75. Spenglercup in Davos (26.12. - 31.12)

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Die Geschichte des Spengler Cups: Der Kreis hat sich geschlossen

Der Spengler Cup ist eine Institution in Davos, die den Vorteil hat, dass sie nach einer Art «Zauberformel» funktioniert. Dazu braucht es: Den Kurort und seinen Hockey Club Davos, den Termin zwischen Weihnachten und Silvester, die garantierte TV-Präsenz seit 40 Jahren, die einmalige Stadion-Konstruktion und die Tradition. Wenn ein Turnier 75-jährig wird, spricht das für sich.

Der Spengler Cup ist auch berühmt geworden für eine einzigartige Stimmung im und um das Stadion. Wo sonst dürfen sich neben dem HC Davos auch die anderen Teams als Heimmannschaft fühlen? Wo sonst treffen sich an einem kleinen Platz so viele verschiedene Gesellschaftsschichten? Der Run auf Tickets des nächsten Turniers beginnt eigentlich schon mit dem Finale des aktuellen.

Der Spengler Cup hat sportliche Highlights produziert und Superstars präsentiert. Es begann 1923 mit den kanadischen Studenten der englischen Elite-Universität von Oxford. LTC Prag, praktisch identisch mit dem CSSR-Nationalteam, setzte mit seiner Siegesserie vor und nach dem Krieg sportliche Massstäbe. Die Diavoli Rosso Neri aus Mailand wurden durch den Spengler Cup einer grösseren Öffentlichkeit zum Begriff. ACBB Paris begeisterte bei seiner Titel-Triplette von 1959 bis 1961 mit francokanadischem Individualismus.

Die Zeit der unfassbaren Sputniks

Zwischen 1965 und 1983 gewannen nur noch tschechoslowakische und russische Mannschaften in Davos und trugen damit der internationalen Kräfteverteilung Rechnung. Bei Slovan Bratislava stach die Präsenz des Superstars Vaclav Nedomansky heraus. Der Armeeverein von Dukla Jihlava eroberte die Sympathien der Davoser bei seinen Auftritten und fünf Cup-Siegen mit seinen Persönlichkeiten wie Jan Suchy oder den Gebrüdern Holik. Die sowjetischen Sputniks von Leningrad, Moskau und Woskresensk blieben unfassbar und manchmal unfassbar gut.

Erst mit der Integration eines Teams Canada wurde das Ungleichgewicht ausgeglichen. Die Kanadier, meist ein Konglomerat aus Spielern, die in der Schweiz tätig sind, fehlten seither an keinem Turnier und siegten achtmal. Ihr Coach Andy Murray wurde mit sechs Erfolgen in gleich vielen Teilnahmen zum sogenannten Mr. Spengler Cup, bevor er Weltmeister wurde und in die NHL abwanderte.

Die Kanadier und Färjestad mit seinen NHL-Cracks Hakan Loob und Bengt-Ake Gustafsson bildeten das willkommene Gegengewicht zu den Klubs aus dem Ostblock, die in den 90er-Jahren ihre Dominanz wegen der Öffnung der Grenzen zur NHL verloren. Die damals berühmteste Mannschaft der Welt, ZSKA Moskau, zeichnete 1991 mit Trainer Wiktor Tichonow für den bisher letzten russischen Sieg im Spengler Cup verantwortlich.

Forechecking an der Bartheke

War das Turnier in den 80er-Jahren zuweilen fast eine Exhibition, so ist der Wille zum Sieg bei den Teilnehmern seither wieder stärker ausgebildet. Deutliches Zeichen dafür ist der stete Rückgang der Torquote. Geblieben ist die Hassliebe im Stadion zu den deutschen Gästen, deren rustikaler Stil jeweils die einzigen Pfiffe provozierte. Die Kölner Haie hatten 1999 die deutsche Durststrecke beendet, die 1964 nach dem Sieg des legendären EV Füssen in Davos begonnen hatte.

Ein zentraler Faktor ist aber das einheimische Team geblieben. Als es in den 70er-Jahren in der Nationalliga B dümpelte, ersetzte es das Schweizer Nationalteam mehr schlecht als recht und provozierte das intensivste Forechecking an den Bartheken der hohen Promenade.

Bei den drei Turnieren zwischen 1990 und 1992 vertraten Kloten, Lugano und Fribourg den in der heimischen Liga erneut abgestürzten Heimklub und unterschiedlichem Erfolg. Die Auftritte von Slawa Bykow und Andrei Chomutow sorgten aber so oder so für Spektakel.

Der HC Davos ist Rekord-Turniersieger

Der HCD ist bei 61 Teilnahmen mit elf Turniersiegen die erfolgreichste Mannschaft des Spengler Cups. Auf den letztjährigen Sieg musste er allerdings 42 Jahre warten. 1957 und 1958 hiessen die Protagonisten der Triumphe Werner Bassani (Goalie), Watschga Dürst oder Stu Robertson. Im vergangenen Dezember waren es Lars Weibel, Patrick Fischer, Lonny Bohonos oder Morgan Samuelsson.

Das 4:2 gegen die kanadische Auswahl dokumentierte trotz Verstärkungsblock aber auch die Fortschritte der Schweizer Spieler, die in den 80er-Jahren an einen derartigen Erfolg nicht zu träumen gewagt hätten. Seit dem Wiederaufstieg in die Nationalliga A im Jahr 1993 erreichte der HCD immerhin fünfmal das Finale. Damit ist der Kreis geschlossen: In ähnlicher Position und Stärke präsentierte sich der junge HCD in den ersten Spengler Cups nach 1923.