Zwei Drittel Arbeit, ein Drittel Vergnügen

Von Urs Berger
SC Bern
5
3 - 2 - 0
Lausanne HC
2
1 - 1 - 0
30.10.2004
National League
Zuschauer: 14533
3:1‧2:1‧0:0
Spielbericht

Der Gastgeber am heutigen Spiel in der BernArena wusste vor dem Spiel nicht, dass sie zwei Drittel hart arbeiten mussten und im Dritten sich der Vorbereitung auf das Spiel gegen den HC Davos widmen konnten. Die Lausanner, welche schon früh entscheidend mit 3 – 1 im hinter treffen lagen, waren nicht die Mannschaft, wie man sie nach den starken Auftritten der Vergangenheit gewohnt war. Nichts schien zusammen zu passen und zu wenig Emotionen waren im Spiel der Gäste auszumachen. So gewann der Meister dieses Aufeinandertreffen problemlos mit 5 zu 2 Toren.

Der SC Bern musste heute Abend in der BernArena auf Wiedergutmachung spielen. Zu einfach liessen sich die Berner gestern den Sieg in Zug „von der Schaufel nehmen“ und konnten nach der 30. Minute nur noch durch unnötige Fouls auftrumpfen. Schon im ersten Drittel sah man einen veränderten SC Bern am Werk, der von der ersten Minute an Druck auf das Tor vom Thomas Berger entwickelte und so hiess es nach 95 Sekunden bereits 1 – 0 für die Gastgeber. Daniel Brière verwertete den Abpraller von Berger nach einem Schuss von Yves Sarault, dessen Vater am spiel weilte, in die hohe Ecke. Die Führung währte jedoch nicht lange und die Lausanner konnten nach einer Traumkombination und einem Stellungsfehler in der Berner Verteidigung zum 1 – 1 ausgleichen. Bashkirov wurde in dieser Szene mustergültig von Sascha Weibel lanciert und der bedauernswerte Marco Bührer hatte keine Chance den genauen Schuss vom Russen abzuwehren. Danach schien sich das Spiel wie gestern in Zug zu entwickeln. Immer wieder stellte Trainer Alan Haworth die Linien um und fand keine konstante Zusammenstellung der Formationen. Zusätzlich wurde aber seine Arbeit durch den sehr kleinlich pfeifenden Schiedsrichter Mandioni behindert. So mussten die Berner in der vierten Minute mit nur drei Spielern auskommen. Doch nach sechs Minuten war wieder Ordnung im Spiel der Berner und sie machten nun eindeutig mehr für das Spiel. Immer wieder tauchten sie mit schnellen Kombinationen vor Torhüter Berger auf und versuchten diesen zu bezwingen. Dennoch wollte die Scheibe nie hinter die Torlinie. Als dann Eric Landry wegen einem hohen Stock auf die Strafbank musste, konnten die beiden NHL–Spieler in Diensten des SC Bern ihre Klasse aufblitzen lassen und brachten die Gastgeber mit 2 – 1 in Führung. Nun konnten die Berner immer wieder auf das Tor der Gäste fahren und versuchten mit schnellem Einschiessen der Scheibe das Spiel schnell zu machen. Diese Arbeit trug dann in der 15. Minute ein weiteres mal Früchte und so gingen die Berner mit einem nicht ganz unverdienten 3 – 1 in die Pause.

Der Mittellabschnitt begann wie der Erste geendet hatte. Die Berner befanden sich mehrheitlich in der Vorwärtsbewegung, die Lausanner in der Defensive. Bei Lausanne, welches zu Beginn der Saison zu überzeugen vermochte, konnte den Meister nie herausfordern und verlor die meisten Zweikämpfe an den Banden und im Slot. So konnten die Berner, vor allem wenn die Linie mit Brière, Heatley und Sarault auf dem Eis stand, Eishockey zelebrieren und schöne Spielzüge vor dem Tor der Gäste ausführen. Dennoch brauchte es den Exploit des erst 19-jährigen Phillippe Furrer, der via Latte und Rücken von Berger zum 4 – 1 erhöhen konnte. Danach legten die Berner nochmals zu und machten noch mehr Druck. Bordeleau konnte zum 5 – 1 erhöhen. 71 Sekunden später stockte den meisten der 14533 Zuschauern der Atem und es hiess 5 – 2 für Lausanne. Was war geschehen? Marco Bührer wollte eine Scheibe vor dem angreifenden Lausanner wegspedieren, konnte diese aber nicht entscheidend wegspielen. Nun wechselte er seine Rolle und spielte Verteidiger, ging dem Lausanner tief in die Ecke nach und vergass dabei seine Aufgabe, das Tor zu hüten. So konnten die Lausanner das 5 – 2 erzielen. Nun kamen aber die Berner wieder in Fahrt und Caryl Neuenschwander scheiterte in der 38. Minute nur knapp an Berger, als dieser alleine auf das Tor der Lausanner ziehen konnte. Die Gäste konnten also froh sein, dass es zur zweiten Pause nicht bereits 6 – 2 hiess.

Das letzte Drittel war für die Berner nur noch ein vorbereiten und ein Training auf das nächste schwere Heimspiel gegen den HC Davos in der BernArena. Die Berner liessen dem Gegner nun wieder mehr Raum für deren Angriffe, kontrollierten aber das Spielgeschehen zu jeder Zeit. So kam es zu mehreren heissen Szenen vor Torhüter Berger. Doch die Berner waren nicht in der Lage, etwas für das bedenkliche Torverhältnis zu tun oder wollten es nicht. Das Spiel plätscherte nun dahin und aus der lockeren Trainingseinheit, welche den Zuschauern nun geboten wurde, konnte keine der beiden Mannschaften resultatmässig profitieren.

Bei den Bernern fiel auf, das im letzen Drittel hauptsächlich die jungen Spieler zum Einsatz kamen und diese auch mit Bravour meisterten. Dennoch muss man die Leistung der beiden Spieler Daniel Brière und Danny Heatley hervorheben. Beide Spieler standen vor allem in den ersten beiden Drittel viel auf dem Eis ( Total 24 Einsätze Heatley, 23 Einsätze Brière) und waren so ein sicherer Wert für die Berner. Auch bei den Bullies überragte Brière mit Total15 Bullies, wovon er deren 11 gewann. Bei den Schüssen brillierte Heatly mit 11 zu 6 Schüssen gegenüber Brière. Natürlich sagen diese Zahlen nicht alles, aber sie unterstreichen die Wichtigkeit der beiden Spieler für den SC Bern. Was wäre die Berner Offensive ohne diese beiden Spieler der Extraklasse? Ein laues Lüftchen anstelle eines Herbststurmes? Erzielten sich doch deren 8 Scorerpunkte von Total 15 und waren bei allen Berner Toren beteiligt.

Resultat:

5:2

D. Heatley (2), P. Furrer, S. Bordeleau, D. Brière
A. Bashkirov, P. Schaller