Background U20-WM 2005/06

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U20-WM: Einer für alle, alle für einen

Von Urs Berger

Vorbei sind die Bronze-Zeiten, welche mit David Aebischer im Tor, Michel Riesen, Thomas Ziegler, Björn Christen, Adrian Wichser, Alex Chatlain, Julien Vauclair, Flavien Conne und Marc Reichert im Sturm, sowie Patrick Fischer II und Jan von Arx in der Verteidigung und als zweiten Torhüter Marco Bührer erreichen konnten. Die Architekten des Erfolges, Bill Gilligan und Alfred Bohren, widmen sich anderen Aufgaben in der Schweizer Eishockeyszene. Zurückgeblieben ist eine Juniorenförderung, die zwar gut ist, aber noch nicht das Niveau der anderen teilnehmenden Nationen erreicht hat. Die Schweizer werden auch dieses Jahr um den Ligaerhalt spielen müssen. Wie immer, ist man sich fast gewohnt zu sagen. Denn in den letzen Jahren haben die Schweizer immer auf dem 8. Schlussrang abgeschlossen. Auch dieses Jahr wieder? Die Hoffnung auf eine bessere Klassierung ist klein, aber doch vorhanden.

Das erste Spiel der Schweizer kann in der Weltmeisterschaft in Vancouver, Kelowna und Kamloops bereits eine Vorentscheidung bringen. In diesem ersten Spiel starten die jungen Eisgenossen gegen den unbekannten Aufsteiger aus Norwegen. Die Norweger sind im Juniorenweltranking auf der neunten Position gesetzt. Das beste Resultat der Skandinavier liegt 15 Jahre zurück und war 1990 mit einem sechsten Platz in Turku (Finnland). Es würde an ein Wunder grenzen, sollten die Norweger den Ligaerhalt erreichen und die Schweizer besiegen. Doch Wunder können an Turnieren viele geschehen.

Ein Wunder muss geschehen, wenn die Schweizer gegen die erste nordamerikanische Auswahl, die Kanadier, spielen werden. Die Kanadier sind klare Turnierfavoriten. Das Team kann sich eine Niederlage gegen die kleinen Nationen nicht erlauben, verfügen die Kanadier doch über elf Erstrunden-Drafts in ihrem Team. Als letztjähriger Titelverteidiger sind die Kanadier dennoch in der Favoritenrolle, auch wenn dies die nationalen Medien nicht wahr haben wollen. Ähnlich geht es den US-Boys. Angeführt vom möglichen Nummer-1-Draft des nächsten Jahres, Phil Kessel, wollen sie den letztjährigen vierten Platz zu Hause in Grand Forks vergessen machen und um einen Platz unter den ersten zwei mitspielen. Auch hier wäre ein Sieg der Schweizer gegen die Amerikaner eine Überraschung. Doch letztes Jahr war die Überraschung sehr nahe und die jungen Eisgenossen haben nur durch zwei individuelle Fehler eine durchaus mögliche Überraschung vergeben.

In der letzen Partie in der Vorrunde treffen die Schweizer auf das Team aus Finnland. Wie schon letztes Jahr wird dies wohl das entscheidende Spiel sein, ob die Schweizer unter die letzen sechs Teams kommen oder nicht. Doch die Skandinavier scheinen durchaus in der Reichweite der Schweizer zu liegen. An der letzen U18-Weltmeisterschaft in der Tschechei vermochten die Finnen nicht zu überzeugen und mussten, wie die Schweizer, in die Abstiegsrunde. In dieser gewannen sie aber, entgegen den Schweizern, jedes weitere Spiel. Die Frage stellt sich nur, können die Schweizer den guten Torhüter Tuuka Rask mit einem Tor mehr bezwingen als die Finnen erzielen?

Die Schweizer U20-Nationalmannschaft hat es also selber in der Hand, den vorzeitigen Ligaerhalt zu erreichen, ohne in die Relegationsrunde zu müssen. Dieses Ziel erreichen die Schweizer aber nur über eine geschlossene Mannschaftsleistung und mit dem Motto alle für einen, einer für alle. Wie in Frankreich die vier Musketiere, welche ja Geschichte schrieben. Wieso soll dies den Schweizern nicht auch gelingen?


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