Hockeyfans.ch-Special: NHL-Entry-Draft 2003
Von Thomas Roost (Central Scouting Europe) und Martin Merk

Nachträge

Resultate der Drafts (22.06)

Die NHL-Clubs haben ihre Talente nun gewählt. Nachfolgend die Schweizer Drafts:
Runde/Draft-Nr.SpielerClub
2/39.Tim Ramholt (ZSC Lions, Verteidiger)Calgary Flames
3/100.Philippe Seydoux (Kloten, Verteidiger)Ottawa Senators
4/108.Kevin Romy (Servette, Stürmer)Philadelphia Flyers
6/179.Philippe Furrer (Bern, Verteidiger)New York Rangers
9/290.Loïc Burkhalter (Ambrì, Stürmer)Phoenix Coyotes



22.6.2003 Auch Romy, Furrer und Burkhalter gedraftet
(mm) Nach Tim Ramholt und Philippe Seydoux am ersten Tag wurden am zweiten Tag mit Kevin Romy (Servette) und Philippe Furrer (Bern) zwei weitere Schweizer gedraftet. Etwas unerwartet tauchte als drittletzter Name dieses NHL-Drafts jener des Ambrì-Nationalstürmers Loïc Burkhalter auf.
Der Stürmer Romy wurde als Nummer 108 in der vierten Runde von den Philadelphia Flyers gewählt. Der Verteidiger Furrer als Nummer 179 in der sechsten Runde von den New York Rangers. Als Nummer 290 in der neunten und letzten Runde schliesslich haben sich die Phoenix Coyotes die NHL-Rechte an Burkhalter gesichert. Dagegen bleiben andere Kandidaten wie Romano Lemm, Andres Ambühl, Lukas Grauwiler, Caryl Neuenschwander, Thomas Bäumle, Mark Streit und Martin Plüss zumindest vorerst kein Thema für die NHL.


21.6.2003 Ramholt und Seydoux am ersten Tag gedraftet
(mm) Der ZSC-Verteidiger Tim Ramholt (Bild) wurde wie erwartet in der zweiten Runde des NHL Entry Draft in Nashville gedraftet. Die Calgary Flames wählten den 18-Jährigen bereits als Nummer 39. Ramholt, der noch nicht entschieden hat, wo er nächste Saison spielt: "Ich bin froh von Calgary gedraftet worden zu sein. Ich habe dort das Mac's Tournament gespielt und mir gefiel die Stadt während jenen zwei Wochen." Ramholt, der neben dem ZSC auch mit Lugano in Verbindung gebracht wurde, schliesst nicht aus, schon dieses Jahr nach Nordamerika zu wechseln, wo er beim Juniorenteam Calgary Hitmen (WHL) oder der AHL starten könnte.
Als Nummer 100 und damit gerade noch in der dritten Runde und am ersten Drafttag haben die Ottawa Senators sich die Rechte am Klotner Verteidiger und früheren Bern-Junior Philippe Seydoux gesichert.
Morgen finden die restlichen sechs Runden statt. Gute Chancen für den Draft kann sich aus Schweizer Sicht Kevin Romy (Servette) ausrechnen, aber auch Philippe Furrer (Bern) und Thomas Bäumle (Sierre) könnten genannt werden. Draftbar wären auch und nicht zum ersten Mal Romano Lemm (Kloten), Andres Ambühl (Davos), Lukas Grauwiler (GCK Lions), Caryl Neuenschwander (Bern), Mark Streit (ZSC Lions) und Martin Plüss (Kloten).

Drafts nach Länder: 1. Kanada 46, 2. USA 23, 3. Russland 9, 4. Slowakei, Tschechien je 5, 6. Deutschland, Finnland, Kasachstan, Schweiz, Weissrussland je 2, 11. Österreich, Schweden, Ukraine je 1.



