75. Spenglercup in Davos (26.12. - 31.12)

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Ein hochkarätiges Jubiläumsturnier

Fünf Top-Teams verstärkt mit Spielern aus mehr als zehn Nationalliga-Klubs, ein NHL-Schiedsrichter, ein spezielles Rahmenprogramm und ein Jubiläumsturnier. Das sind die Merkmale der 75. Ausgabe des Spengler Cups Davos, an dem sich einmal mehr die nationale und internationale Eishockeyszene ein Stelldichein gibt.

Mit den zwei Landesmeistern TPS Turku und Adler Mannheim, dem tschechischen Vizemeister Sparta Prag, Publikumsliebling Team Canada Selects und dem Titelverteidiger HC Davos verfügt das Jubiläumsturnier über ein vielversprechendes Teilnehmerfeld. In den fünf teilnehmenden Teams spielen Akteure aus mehr als zehn Schweizer Nationalliga-Klubs mit. «Bei den Gesprächen und Verhandlungen im Vorfeld der Veranstaltung kam bei allen Mannschaften klar zum Ausdruck, dass sie das Turnier gewinnen wollen», sagt Jörg Eberle, der für den sportlichen Bereich zuständig ist. Ein Indiz für den Ehrgeiz sei, dass sich zum Beispiel das sonst schon als stark eingeschätzte TPS Turku mit Petteri Nummelin (HC Lugano), Kimmo Rintanen (Kloten Flyers) und Petri Varis (ZSC Lions) verstärkt hat. Auch die Verantwortlichen des Teams Canada wollen ihr vorwiegend aus in der Schweiz spielenden Kanadiern bestehendes Kader noch mit einigen NHL-Cracks ergänzen. Und der Deutsche Meister Adler Mannheim sei zur Zeit auf der Suche nach ge-eigneten Ergänzungen. «Weil beim Spengler Cup der Sport im Mittelpunkt ist und bleibt, war es für uns wichtig, gerade im Jubiläumsjahr ein möglichst attraktives Teilnehmerfeld präsentieren zu können», meint Jörg Eberle.

Bereits Tradition hat am Spengler Cup der Verstärkungsblock des HC Davos. Der NLA-Tabellenführer will damit die Abwesenheit seiner an der U20-WM im Einsatz stehenden Youngsters (Andres Ambühl, Andreas Camenzind, Beat Forster und Fabian Sutter) kompensieren. «Dieses Jahr gestaltete sich die Verpflichtung von Verstärkungen nicht ganz so einfach», erklärt Jörg Eberle. Die kontaktierten Klubs hätten sich hinsichtlich dem dichtgedrängten Meisterschaftsprogramm im Januar wesentlich reservierter gegeben als in den Vorjahren. Trotzdem kann Eberle zum heutigen Zeitpunkt bereits die Verpflichtung von Morgan Samuelsson (ZSC Lions) und Fredrik Nilsson (Kloten Flyers), Mika Strömberg und Johan Witehall (beide EHC Chur) definitiv bekannt geben. Den erschwerten Be-dingungen zum Trotz will der HC Davos den letztes Jahr erkämpften Titel un-bedingt verteidigen. «Das fantastische Publikum wird schon dafür besorgt sein, dass unsere Spieler mit letztem Einsatz agieren», meint etwa HCD-Trainer Arno Del Curto.

Verstärkung auch für die Schiedsrichter

Doch nicht nur die teilnehmenden Teams haben sich für das Jubiläumsteam verstärkt, auch im Bereich der Schiedsrichter konnten die Organisatoren eine «Verstärkung» verpflichten: Dabei handelt es sich um den NHL-Profischiedsrichter Lance Roberts. «Ich habe in meiner Karriere schon fast alles erreicht, was für einen Schiedsrichter erstrebenswert ist. Das Einzige, was in meinem Palmares bisher gefehlt hat, ist ein Einsatz am Spengler Cup, der auch in NHL-Kreisen populär ist», sagt der in Waterloo (Ontario) wohnhafte Kanadier. Der 44-Jährige pfeift seit 1989 in der NHL und leitete dort bisher über 550 Spiele. Vor seinen Einsätzen am Spengler Cup wird Roberts noch einige NLA-Qualifikations-spiele leiten, so auch die Partie zwischen dem HC Davos und den ZSC Lions am 8. Dezember.

Angebotserweiterung für Fans und Funktionäre

Was das Umfeld betrifft, so hat die dreiköpfige Spengler-Cup-Direktion mit Rolf Bachmann (Vorsitz, Managment), Jörg Eberle (Sport) und Georg Gasser (Marketing, Delegierter des HCD-Verwaltungs-rates) zum 75-Jahr-Jubiläum ein etwas ausgebautes Rahmenprogramm auf die Beine gestellt. Neben einem offiziellen Festakt für Persönlichkeiten aus Sport, Politik und Wirtschaft am 28. Dezember sowie einer erweiterten Eröffnungs- und Schlusszeremonie findet vor dem Final am 31. Dezember ein Plausch-Eishockeyspiel mit Schweizer Promis statt.

