resultat:

0:4