21.6.2003 Marc-André Fleury als Nummer-1-Draft
(mm) Der neue Nummer-1-Draft heisst Marc-André Fleury. Der kanadische Torhüter wurde von den Pittsburgh Penguins als Nummer 1 gedraftet. Kurz davor hatten die Florida Panthers ihr Nummer-1-Draftrecht gegen das Nummer-3-Draftrecht der Penguins sowie deren Flügelstürmer Mikael Samuelsson getauscht. Dies, weil Florida keinen Torhüter, sondern den Center Nathan Horton ziehen wollte und dies auch als dritter Draft tat, womit der als am höchsten eingestufte Draft-Kandidat Fleury den Penguins überlassen werden konnte. Als Nummer 2 wurde von Carolina der Center Eric Staal gezogen, danach folgten mit Nikolai Zherdev (Nr. 4, Ukraine, Columbus), Thomas Vanek (Österreich, Buffalo), Milan Michalek (Tschechien, San Jose) und Ryan Suter (USA, Nashville) die ersten Nicht-Kanadier.


21.6.2003 Ramholt als Zweitrundendraft?
(mm) In ihrer Top-100-Rangliste für den heute beginnenden NHL-Draft in Nashville hat die nordamerikanische Zeitschrift "The Hockey News" Eric Staal (Peterborough/OHL) als Nummer-1-Draft vor Marc-André Fleury und Nathan Horton aufgeführt. Beginnen darf dieses Jahr entsprechend der umgekehrten NHL-Rangliste der abgelaufenen Saison Florida, danach Carolina, Pittsburgh, Columbus und Buffalo.
Als einziger Schweizer wird in dieser Rangliste der ZSC-Verteidiger Tim Ramholt auf Platz 41 geführt, er dürfte damit nach Ansicht der Zeitschrift in der zweiten Runde ausgewählt werden und der einzige Schweizer sein, dessen Rechte am ersten Draft-Tag - also in den ersten drei Runden - von einem NHL-Club gesichtert werden.


Forumbeitrag/Umfrage zum Thema:


Am 21. und 22. Juni 2003 ist es wieder soweit: In Nashville finden die diesjährigen Entry Drafts der NHL statt. Letztes Jahr wurden 291 Spieler gedraftet und damit spielberechtigt für die auswählenden NHL-Clubs, davon 110 Spieler aus europäischen Ligen und fünf Schweizer. Schweizer Spieler dürften auch diese Saison zum Zuge kommen, auch wenn diese Saison nur wenige Spieler eine wirkliche Chance haben und viele Schweizer sich nicht angemolden hatten wie Peter Guggisberg und Victor Stancescu, welche ebenfalls Draft-Chancen besassen. Von den älteren Schweizer Spielern, die auf einen Draft hoffen, wurden nach der starken WM erneut Mark Streit und Martin Plüss als "overaged Players" aufgeführt.
Nach dem ersten NHL-Draft-Special auf hockeyfans.ch vor einem Jahr werden wir auch dieses Jahr umfangreich und aktuell berichten. Thomas Roost, Schweizer Mitarbeiter bei Central Scouting Europe, bringt dieses Jahr seine Fachkenntnisse ins Draft-Special.


Was ist ein Draft?

Ein Draft ist eine Spielerziehung. Aus europäischer Sicht dürfen Spieler gezogen werden, welche am 15. September 1985 oder früher geboren wurden. Das Hauptaugenmerk ist somit auf die 17- und 18-jährigen Spieler gerichtet, aber auch ältere Spieler (sogenannte "overaged players", wie Martin Gerber vor zwei Jahren) können gedraftet werden. Ein nicht-nordamerikanischer Spieler kann nur in der NHL spielen, wenn er vorher gedraftet wurde! Er kann also nicht einfach so bei einem NHL-Club unterschreiben und spielen wie man es sich in Europa gewohnt ist. Wird ein Spieler von einem NHL-Club gedraftet, so besitzt dieser Club die Transferrechte des Spielers für die NHL, Transferrechte können auch getauscht ("Trades") werden gegen die Transferrechte eines anderen Spielers oder Draftrechte. Bei der Draft-Veranstaltung dürfen die Teams mit den Ziehungen beginnen, welche die Saison als schlechteste abgeschlossen haben, so sieht es die NHL im Hinblick auf eine ausgeglichene Liga vor.