Die Organisatoren warten zudem mit Neuerungen auf, die auch für die nächsten Turniere Gültigkeit haben sollen. So gibt es für die Funktionäre erstmals ein eigenes Verpflegungszelt, in dem durchgehend warme Mahlzeiten serviert werden. «Diese Neuerung sehen wir als Dankeschön an die Adresse der rund 200 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, welche sich Jahr für Jahr in den Dienst des Turniers stellen», erklärt Rolf Bachmann. Während in den vergangenen Jahren primär in den VIP-Bereich investiert worden ist, kommen bei der diesjährigen Austragung auch die Fans in den Genuss einer Angebotserweiterung: Davos Tourismus organisiert und betreibt nämlich in eigener Verantwortung beim Stadion ein «Fan-Zelt», das rund 600 Personen Platz bietet. «Für uns sind auch die Fans VIPs. Deshalb begrüssen wir dieses Angebot grundsätzlich», meint Rolf Bachmann. Über die Art und Weise des Vorgehens und der Umsetzung sei die Spengler-Cup-Direktion aber nicht ganz glücklich. Davos Tourismus habe die Sponsoren und den Veranstalter bisher noch kaum in dieses Projekt einbezogen. Zudem sei beim Catering auf regionale Anbieter verzichtet worden, was im Landwassertal nicht überall verstanden worden ist.

Bachmann betont jedoch, dass drei Wochen vor dem Anlass nun die Vorfreude auf das Jubiläumsturnier im Vordergrund stehen soll. «Wir waren selbst überrascht, wie reibungslos die Vorbereitungen über die Bühne gegangen sind. Dank dem ausgezeichneten Teamwork in der Direktion und dem Organisationskomitee können wir heute schon sagen: Wir sind bereit.» Er freue sich auf das Turnier, das auch in Zukunft Spitzeneishockey - eingebunden in ein für alle soziale Schichten attraktives Umfeld - inmitten der Wintersportregion Davos/Klosters anbieten will.

SF DRS überträgt alle Spiele live

Damit nicht nur die Zuschauer im Stadion, sondern auch die TV-Zuschauer zu Hause an der Faszination des Spengler Cups teilhaben können, reist TV-Partner SF DRS idée suisse mit einem Grossaufgebot nach Davos. Alle Nachmittagsspiele sind live auf SF1 zu sehen, die Abendspiele auf SF2. Kommentiert werden sie auf SF DRS von Stefan Bürer und Roland Tobler, welche von Eishockey-Experte Ueli Schwarz Unterstützung erhalten. Dieser wird in den Drittelspausen und nach Spielschluss erstmals mittels eines Touchscreens Tore, Taktik und wichtige Szenen veranschaulichen können. In der zweiten Drittelspause der Abendspiele wird die Sendung «Sport aktuell» live aus Davos gesendet und auch direkt auf zwei Grossleinwände ins Eisstadion übertragen.

Wie populär der Spengler Cup bei der Schweizer Bevölkerung ist, bewiesen die Einschaltquoten des letztjährigen Finalspiels: Dieses hatte einen Marktanteil von über 50 Prozent. Damit verfolgten mehr Zuschauer den Spengler-Cup-Final 2000 als das entscheidende Playoff-Finalspiel zwischen Lugano und den ZSC Lions. Auch eine am letztjährigen Turnier durchgeführte Studie der Isopublic unterstreicht die hohen Werte der Veranstaltung: In den Augen der Befragten ist der Spengler Cup sehr sympathisch, sportlich top, ein Vorbild für die Jugend und deshalb unterstützenswert. «Diese Ergebnisse freuen uns natürlich, trotzdem sehen wir im Bereich des Marketings und der Kommunikation noch Verbesserungsmöglichkeiten», sagt Georg Gasser. Dies schliesse auch Strukturveränderungen nicht aus. Nur mit verstärkten Marketing-Anstrengungen könne der Spengler Cup Mehreinnahmen generieren. Und solche seien Voraussetzung, damit das Turnier qualitativ weiter verbessert werden und damit mittel- und langfristig überleben kann.



Weitere Verstarkungen und DSF in Davos



Was sich bereits im Vorfeld des 75. Spengler Cups Davos abgezeichnet hat, wird nach den heute erfolgten Nachnennungen von Spielern immer deutlicher: Alle fünf Teams wollen das Davoser Traditionsturnier gewinnen. So hat das Team Canada Selects unter anderem Christian Dubé (HC Lugano) und den NHL-Crack Jamie Wright (Calgary Flames) nachgemeldet, und der Deutsche Meister Adler Mannheim kommt gleich mit vier Verstärkungen nach Davos.


