U20: Aufstieg ein Muss

Von Urs Berger

Vom kommenden Sonntag an kämpfen die Schweizer Junioren um den sofortigen Wiederaufstieg unter die besten zehn der Welt. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Schweizer ein perfektes Turnier spielen. Ob ihnen dies gelingen wird?

Wie in den letzen Jahren üblich konnte Köbi Kölliker erneut nicht die ganze Saison mit seiner Nationalmannschaft gegen die Clubs der National League B spielen. Total 62 Spieler setzte der Junioren-Nationaltrainer in den Spielen gegen die Mannschaften aus der zweithöchsten Liga der Schweiz ein. Die Stammspieler, welche in der National League A spielten, kamen in dieser Phase nur teilweise oder gar nicht (Roman Josi) zum Einsatz. So wurde von den Profiklubs erneut beweisen, dass sie das Programm der U20-Nationalmannschaft nicht so richtig unterstützenswert empfinden. So gesehen wurde das Programm, welches seit drei Jahren durchgeführt wird, erneut untergraben. Bedenklich, wenn man denkt, dass die Schweizer Junioren in diesem Jahr nur B-Klassig sind. Und ein Armutszeugnis für das Schweizer Eishockey. Wann erwachen die Verantwortlichen in den Clubs endlich? Vermutlich erst, wenn es zu spät ist.

NLB Einsatz - Fragliche Aufgebote

Bereits der letztjährige Abstieg war ein Abstieg mit Ankündigung. In der Vorbereitung wurden 79 verschiedene Spieler gegen die NLB-Clubs eingesetzt. In diesem Jahr wurden bei den Spielen gegen die B-Teams "nur" 62 Spieler getestet. Kölliker konnte nie mit dem richtigen Kader spielen, das er dann zur U20-Weltmeisterschaft in Tschechien aufbot. Dazu kamen einige Spieler aus Kanada, welche das Gerüst der U20-Nationalmannschaft stabilisieren und verstärken sollten. Diese waren denn, bis auf einige wenige Ausnahmen, auch die erwünschten Verstärkungen. Dennoch haben auch sie in den entscheidenden Spielen nicht ihr Optimum abgerufen und liefen teilweise wirr auf dem Eis umher. Ob dies an der schlechten Stimmung innerhalb des Teams zuzuschreiben ist, entzieht sich unserem Wissen. Dennoch hatte man das Gefühl, dass innerhalb des Teams eine klare Hierarchie herrschte und diese zu sehr gelebt wurde. Zu wenig setzen sich einige Spieler für das Wohl des Landes ein und spielten mehrheitlich nur für die Galerie. Kann man dieses Jahr Tempi Passati sagen?

Zwischen Hoffen und Bangen

Sieht man auf die Vorbereitungen zurück, so hat man ein gemischtes Gefühl. Einerseits vermochten die Spieler in den Länderspielen die Mehrzahl der Spiele für sich zu entscheiden. Anders sah es in den NLB-Spielen aus. Aus 11 Spielen resultierten ein Sieg und eine Niederlage nach Verlängerung. Mit einem Torverhältnis von 26:55 war man das bisher schlechteste Team, welches in der National League zum Einsatz kam. Diese zwei Gesichter der Mannschaft verwirren und lassen mehr unbeantwortete Fragen denn genügend Aufschlüsse zu, wie der Verlauf der Weltmeisterschaft sein wird. Ob dies auf die Mannschaft in Herisau abfärben wird? Denn der Aufstieg ist in diesem Jahr ist ein Muss. Alles andere würde das Schweizer Eishockey und den Verband vor unbequemen Fragen stellen. Eine Änderung der Vereins- und Verbandspolitik wäre dann nicht mehr abzuwenden. Inklusive allfälliger Personalkonsequenzen.