75. Spenglercup in Davos (26.12. - 31.12)
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Wenn das Eishockeyspektakel in die gute Stube kommt
Das Schweizer Fernsehen verbindet eine lange Tradition mit dem Spengler Cup. Seit 1960 sendet SF DRS zwischen Weihnachten und Neujahr TV-Bilder vom Davoser Eishockeyspektakel in die Schweizer Stuben. Heute ist der Spengler Cup zu einem nicht mehr wegzudenkenden Fixpunkt im festtäglichen TV-Programm geworden.
Seit 1997 überträgt das Schweizer Fernsehen DRS jeweils sämtliche elf Turnierspiele des Spengler Cups live. 16 Kameras und die neuste Technologie werden auch diesmal für Bilder aus Davos sorgen, deren Qualität international höchstem Standart entspricht und sich durchaus mit jenen aus der NHL messen können. Erstmals wird Ueli Schwarz, Sportchef der SCL Tigers und TV-Analyst im Nebenamt, in der Altjahrswoche seine Spielanalysen mit einem sogenannten Touch Screen für das Publikum zu Hause vor den Fernsehschirmen sicht- und nachvollziehbar machen. Künftig wird auch der Laie wissen, warum ein «umbrella» - ein Regenschirm - nicht nur bei feuchter Witterung, sondern auch im Eishockey nützlich ist.
Das Schweizer Fernsehen betreibt während des Spengler Cups personell und finanziell einen Aufwand, den es sonst nur beim Lauberhorn-Rennen in Wengen, beim Fussball-Cup-Final oder an Grossanlässen wie Olympischen Spielen auf sich nimmt. Der Spengler Cup hat sich für die Fernsehmacher vom Zürcher Leutschenbach zum Prestigeobjekt entwickelt. Die Liebe am Objekt ist gegenseitig: Der Spengler Cup liefert SF DRS während der ereignisarmen Weihnachtstage einen hervorragenden Programmfüller, und SF DRS bedankt sich dafür mit Bildern, die für den Spengler Cup und auch den Hockey Club Davos pure Werbung sind.
Seit 1960 dabei
Die Liebe ist lang gewachsen. Bereits 1960 - als das Fernsehen noch in Kinderschuhen steckte -, begann die SRG mit regelmässigen Übertragungen aus dem Landwassertal. Am Anfang mit einer Führungskamera und einer Bildqualität, die Fernsehmachern und Zuschauern heute einen kalten Schauer den Rücken herunter jagen würde. Der Kommentator - während einem Vierteljahrhundert war das meist der legendäre Jan Hiermeyer - sass, in eine Wolldecke gehüllt, auf einem Erdhaufen und erwehrte sich der beissenden Kälte auf der offenen Eisbahn mit gelegentlicher Gymnastik. Legendär sind die Bilder vom intensiven Schneegestöber, das alle fünf Minuten eine Eisreinigung nötig machte, an der sich nicht selten auch die beiden spielenden Mannschaften mit Besen und Schaufeln beteiligten.
Der Spengler Cup ist für das Schweizer Fernsehen zu einem eigentlichen Experimentierfeld für neue Technologien geworden. Pionier in der Entwicklung war der Regisseur Walter Plüss, der 1980 für seinen Ideenreichtum und die aussergewöhnlichen Bilder aus Davos mit dem Fernsehpreis ausgezeichnet wurde.
Ohne Fernsehen nicht denkbar
Der Spengler Cup in seiner aktuellen Form wäre ohne das Fernsehen nicht denkbar. Erst die Direktübertragungen verschafften dem Turnier den Stellenwert und die Plattform, die es für die Sponsoren interessant machte. Der Versuch, mit dem Spengler Cup den europäischen Markt zu erobern, ist bisher aber erfolglos geblieben. Anfang der 60er-Jahre übernahm zwar die ARD Bilder aus Davos, später übertrug Eurosport einen Teil der Turniere, und das Deutsche Sport Fernsehen hat sein Interesse signalisiert. Vorerst aber bleibt das Turnier eine Schweizer (Fernseh-)Liebe.