Heute hat Team-Canada-Trainer Mike Pelino sein aktuelles Kader für den 75. Spengler Cup bekannt gegeben. Mit Torhüter Patrick Desrochers (Phoenix Coyotes) und Flügelstürmer Jamie Wright (Calgary Flames) befinden sich neu zwei weitere NHL-erprobte Cracks auf der Kaderliste. Während Desrochers bei den Coyotes erst viermal zum Einsatz kam, absolvierte Wright bei den Dallas Stars und den Calgary Flames bisher 74 NHL-Partien. Die prominenteste Nachnennung von Pelino ist jedoch HC-Lugano-Star Christian Dubé, der mit einem starken Auftritt am Spengler Cup die Spekulationen um seine sportliche Zukunft wohl noch zusätzlich anheizen könnte. Beim Team Canada Selects spielen damit Akteure aus insgesamt 12 verschiedenen Schweizer Nationalliga-Klubs mit.


Auch Adler Mannheim ist auf der Suche nach Verstärkungen für den Spengler Cup grösstenteils in der Schweiz fündig geworden: Der Deutsche Meister verpflichtete für das Davoser Traditionsturnier den NHL-erprobten Verteidiger J.J. Daigneault (EHC Biel) sowie die Stürmer Dean Seymour (GCK Lions), René Pucher (HC Lausanne) und Sergio Momesso (zur Zeit ohne Klub). Über viel Erfahrung verfügt vor allem der 36-jährige Verteidiger J.J. Daigneault. Der Kanadier absolvierte während seiner Karriere 998 Spiele in der NHL. Er spielte unter anderem für die St. Louis Blues, die Pittsburgh Penguins, die Anaheim Mighty Ducks und die Phoenix Coyotes. Mit diesen Verstärkungen haben die Adler die verletzungsbedingten Absenzen von Devin Edgerton und Dave Tomlinson mehr als kompensiert. Seit geraumer Zeit bekannt sind die Gastspieler von TPS Turku. Der finnische Meister ergänzt sein Kader in Davos mit Petteri Nummelin (HC Lugano), Kimmo Rintanen (Kloten Flyers) und Petri Varis (ZSC Lions). Ohne «fremde Hilfe» tritt nur Sparta Prag an. Die Tems haben noch bis am 25. Dezember Zeit, ihre Kaderlisten für den Spengler Cup zu ergänzen.


Im weiteren hat sich der Titelverteidiger HC Davos entschieden, auf eine fünfte mögliche Verstärkung zu verzichten. «Keiner unserer Kaderspieler ist verletzt, und unsere Mannschaft präsentierte sich in der Meisterschaft zuletzt in guter Form. Somit reichen die vier bereits bekannten Gastspieler Nilsson (Kloten Flyers), Samuelsson (ZSC Lions), Strömberg und Whitehall (beide EHC Chur) aus, welche unsere vier abwesenden U20-Internationalen ersetzen», begründet HCD-Geschäftsführer Rolf Bachmann den Entscheid. Zudem ermögliche der Verzicht auf eine weitere Verstärkung den HCD-eigenen Akteuren mehr Eiszeit an einem Turnier, das für jeden HCD-Spieler ein grosses Erlebnis sei.


Ein Erlebnis dürfte auch das Prominentenspiel werden, welches vor dem Final am 31. Dezember stattfinden wird: Die neue Spengler-Cup-Direktion mit Rolf Bachmann (Management), Jörg Eberle (Sport) und Georg Gasser (Marketing) kann nämlich die Zusage prominenter Persönlichkeiten aus dem Showbusiness vermelden: Mit DJ Bobo, Mundartrocker Gölä und den drei «Gotthard»-Musikern Leo Leoni, Marc Lynn und Henna Habegger ist nicht nur die Sportprominenz, sondern auch die Schweizer Musikszene namhaft an diesem Plausch-Match vertreten.


Trotz der grossen Nachfrage nach Tickets für den Spengler Cup sind beim Ticketcorner immer noch für vier Partien (Team Canada - Adler Mannheim, TPS Turku - Adler Mannheim, Adler Mannheim - Sparta Prag und TPS Turku - Sparta Prag) Eintrittskarten erhältlich. Zudem werden die Tageskassen vor sämtlichen elf Spielen geöffnet sein. Dort gelangen jene Tickets in den Verkauf, welche aus den Kontingenten für Reisebüros und Carunternehmen stammen und von diesen zurückgegeben werden.


Erstmals in der Geschichte des Spengler Cups werden sämtliche Partien des Turniers auch in Deutschland live zu sehen sein: Das Deutsche Sportfernsehen DSF hat nämlich beschlossen, das international renommierteste Eishockey-Klubturnier ins Programm aufzunehmen und alle Spiele live zu übertragen. SF DRS seinerseits wird die Nachmittagspartien auf SF1 und die Abendspiele auf SF2 senden. Zudem wird die Sendung «Sport aktuell» - jeweils in der zweiten Drittelspause - live aus Davos gesendet.