Für uns Europäer erscheint dieses System etwas merkwürdig, da in den europäischen Top-Ligen Eishockey-Profis ihre Clubs mehr oder weniger frei wählen können und umgekehrt, es gelten juristisch gewöhnliche Arbeitsverträge. Das Draft-System wurde von der NHL 1963 eingeführt. Der Sinn dieses System ist es, die Liga ausgeglichen zu gestalten und allen Clubs die Möglichkeit zu geben, ihre Wunschspieler aus dem nordamerikanischen Juniorenhockey oder aus Europa (und natürlich auch anderen nicht-nordamerikanischen Kontinenten...) verpflichten zu können. Ab etwa 1969 kam dieses System richtig auf Touren und in jenem Jahr wurde auch der erste Europäer (der Finne Tommi Salmelainen) gedraftet. 1976 wurde mit dem Davoser Jacques Soguel der erste Schweizer gedraftet, noch vor Spielern aus der Tschechoslowakei oder Deutschland, aber nach Finnland, Schweden und der Sowjetunion. Seit der Mitte der 90-er-Jahren gab es ein Boom an europäischen Drafts, fast die Hälfte der Drafts betrifft europäische Spieler. Bisher wurden insgesamt 28 Spieler aus der Schweiz gedraftet, zu Einsätzen in der NHL schafften es Pauli Jaks, David Aebischer, Michel Riesen, Reto von Arx, Thomas Ziegler und zuletzt Martin Gerber. Weitere fünf Spieler kamen für die nächsten Farmteams ihres NHL-Clubs zum Einsatz, ohne es zu einem NHL-Match gebracht zu haben.

Jeder NHL-Club hat sogenannte Scouts (Talentspäher) in verschiedenen Ländern engagiert, welche sich die Spiele der Talente ("Prospects") anschauen und Spieler für ihren Club beobachten. Der wichtigste Anlass für unseren Nachwuchs, um sich für die NHL zu empfehlen, sind die U20- und die U18-Weltmeisterschaften. Aber die Draft-Kandidaten werden auch in der NLA, der NLB und den Junioren-Ligen beobachtet. Eine wichtige Institution ist das von den NHL-Clubs finanzierte, neutrale "Central Scouting Bureau", welche unter anderem Daten und Statistiken der Spieler sammelt und pro Saison drei Mal eine Rangliste der talentiertesten Junioren herausgeben, wie jene unten aufgeführte.

Die Suche nach der neuen Nummer 1

2. Auflage von "Puck-Dreams - Der steinige Weg in die "Big League", die legendäre NHL"

Der Schweizer NHL-Scout Thomas Roost, Autor dieses Artikels, befasst sich in dieser Broschüre mit dem Thema Schweizer und die NHL. Er sucht nach Gründen, wieso bis auf David Aebischer und Martin Gerber sich noch kein Schweizer Spieler in der NHL durchsetzen konnte und wie das Schweizer Eishockey auf der anderen Seite des Teichs angesehen wird. Darüber hinaus findet der Leser Hintergründe zum Scouting und der NHL sowie wertvolle Tipps für Eishockeytalente und alle, die sich mit dem Thema der Broschüre befassen wollen.

