EHC Visp gewinnt Walliser Derby

Von Patrik Gattlen
EHC Visp
4
2 - 0 - 2
HC Sierre
3
0 - 1 - 2
18.10.2011
Swiss League
Zuschauer: 4052
2:0‧0:1‧2:2
Spielbericht

Die Visper dominierten das Spiel über weite Strecken, mussten aber bis zum Schluss zittern.

Was für ein Start in das zweite Derby der Saison. Keine 60 Sekunden waren gespielt und schon hätten beide Mannschaften das Führungstor erzielen können. Dolana und Cormier wechselten sich mit Chancen ab. Doch die Torhüter liessen die Scheibe nicht passieren. Was schnell begann, sollte auch so weitergehen. In der 5. Minute musste Heldstab auf die Strafbank. Die Sonnenstädter vermochten diese Überzahl aber nicht zu nützen. Ganz im Gegenteil, die Einheimischen erkämpften sich die Scheibe und Zeiter konnte auf Zerzuben losziehen. Der erste Schuss wurde ungenügend abgewehrt, sodass Zeiter beim Nachschuss das Tor offen vor sich hatte und das 1 zu 0 aus Sicht der Oberwalliser erzielen konnte. In der Folge war Visp die dominierende Mannschaft. Sierre vermochte nur zu überzeugen, wenn die erste Linie um Cormier auf dem Eis stand. Alle anderen Linien produzierten zu viele Fehler. Die Visper hingegen kamen zu Chancen über alle vier Linien verteilt. Zerzuben konnte sich im ersten Drittel nicht beklagen, zu wenig Arbeit zu haben. In der 17. Minute dann der verdiente Lohn für das Visper Anrennen. Pasqualino konnte einen schönen Pass von Forget verwerten. Forget spielte die Scheibe hinter dem Tor hervor genau auf die Kelle von Pasqualino. In der darauffolgenden Strafe gegen den HC Sierre hätten die Visper gar noch auf drei Tore erhöhen können, aber Zerzuben rettete mirakulös. Den Mittelwallisern fiel im ersten Drittel kein Mittel ein um die Visper Abwehr zu knacken.

Die Visper schlossen da an, wo sie im ersten Drittel aufhörten. Mit Offensivpower pur überrannten sie die Siderser Abwehr. Begünstigt wurden die Visper von den vielen Strafen gegen den HC Sierre. In den ersten zehn Minuten mussten nicht weniger als drei Spieler von Sierre auf die Strafbank. Zur Abwechslung nahm dann Forget auf der Bank Platz, ehe wieder die Siderser an den Reihe waren. Die Visper bis zu diesem Zeitpunkt klar überlegen, konnten all ihre Chancen nicht in Tore ummünzen. Wer die Tore nicht macht wird sie erhalten. Diese alte Sportweisheit zeigte sich auch in diesem Spiel. Als Dällenbach auf der Strafbank sass, zog sein Mitspieler Bonnet los und erzielte in Unterzahl den Anschlusstreffer zum 2:1. Schoder hatte während des gesamten Mitteldrittels nur ein paar wenige Schüsse abzuwehren. Gegen das Tor war er machtlos. Somit kam wieder Spannung ins Spiel zurück, indem der EHC Visp dominierte. In der 39. Minute konnte Pasqualino nur noch irregulär gestoppt werden. Den fälligen Penalty machte Zerzuben zunichte. So ging es mit einer knappen Führung der Oberwalliser in die zweite Pause.

Sierre war zwar jene Mannschaft, welche zuerst aufs Eis kam. Wacher war aber der EHC Visp. 19 Sekunden nach Wiederbeginn erzielte Brunold das 3:1 aus Sicht der Visper. Brunold überlistete Zerzuben über die Stockhand und liess diesem keine Chance. Nur Sekunden später knallte Füglisters Schuss vom Pfosten zurück. Das wäre wohl die endgültige Entscheidung gewesen. Sierre konnte zwar in der Folge wieder mit einem Mann antreten, doch sie konnten den Rückstand nicht verringern. Ganz anders der EHC Visp. Das frühe Tor gab den Gastgebern neues Selbstvertrauen. Portner erzielte das 4:1. Zu diesem Zeitpunkt waren knappe 47 Minuten gespielt. Die Entscheidung war gefallen. Die Visper hatten die Pflicht erfüllt und konnten nun zur Kür ansetzen. In der 52. Minute sass Wiedmer draussen und das veranlasste Samuelson seinen Torhüter für 41 Sekunden vom Eis zu nehmen und durch eine sechsten Feldspieler zu ersetzen. Diese Massnahme blieb allerdings erfolglos. In der 54. Minute konnten die Mittelwalliser dann doch noch ein Tor bejubeln. Der Anschlusstreffer war ein Gestochere vor Schoder. Der Schiedsrichter Kämpfer gab den Treffer erst nach einer kurzen Diskussion mit seinen Linesman. Nun kamen auch noch die Emotionen ins Spiel. Schoder sagte dem Schiedsrichter lautstark seine Meinung und als das Spiel unterbrochen wurde, schoss ein Siderser Spieler den Puck aufs Tor. Furrer und Gartmann gerieten sich in die Haare. Den anschliessenden Boxkampf gewann Furrer nach Punkten. Doch an der Bande kam es zu einer weiteren Rauferei zwischen Füglister und Bonnet. Es gab viele Strafen, doch auf dem Feld wurde mit 4 gegen 4 weitergespielt. Knappe 3 Minuten vor Schluss kam nochmals Spannung auf. Gay brachte seine Farben bis auf ein Tor heran. Für die Vorarbeit zeigte sich Cormier verantwortlich.

EHC Visp – HC Sierre 4:3 (2:0;0:1;2:2)

Litternahalle, 4052 Zuschauer

Kämpfer; Huguet, Wermeille

Visp 9x2‘; 1x10‘ (Heynen)

Sierre 9x2‘; 1x5‘ (Bonnet)

6. Zeiter (4-5) 1:0; 17. Pasqualino (Forget; Heldstab) 2:0; 36. Bonnet (4-5) 2:1; 41. Brunold (Triulzi; Dolana) 3:1; 47. Portner (Forget; Loichat) 4:1; 54. Zanetti (Gay; Nendaz) 4:2; 58. Gay (Cormier) 4:3;

EHC Visp: Schoder; Heynen, Heldstab, Loichat, Forget, Pasqualino; Schüpbach, Anthamatten, Dolana, Brunold, Triulzi; Wiedmer, Mettler, Füglister, Zeiter, Furrer; Portner Rüegg, Mathez, Keller, Joss

HC Sierre: Zerzuben; Gartmann, Dällenbach, Wirz, Cormier, Svenson; Bagnoud, Snell, Reber, Bonnet, Paterlini; Marghitola, Mattioli, Nendaz, Zanetti, Gay; Guyenet, Schaad, Scherwey, Dousse, Goi

Bemerkungen: Visp ohne Tremblay (verletzt); Sierre ohne Summermatter, Di Pietro und Jinman (alle verletzt); 46:58 Time Out Sierre; 51:10 – 51:51 und 59:30 - 60:00Sierre ohne Torhüter;

Resultat:

4:3

A. Brunold, M. Zeiter, P. Portner, A. Pasqualino
M. Zanetti, J. Bonnet, N. Gay