77. Spenglercup in Davos (26.12. - 31.12)

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Hintergrund
Krefeld Pinguine


Krefeld Penguine sind Aussenseiter am Spengler-Cup

In Krefeld ist die Hölle los. Die Fans sind enttäuscht, der Trainer schon gefeuert und die Spieler wissen nicht, wo genau sie stehen. Ein enttäuschender 12. Tabellenplatz in der mit 14 Teams spielenden DEL. So hatten es sich die Fans des letztjährigen Meisters in Deutschland die Saison nicht vorgestellt. Doch nun kommt Krefeld nach Davos um am Spengler-Cup wieder das Siegen zu lernen. Oder werden die Deutschen nur Kanonenfutter für die anderen Mannschaften sein?

Von Urs Berger

Im letzten Jahr gewannen die Krefelder nach 50 Jahren wieder einmal die Meisterschaft! Damals jubelten die Massen einem Team zu, das den Vorgänger, die Kölner Haie, in einer dramatischen Serie mit 3:2 bezwangen. Viele glaubten am Anfang der letzten Saison nicht daran, dass die Pinguine dies schaffen könnten. Dieses Jahr waren die Voraussetzungen anders. Alle erwarteten nun, trotz den schwerwiegenden Abgängen, dass die Krefelder wieder an der Spitze mit mischen würden. Aber die Abgänge der besten DEL-Linie mit Brad Puride, Christoph Brandner und Patrik Augusta wog zu schwer, obwohl man glaubte mit den Spielern Terry Yake, Chris Herperger, Marc Beaucage, Robert Gulliet, Eric Bertrand und Shayne Wright die Abgänge mehr als nur ersetzten zu können. Doch nicht nur die Feldspieler haben Probleme, an die Formkurve des letzen Jahres anzuknüpfen. Auch der letztes Jahr so tadellose Torhüter Robert Müller, der an den letzten Weltmeisterschaften mit den Deutschen sensationell das Viertelfinal erreichte, läuft seiner letztjährigen Form hinterher. In 50 regulären Spielen mit den Pinguinen kam er auf eine Fanquote von 91.2% und hatte einen Schnitt von 2,32 Toren pro Spiel. In dieser Saison sieht es bis jetzt anders aus. In 29 Saisonspiele kassierte er 82 Tore und fiel auf eine Fangquote von 89,9% zurück. Zu schwach für einen solchen Ausnahmekönner im Tor.

Doch nicht nur Müller ist der schlechte Saison-Start anzulasten. Auch andere Leistungsträger haben noch nicht ihr Potenzial voll ausgeschöpft. Die Verantwortlichen haben nun auf diese Situation reagiert und die im Sportgeschäft allgemein übliche Lösung bevorzugt. Sie haben den bekannten Coach Butch Gorin entlassen und durch den Letten Harald Vassilievs ersetzt. Doch nicht nur hier wurde ein Wechsel vollzogen. Auch bei den Spielern wurde gehandelt. Der Nationalteam Kapitän Stefan Ustorf wurde in einem Blitztransfer von Mannheim zu den Pinguinen geholt. Aber noch lange nicht genug. Die Krefelder gingen auch in der Suche nach einem weiteren Ausländer in die Offensive und fanden ihn in der Person von Alexander Selivanov. Der gebürtige Moskauer, welcher schon für Tampa Bay Lightnig, die Edmonton Oilers und Columbus Blue Jackets gespielt hat, ist eine ausgezeichnete Verstärkung. Die beiden Verpflichtungen haben den Pinguinen zwar bisher noch nicht viel genutzt, doch sieht es so aus, als dass sich die Mannschaft nun wieder zusammen raufen würde.

Die Deutschen freuen sich nun auf eine Meisterschafts-Pause und darauf, sich zum ersten Mal in Davos am Spengler-Cup einer grossen Publikumsschar zeigen zu dürfen. Noch sind die Verstärkungen der Krefelder nicht bekannt, aber es dürfte die eine oder andere Überraschung geben. Sicher werden sie versuchen, die enttäuschenden Leistungen in der DEL zu vergessen und neue Moral zu tanken. Unterschätzen sollte man die Pinguine sicher nicht, aber ob sie dem so hohen Niveau standhalten werden ist doch etwas fraglich.