Der heutige HCD-Goalie Reto Berra spielte vor zwei Jahren für die U20-Nati in Vancouver. - Foto: Thomas Oswald
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Der OHL-Star Yannick Weber kommt erneut zur U20-WM. - Foto: Martin Merk
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Über Roman Josi wurde an der U20-WM berichtet, bevor er in Bern bekannt wurde. - Foto: Martin Merk
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Basels Julian Walker an der U20-WM 2005/06. - Foto: Thomas Oswald
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SCL Tiger Mathias Joggi an der U20-WM 2005/06. - Foto: Thomas Oswald
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Zugs Raphael Diaz gegen die USA. - Foto: Thomas Oswald
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U20-Weltmeiterschaften im Spiegel der Zeit

Von Urs Berger

Was haben Dale McCourt und Patrik Bärtschi gemeinsam? Oder Peter Forsberg und Dieter Hegen? Alle waren an mindestens einer Juniorenweltmeisterschaft die Topscorer. Wer dieses Jahr mit der Auszeichnung des besten Punkteproduzenten nach Hause fahren wird, wird an der kommenden Weltmeisterschaft in Pardubice und Liberec (Tschechien) ausgespielt. Hockeyfans.ch schaut auf 32 Jahre Juniorenweltmeisterschaft zurück.

Das erste Turnier der Juniorenteams hatte noch nicht das Siegel einer offiziellen Weltmeisterschaft und war ein Einladungsturnier des Veranstalters. So spielten 1974 in St. Petersburg, das damals noch Leningrad hiess, erst sechs Mannschaften um den Titel des Weltmeisters. Nach und nach begann sich auch der internationale Verband für das Turnier zu interessieren. So entschied dieser unter der Leitung von Günther Sabetzki die Initiative der sechs Gründer Nationen, Russland, Finnland, Canada, Schweden, USA und der Tschechoslowakei, in eine Weltmeisterschaft zu überführen. So kam es, dass in der damaligen Tschechoslowakei in Banska Bytsrica und Zvolen das erste Spiel der Juniorenweltmeisterschaft stattfand. Der damalige Gastgeber konnte das Turnier auf dem dritten Platz abschliessen. Den ersten Weltmeistertitel holten die Spieler aus der damaligen Sowjetunion. Die Schweizer Junioren nahmen an diesem ersten Turnier nicht teil. Erst ein Jahr später reisten die Schweizer an die U20-Weltmeisterschaften nach Kanada. Doch sie vermochten nicht zu überzeugen und verloren alles Spiele mit einem Torverhältnis von 7:69. Die Schweizer bekundeten weiter Mühe und waren lange eine Liftmannschaft, welche des Öfteren in der B-Gruppe spielte. Doch nach und nach fand man den Anschluss an die besten der Welt. So kann man sich den nun auch unter den besten acht Mannschaften der Welt halten.

Schweizer entwickeln sich

Wie die Schweizer Nationalmannschaft, so entwickelte sich auch das Turnier immer weiter. War das Turnier zu Beginn nur einem kleinen Kreis bekannt, so stiegen mit dem Status einer offiziellen Weltmeisterschaft die Bekanntheit und das Vermarktungspotential. So entwickelte sich das Turnier zu einem Höhepunkt für die jungen Spieler. Vermehrt wurden auch die Talentspäher der nordamerikanischen Profiligen auf die Juniorenweltmeisterschaften aufmerksam. Doch auch die NHL musste zuerst eine Erneuerung und einer Erweiterung über sich ergehen lassen, ehe sie merkte, wie wichtig die Juniorenweltmeisterschaften sind. Vor der Expansion und der Gründung der WHA wurden die Spieler lange im eigenen Land gefunden und gefördert. Doch als man die Konkurrenzliga in der NHL integrierte und so von sechs auf zwölf Teams aufstockte, und später auf 24, gab es immer weniger Spieler, welche den Ansprüchen der Liga genügten. So führten die nordamerikanischen NHL-Clubs mit ihrem Scouting eines der besten Systeme ein, um junge Spieler so früh wie möglich zu erkennen und zu fördern. So kamen vermehrt Spieler aus dem westlichen Europa in die Teams der nordamerikanischen Liga. Auch Schweizer Spieler, wie Sergio Soguel oder Patrick Howald wurden in diesem System beobachtet und von den NHL-Clubs im Draft ausgewählt. Doch sie konnten nicht in Nordamerika reüssieren. Jahre später sollte mit Pauli Jaks der erste Schweizer seinen Einstand in der NHL feiern, ehe dann David Aebischer als erster Spieler in der NHL einen Stammplatz erkämpfen konnte. Doch heute ist der ehemalige Fribourger wieder zurück in der Schweiz und man kann davon ausgehen, dass seine Karriere in der NHL zu Ende gegangen ist. Andere junge Spieler, welche an der Juniorenweltmeisterschaft zu brillieren vermochten, stossen nach und machen dem Schweizer Torhüter den Platz in einem Team der NHL streitig.

