Kantersieg für Basel, Tag der offenen Tore bei Biel
EHC Basel
EHC Biel
Spielbericht
Der EHC Basel gewinnt auch sein neuntes Heimspiel in Folge gegen den EHC Biel. Dank deutlich mehr Ordnung und Kraft im offensiven wie auch defensiven Spiel reagierte man schnell auf den früheren Gegentreffer (Rubin traf nach 41 Sekunden zum 0:1) und konnte mit einem 9:1-Kantersieg den Fans etwas bieten.
Seit der Freistellung von Trainer Charly Oppliger kam der EHC Biel in drei Spielen zu ebenso vielen Siegen. Im Auswärtsspiel beim EHC Basel erfolgte damit ein Härtetest, zumal man seit vier Jahren in Basel nicht mehr gewinnen konnte. Der neue Trainer Kim Collins möchte das Team zu mehr Ordnung und besserer Defensivarbeit führen, doch das Spiel begann mit einem Tag der offenen Tore. Nach 41 Sekunden schoss Daniel Rubin die Bieler zwar kalt in Führung, doch hinterliess man in der Abwehr danach eine schlechtere Figur als die Basler beim frühen Gegentreffer. Zuvor provozierten die Basler Fans noch die Gäste mit einem Spruchband, dass man Choreographien nur gegen Topteams mache und liessen es sein. Dass die Bieler Spieler diesem Spruchband aber derart Folge leisten würden, hätten wohl auch die knapp 2000 Zuschauer nicht gedacht. Markus Wüthrich glich 79 Sekunden nach dem Bieler Tor mit einem Weitschuss aus. Und nachdem Jesse Bélanger – der Liga-Topscorer wartet nunmehr seit 361 Minuten auf ein Tor – im Konter den Shorthander verpasste, fuhr der Basler Stürmer Rolf Badertscher Slalom durch die Bieler Abwehr und traf aus seiner erreichten Schussposition zum 2:1. Nur fünf Minuten später stand es gar 3:1, als der Verteidiger Ronny Keller bei seinem Debüt für den EHC Basel traf, nachdem ein Pass von Adrian Gerber von seinem Stock ins Tor sprang.
Auch im Mitteldrittel bot sich ein ähnliches Bild: Basel war zwar nicht klar dominierend, doch bei den Gästen aus dem Seeland fehlte die Ordnung. Stefan Schnyder erzielte so nach 27 Minuten das 4:1 und dann hatte auch noch Juha Riihijärvi seine Auftritte. Riihijärvi, der mit Adduktorenproblemen für den mit einer Rückenverletzung ausgefallenen Adrian Plavsic die Schlittschuhe schnüren musste, wurde praktisch nur in Powerplay-Situationen und als Scharfschütze von der blauen Linie aufgestellt. Doch in seinen paar Minuten Eiszeit machte er die Arbeit ordentlich. In der 31. Minute traf er auf Pass des Verteidigers Markus Wüthrich und in der 37. Minute landete sein Weitschuss via eines Bieler Verteidigers ins Tor zum 6:1.
Und weil ein Spiel (mindestens) drei Drittel dauert, war es noch nicht das Ende des Bieler Debakels. Nachdem Riihijärvi seinen Doppelschlag hatte, war mit Jarno Peltonen der andere Finne an der Reihe: 44 Sekunden nach Drittelsbeginn traf der Topscorer mit Schweizer Lizenz und 89 Sekunden später folgte sein Powerplay-Tor mit einem Weitschuss zum 8:1. Noch knapp 18 Minuten blieben den Baslern zu diesem Zeitpunkt für das Stängeli. Wer will noch mal, wer hat noch nicht? In der 50. Minute traf auch noch die zweite Neuverpflichtung Sandro Tschuor mit dem Powerplay-Treffer zum 9:1 und krönte so seine starke Leistung bei der Heimpremiere.
Zu mehr reichte es nicht, auch so wurde aufgezeigt, dass die Bieler derzeit für höhere Ansprüche nicht genügen und Collins noch viel zu tun hat, wenn die Seeländer auch gegen Teams in guter Verfassung mithalten wollen. Bedenklich ist nicht nur die defensive Unordnung, sondern auch dass die Ausländer kaum Akzente setzen konnte. Der NHL-Profi Ben Clymer fiel kaum auf und Jesse Bélanger als Ligatopscorer wirkte bei seinen Aktionen derart verunsichert, dass er trotz guter Abschlussmöglichkeiten seine Torflaute weiter verlängerte. So fielen bei den Bielern einzig die Gästefans auf, welche auch nach den vielen Gegentoren ihre Mannschaft (wirkungslos) anfeuerten und so der Heimkurve Paroli bieten konnte. Auffällig auch, wie gehässig das baslerisch-bielerische Duell war und so fast ein bisschen Playoff-Stimmung aufkam. Ganze 25 Zweiminuten-Strafen hatte der Schiedsrichter Markus Kämpfer angezeigt, davon ein Grossteil nicht aus dem Spiel heraus.
