Meister besiegt Vize-Meister – ganz normal, oder?

Von Leroy Ryser

Der Meister der Nationalliga B besiegt den Vizemeister der Nationalliga A. Oder anders ausgedrückt: der SC Bern scheitert auswärts am Underdog SC Langenthal.

Zum ersten Testspiel im heimischen Schoren empfing der SC Langenthal den SC Bern. Ein Derby sozusagen, dem 1576 Zuschauer bei warmen Temperaturen im Schoren beiwohnten. Erst einmal lief es wie erwartet, der SC Bern powerte von Beginn weg und nutzte auch schon die erste Torchance zum 1:0. Marco Müller war es, der nach einem Querpass einschieben konnte. Aber siehe da, der Underdog aus der NLB glich nur wenige Minuten später bereits aus. Marc Kämpf war es, der sich die Scheibe im Zweikampf vor dem gegnerischen Tor erkämpfte und zum 1:1 einschieben konnte. Damit aber noch nicht genug, schon im nächsten Angriff jubelte der amtierende NLB-Meister erneut, als Kelly die Scheibe in die Mitte auf Bodenmann spielte und dieser gekonnt einschob. Verkehrte Welt? Wieso, Meister führt gegen Vize-Meister, wenn dabei der Ligaunterschied auch ein wenig ignoriert wird, schien der SCL im ersten Drittel tatsächlich das bessere Team zu sein.

Im zweiten Abschnitt legten die Stadtberner aber merklich einen Zahn zu. Ihr Spieler wurde schneller, angriffiger und es resultierten mehr Torchancen. Lange Zeit nutzte dies aber gar nichts, denn die Langenthaler standen ähnlich gut wie zuletzt gegen Lausanne. Erst in Überzahl als Ryan Gardner vor dem gegnerischen Tor auftauchte, sollte die Scheibe kurz daraufhin hinter Eichmann im Tor wiederzufinden sein. Die Tatsache, die aber die SCB-Fans jubeln liess, war nicht das Tor, sondern der Passgeber mit der Nummer 61: Kevin Lötscher stand damit erstmals nach seiner langen Verletzung in der Skorerliste.

Zwei Drittel waren gespielt und der Unterklassige war weiterhin im Geschäft. Zwar war es wie erwartet der SCB, der das Spiel machte, von Dominanz oder Überlegenheit war aber nichts zu sehen. Und siehe da: in Überzahl war es erneut der SC Langenthal der vorlegen konnte! Cadonau schoss nach einem Rückpass von Brent Kelly direkt in Richtung Gigon und traf gekonnt ins Schwarze. 3:2, der Meister führte wieder gegen den Vizemeister. Wie man es vom SCL bereits kannte stand in der Folge die Abwehr wie ein Bollwerk. Kein Durchkommen hiess es auch für den eigentlichen kantonsbesten SC Bern. So kam es, wie es kommen musste; der SC Langenthal gewann gegen den grossen Favoriten und besiegt wie auch schon im letzten Jahr (SCL-Tigers) einen NLA-Verein in der Vorbereitung – und dies sogar ohne den noch verletzten letztjährigen Ligatopscorer Jeff Campbell.

SC Langenthal – SC Bern 3:2 (2:1, 0:1, 1:0)

Schoren. – 1576 Zuschauer. – SR: Küng, Huggenberger/Kaderli. – Tore: 4. (3:04) Amstutz (Gardner) 0:1. 5. (4:36) Kämpf 1:1. 10. Bodemann (Kelly, Tschannen) 2:1. 31. Gardner (Lötscher, Danielsson/Ausschluss Lüssy) 2:2. 45. Cadonau (Kelly, Tschannen/Ausschluss Gardner) 3:2. – Strafen: 5mal 2 Minuten gegen Langenthal. 4mal 2 Minuten gegen Bern.

Langenthal: Eichmann; Schefer, Yves Müller; Leuenberger, Bucher; Minder, Wolf; Guyaz, Cadonau; Tschannen, Bodemann, Kelly; Lüssy, Tuffet, Moser; Dommen, Carbis, Kämpf; Hobi, Holenstein, Meyer.

Bern: Gigon; Furrer, Höhener; Collenberg, Hänni; Gerber, Hebeisen; Kreis, Kinrade; Marco Müller, Gardner, Danielsson; Neuenschwander, Randegger, Lötscher; Berger, Bertschy, Schmutz; Amstutz, Scherwey, Deruns.

Bemerkungen: Langenthal ohne Campbell und Lemm (beide geschont). Bern erstmals wieder mit Kevin Lötscher. 56. Time-out SC Langenthal. 59. Time-out SC Bern. 58:52 bis 60:00 SC Bern mit sechstem Feldspieler anstelle von Goalie Gigon. 60. Pfosten Tschannen.

Aktuelle Spiele

Freitag, 10. August 2012

Morzine - Sierre

SCL Tigers - Severstal

Langenthal - Bern

Servette - Fribourg

Thurgau - Rapperswil

Davos - Traktor Tsch.

Kalender

<< August 2012 >>
MoDiMiDoFrSaSo
  12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031