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Der diesjährige Draft steht für eine Trendwende: Nach jahrelangem Druck der Europäischen Spieler, (es wurden Jahr für Jahr mehr Europäische Spieler gedraftet und dies auch in den ersten Runden) schlägt das Pendel jetzt zurück. Der diesjährige Draft steht im Zeichen der Nordamerikaner. Der 85er-Jahrgang gehört Canada und den USA. Superstars in Sicht? Wahrscheinlich nicht. Spieler vom Format eines Ilja Kovalchuk, Joe Thornton, Jay Bouwmeester, Dany Heatley oder des jungen Russen Alexander Ovechkin (wird erst 2004 gedraftet) stehen in diesem Jahr nicht zur Verfügung. Hingegen gilt der diesjährige Draft als "deep", d.h. auch noch mit den Picks 20-40 können sehr gute Spieler gezogen werden. An der Spitze hingegen fehlt der absolute Ausnahmekönner, nicht umsonst gibt es unter Scouts sehr viele verschiedene Meinungen wer denn als Nr. 1 gilt. Am meisten Unterstützung scheint der Kanadische Goalie Marc-André FLEURY zu geniessen aber mit Goalies ist es so eine Sache. Sehr selten werden Goalies als Nr.1 gezogen denn exakt bei den Goaltendern ist es am schwierigsten, die Entwicklung vorherzusagen. Zudem besitzen die Florida Panthers den ersten "Pick" und die Panthers werden mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht FLEURY ziehen weil sie mit Roberto Luongo bereits einen der absoluten jungen Topgoalies in ihrer Organisation wissen. Vielleicht "traden" aber die Panthers ihren "Pick" (es gibt einige Anzeichen dafür) und dann ist die Ausgangslage natürlich plötzlich wieder anders. Wenn man FLEURY aussen vor lässt dann zählt Eric STAAL zu den Favoriten für die Nr. 1. Er ist ein sehr guter Allrounder, ein guter Passeur, ein sicherer Pick, denn man weiss exakt was man hat mit ihm. Das Risiko ist sehr klein bei STAAL. Sein sog. "Upside" ist aber auch etwas limitiert. Es ist absehbar, dass er kein Franchise-Player werden wird. "Franchise-Players" sind Spieler um die man ein Team bildet, so quasi das Fundament oder das Herzstück eines Teams. STAAL hingegen gilt eher als sehr solider 2. Linien-Center. Ebenfalls Chancen für die Nr. 1 hat Nathan HORTON, "the Canadian Horse", ein Powerforward wie er im Buche steht. Nach seiner Verletzung zu Saisonbeginn konnte er aber nie mehr seine beste Leistung abrufen obwohl er sich im Playoff dann wieder stark verbessert zeigte. Von den Europäern stehen Nikolai ZHERDEV und Milan MICHALEK im Vordergrund. Zwei völlig unterschiedliche Spieler. ZHERDEV, der vielleicht beste Stickhandler den ich während meiner Scoutingzeit je beobachtet habe, er wird Hallen füllen, er ist ein Super-Entertainer aber die Effizienz leidet zuweilen, er ist zu puckverliebt und wirkt noch unreif in seinem Spiel wie auch als Persönlichkeit. Er erinnert in seiner Spielweise an den jungen Alexei Kovalev. Zudem hatte er schon mehr als einmal Probleme mit Coaches. MICHALEK ist ein kompletter Zweiwegstürmer mit sehr guten Fähigkeiten in jeder Beziehung. Sein bestes "Asset" ist aber sein Hirn, Michalek ist ein aussergewöhnlich intelligenter Spieler. Sein Problem ist, dass er für einen potenziellen Nr.1-Pick zu oft zu wenige Scorerpunkte bucht. Ein paar wenige meiner Kollegen sehen sogar den Österreicher Thomas VANEK als die Nr. 1. Er gilt seit einem Jahr als solider Erstrundenpick, spielte jetzt aber mit Minnesota in der US-College-League eine sensationelle Saison und hat sich dadurch im Ranking stetig verbessert. Die Top10 sind ihm sicher obwohl seine "Workethic" und sein "Biss" etwas angezweifelt werden. Trotzdem hat er Aussenseiterchancen auf die Nr. 1. Weiter werden die bärenstarken kanadischen Verteidiger Braydon COBURN, Brent SEABROOK und Dion PHANEUF sehr früh gedraftet wie auch die Amerikaner Ryan SUTER, Dustin BROWN, und der "Clutch-Player" Zach PARISE.

