Background U20-WM 2006/07

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Bykov junior gegen sein "Vaterland"

Von Martin Merk

Morgen bestreit die Schweiz ihr zweites Spiel an der U20-WM. Nach Weissrussland folgt der grosse Nachbar Russland. Machbar - oder eine unüberwindbare Mauer? Auf grosses Interesse stösst dabei auch der Name Andrej Bykov.

Wenn man als Schweizer derzeit in Mora von russischen Journalistinnen und Journalisten angesprochen wird, so wird das Gespräch bald zu Andrej Bykov geführt. "Ihr habt da ja einen Russen im Team", wird man fragend nach Kommentaren hingewiesen. Der Sohn des russischen Nationaltrainers Vjacheslav Bykov, langjähriger Spieler von Fribourg-Gottéron und der "Sbornaja", spielt in der Tat für die Schweiz. Lange hatte er sich reglementarisch offen gehalten, für welche Nation er spielen soll. Soll er in Vaters Fussstapfen treten und für Russland spielen? Oder aber für die Schweiz, wo er seit seiner frühen Kindheit lebt, aufgewachsen ist und die Eishockey-Ausbildung genossen hat? Der Schweizerische Eishockey-Verband konnte Bykov junior überzeugen und so bestritt der 19-Jährige dieses Jahr erstmals Ernstkämpfe in rot-weiss, stieg mit der U18-Nationalmannschaft im letzten Frühjahr auf. Dass sein erstes Pflichtspiel gegen das "Vaterland" Russland ein spezielles sein wird, erkennt man daher nicht nur an den Reaktionen aus Russland. Und vielleicht wird ja später auch einmal sein Vater in Schweden vorbeischauen, dessen Terminplan allerdings eng bestückt ist, trainiert er doch auch den ZSKA Moskau, derzeit mitten im Meisterschaftsbetrieb stehend.

Doch ohnehin wird bei den Schweizern mehr von der Teamarbeit als von einem einzelnen Spieler abhängen. Teamarbeit, harter Einsatz und Stabilität haben gegen die russische Mentalität schon oft weitergeholfen. Und ohnehin hält sich bei den Schweizern die Ehrfurcht vor der "Sbornaja" in Grenzen. "Die sind zu packen!", hört man immer wieder. Die Russen, welche dieses Jahr keinen divenhaften Superstar à la Alexander Ovechkin mehr vorzuweisen haben, der im Wesentlichen das Spielgeschehen bestimmen kann und die Seele im Team wäre. Doch auch ohne Jahrzehnttalente werden die Russen mit Offensivgewalt, schnellen Spielzügen und Puckverliebtheit für Gefahr sorgen. Konzentration bis zum Ende ist gefragt. Dessen wird man sich bewusst sein, denn die letzte Begegnung an einer U20-WM ging vor zwei Jahren mit solchen Aspekten 1:6 verloren.


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