Als die Lichter ausgingen

Kehren wir aber wieder in die Geschichte der Junioren-Weltmeisterschaft zurück. In dieser jungen Geschichte geschah das eine oder andere, der eine oder andere Star des Welteishockeys wurde geboren. So war Peter Forsberg einer der bestimmenden Spieler, welcher sich dann auch an der NHL durch zu setzen vermochte. Mit seinen 31 Punkten (7 Tore und 24 Assists) an U20-Weltmeisterschaften vermochte er die Scouts zu überzeugen und für sich zu gewinnen. Bis jetzt konnte niemand diese Punkte übertreffen oder nur in die Nähe kommen. Nur der Tscheche Robert Reichel kam bis auf zehn Punkte an den Schweden heran. Es gab auch Schattenseiten an den Weltmeisterschaften. So kam es in Piestany 1987 zwischen Kanada und der Sowjetunion zu einer Massenschlägerei. Im Verlaufe der Auseinandersetzung mussten die Verantwortlichen das Licht ausschalten. Erst als dieses ausgeschaltet wurde konnten sich die Beteiligten beruhigen. Die Konsequenz aus der wohl grössten Auseinandersetzung der Eishockeygeschichte war, dass man die beiden Mannschaften aus dem Turnier ausgeschlossen hat und die Finnen den Titel gewinnen konnten.

Vermarktung zwingt IIHF zum Handeln

In der Neuzeit der Juniorenweltmeisterschaft wurde auch die Vermarktung immer professioneller. Den bisherigen Höhepunkt dieser neuen Ausrichtung erreichte das Turnier im Jahre 2005 in den USA in Grand Forks. Dies wurde auch davon begünstigt, dass in diesem Jahr keine NHL-Spiele ausgetragen wurde. Der kanadische Fernsehsender TSN übertrug die Spiele der USA und Kanadas live, welche eine hohe Zuschauerresonanz erreichten. Ein Jahr später in Vancouver konnten die Fernsehanstalten erneut mit guten Zuschauerzahlen aufwarten. Das Finale zwischen Russland und Kanada wurde zu einem Quotenrenner in Kanada und konnte so die Vermarkter und die Werber in Kanada und den USA überzeugen. So entschieden die verantwortlichen der IIHF, die Juniorenweltmeisterschaften von 2009 bis 2012 in Nordamerika abzuhalten. In diesem Markt sieht man die Entwicklung des Junioren-Eishockeys als ein grosses Plus an. Anders ist die Ausgangslage in Europa. Dort werden die Spiele teilweise vor leeren Rängen ausgetragen und vermögen nicht manchen Eishockey-Begeisterten hinter dem Ofen hervor zu locken. So waren in Mora und Leksand in Schweden die Spiele zwar gut besucht aber, bis auf ein Spiel, nie ausverkauft. Anders ist die Ausgangslage in Nordamerika. In den Stadien herrscht eine einmalige Stimmung und die Fans unterstützen die Nachwuchshoffnungen der Länder lautstark. So oder so werden in den kommenden Jahren die Weltmeisterschaften der Junioren vermehrt zu einem Medienspektakel werden. Die Frage ist nur, wann die europäischen Medien davon Kenntnis nehmen werden und den einen oder anderen Match im Fernsehen vive übertragen wird. Bis dahin werden wohl nach einige Jahre vergehen, in denen die Junioren-Weltmeisterschaft in Europa unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden wird. Eigentlich schade, wenn man bedenkt, dass die besten Junioren der Welt aufeinander treffen und ohne grosse taktische Fesseln spielen können.



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