Wenn ich die diversen Draftvorschauen betrachte und die mit meiner persönlichen Meinung abgleiche so ergibt sich folgender Kommentar:

Aus meiner Sicht überschätzt:
Ryan GETZLAF, Eric STAAL, Konstantin GLAZACHEV, Richard STEHLIK, Dimitri CHERNIKH, und bedingt auch Nathan HORTON

Aus meiner Sicht unterschätzt:
Robert NILSSON, Shawn BELLE, Arsi PIISPANEN, Kevin ROMY, Evgeni TUNIK und bedingt auch Patrick O'SULLIVAN.

Die Schweizer

Tim RAMHOLT wird von meinen Kollegen extrem widersprüchlich beurteilt. Ich kenne einige Scouts bei denen er als "Firstrounder" im Notizbuch steht und andere haben ihn gar nicht erst auf der Liste... In unserem CSB-Ranking rangiert er als Nr. 17 bei den Europäischen Skatern. Meine persönliche Erwartung ist, dass er in der zweiten oder dritten Runde gezogen wird. RAMHOLT hat Stärken im Zweikampf, er spielt sehr gut auf den Mann, in den Ecken und an der Bande und er hat auch guten "Straight-ahead-Speed". Seine Spielweise ist eher untypisch für Schweizer und ich wage zu behaupten, dass Tim RAMHOLT in den engen Nordamerikanischen Rinks noch besser zur Geltung kommt als hier in Europa. Er wirkt aber mitunter noch etwas ungeschliffen, muss noch mehr Vertrauen in sein Spiel gewinnen und etwas an der Agilität arbeiten, so dass er sicher noch das eine oder andere Erfahrungsjahr benötigt, um ernsthaft um einen Platz in der NHL kämpfen zu können.
Kevin ROMY rangiert bei vielen Kollegen nicht unter den Top 100, aber er wird gedraftet, ganz bestimmt, ein solider Mid-Round-Pick. Aus meiner Sicht wird er unterschätzt und ist einer derjenigen Spieler, die bei den meisten Teams "underrated" sind. Ja, er hat nicht die Idealgrösse und auch keine übermässige Muskelkraft - aber - und dies habe ich speziell in Jaroslavl nochmals überprüft: ROMY behauptete sich auch im Infight und entlang den Banden ziemlich ansprechend und dies auch gegen Kanada und Russland. Kommen wir jetzt aber zu seinen Stärken: ROMY ist ein schlauer Spieler mit exzellenter "Vision", hat ziemlich gute und vor allem sehr schnelle Hände (hervorragende Bully-Statistiken), er arbeitet auch defensiv sehr viel und macht viele kleine Dinge richtig. Sein Skating ist ebenfalls gut, wenn vielleicht auch nicht sehr gut, sog. "Breakaway-Speed", das fehlt ihm. Aus meiner Sicht ein Schnäppchen falls es einem Team tatsächlich gelingen sollte, ROMY noch in der 4., 5. oder 6. Runde zu erhalten. Ich persönlich sehe ihn mindestens als soliden 3. Rundenpick.
Philippe FURRER ist ein extrem solider, intelligenter Spieler dem auf Juniorenniveau kaum mehr Fehler unterlaufen. Er wirkt schon sehr reif und abgeklärt. In letzter Zeit hat er auch an Härte zugelegt was bei den Scouts nicht unentdeckt geblieben ist. Er ist auch ehrgeizig und bereit, alles für eine mögliche NHL-Karriere zu tun. Philippe FURRER war über die letzten zwei Saisons hinweg der mit Abstand beständigste Schweizer Defender seines Jahrgangs und dies auf einem hohen Niveau. Es würde mich überraschen wenn Philippe FURRER nicht gedraftet werden würde.
Philippe SEYDOUX ist ein Enigma. Ich habe Spiele von ihm gesehen in denen er unsichtbar war, "hat er überhaupt gespielt", habe ich mich gefragt, dann habe ich Spiele gesehen in denen er durch Undiszipliniertheiten und hohe Fehlerquoten auf- resp. abgefallen ist und dann gab es auch diese Spiele in denen er supersensationell alle überragt hat. Ich erinnere mich beispielsweise an die ersten 30 Minuten im WM-Spiel gegen Tschechien...nach dem Spiel haben mich die Kanadischen Juniorennatispieler gefragt: "What do you think, will this Swiss No.8 be a firstrounder?". SEYDOUX hat sehr gute Hände und exzellentes Skating, zudem hat er eine gute Körpergrösse (muss allerdings noch an Muskelkraft zulegen). Er hat ein riesiges Potenzial und könnte der beste Offensivverteidiger werden den die Schweiz je gehabt hat. Für mich ist er einer dieser sog. "Wildcards" im Draft, d.h. man zieht ihn und hört vielleicht nie mehr etwas von ihm, aber man hat auch die kleine Chance, mit SEYDOUX den Jackpot zu knacken, d.h. mit einem späten Draftpick ein wahres Schnäppchen an Land zu ziehen.
Eine sehr gute Saison hat auch Thomas BÄUMLE gespielt. BÄUMLE hat den Nachteil, dass er als später 84er-Jahrgang immer im Schatten von Tobias Stephan und Daniel Manzato stand und somit nur sehr selten die Gelegenheit erhalten hat, sich den Scouts an internationalen Turnieren zu präsentieren. Aus meiner Sicht einer der besten Europäischen Goalies in diesem Draft aber ich bin unsicher, ob meine Kollegen ihn auf der Rechnung haben, weil er aus vorerwähnten Gründen einer der am wenigsten "gescouteten" Spieler ist die für den Draft in Frage kommen. Ich weiss aber, dass BÄUMLE beim einen oder anderen Team trotzdem zum Thema wurde. Ob dies reicht, bereits in diesem Jahr gedraftet zu werden?
Peter GUGGISBERG kann nicht gedraftet werden weil er das Opt-In-Formular nicht oder nicht rechtzeitig eingereicht hat. Er hätte sehr gute Chancen gehabt, gedraftet zu werden. Diese Chance hat er aber noch immer im nächsten Jahr sofern es ihm gelingt, seine Leistungen in der U20-Nati zu bestätigen.
Aussenseiterchancen haben auch die "Overager" Mark STREIT und Martin PLUESS obwohl ich glaube, dass falls sie erneut übergangen werden, sie vielleicht den Weg über ein Free-Agent-Camp oder via Einladungen zu einem NHL-Team-Camp gehen sollten falls sie wirklich noch versuchen möchten, in der NHL Fuss zu fassen.
Es gibt aber immer auch Überraschungen: Wer hätte zum Beispiel vor einigen Jahren gedacht, dass Arne RAMHOLT - nächste Saison NLB-Spieler bei den GCK Lions - gedraftet wird?
…übrigens…der diesjährige NHL-Draft findet am 21. und 22. Juni in Nashville statt. Via Internet ist dieses Spektakel indirekt live mitzuverfolgen. Für Insider immer ein Saisonhöhepunkt!

NHL-Drafts Prospects Schweiz 2003

Nachfolgend sind die Schweizer Kandidaten aus den "Final Rankings" des Central Scouting Bureaus vom 21. Mai 2003 aufgelistet, die Platzierungen in den Klammern beziehen sich auf das vorhergehende "Mid-Term Ranking" vom Januar 2003.
Mehrere Schweizer Spieler haben das Opt-in-Formular zur Anmeldung nicht eingereicht und können somit nicht gedraftet werden.

RangSpielerClubPositionGeburtstagGrösse/GewichtSpiele (diese / in Klammer letzte Saison)Nationalteam
Feldspieler EuropaNLANLB 
19. (12)Tim RamholtZSC LionsV02.11.1984186 cm / 91 kg39 (54)16 (3)U20
27. (19)Kevin RomyServetteS31.01.1985180 cm / 80 kg41 (-)1 (45)U20
50. (45)Philippe FurrerBernV16.06.1985188 cm / 81 kg40 (9)-U20
55. (53)Philippe SeydouxKlotenV23.02.1985186 cm / 80 kg20 (10)-U18
100. (81)Romano LemmKlotenS25.06.1984183 cm / 86 kg45 (11)-U20
130. (75)Andres AmbühlDavosS14.09.1983176 cm / 77 kg57 (44)-U20
142. (136)Lukas GrauwilerGCK LionsS13.04.1984179 cm / 73 kg2 (-)42 (45)U20
150. (138)Caryl NeuenschwanderBernS16.01.1984185 cm / 86 kg48 (23)-U20
Torhüter Europa
6. (7)Thomas BäumleSierreG25.09.1984181 cm / 71 kg-42 (-)U20
Overaged
-Mark StreitZSC LionsV11.12.1977182 cm / 91 kg49-A
-Martin PlüssKlotenS05.04.1977173 cm / 82 kg49-A
Nicht angemolden (Opt-in)
- (59)Victor StancescuKlotenS10.03.1985180 cm / 85 kg16 (1)-U20
- (64)Peter GuggisbergSCL TigersS20.01.1985180 cm / 80 kg41 (7)-U18
- (88)Antonio RizzelloRapperswil Jun.S05.01.1985184 cm / 85 kg1 (9)-U18
- (95)Yvan BenoîtServetteS09.04.1985178 cm / 75 kg47 (-)1 (46)U20
- (100)Andri StoffelGCK LionsV24.10.1984186 cm / 80 kg4 (-)41 (41) 
- (104)Philipp WetzelBern Jun.S05.06.1985199 cm / 100 kg1 (-)-U18
- (108)Florian ConzAjoieS20.10.1984174 cm / 76 kg-40 (26)U20
- (144)Gianni EhrenspergerKloten Jun.S05.05.1985182 cm / 75 kg--U18
-Philipp RytzBielV07.12.1984184 cm / 81 kg-12 (19)v
Aus der Wertung gefallen
- (120)Lukas BaumgartnerKlotenV15.03.1984182 cm / 82 kg30 (-)-U20
- (126)Grégory ChristenLugano Jun.S19.01.1983190 cm / 84 kg1 (16)8 (3)U20
- (147)Cyrill BühlerKlotenS04.11.1983181 cm / 83 kg21 (1)3 (-)U20
-Florian BlatterThurgau/DavosV12.05.1984183 cm / 80 kg28 (3)28 (-) 
- (11)Raphael DucretLausanne Jun.G15.01.1985 --U18




Die bisher gedrafteten Schweizer

JahrSpielerRunde/Draft-Nr.ClubKarriere in Nordamerika
1976Jacques Soguel (Davos, Stürmer)8/121.St. LouisNie kontaktiert worden
1991Pauli Jaks (Ambrì, Goalie)5/108.Los Angeles Kings38 IHL-Spieler für Phoenix Roadrunners (88,7 % Saves), 1 NHL-Spiel für Los Angeles (40 Minuten, 92 %)
1993Patrick Howald (Lugano, Stürmer)11/276.Los Angeles KingsKeine Einladung ins Trainingscamp, kein Vertrag
1994Lars Weibel (Lugano, Goalie)10/248.Chicago BlackhawksTrainingscamp, kein Vertrag
1996Mattia Baldi (Ambrì, Stürmer)8/207.Montreal CanadiensNicht im Trainingscamp, Vertrag für Farmteam, das er wegen Verletzung nicht antreten konnte
1997Michel Riesen (Biel/Davos, Stürmer)1/14.Edmonton Oilers215 AHL-Einsätze für Hamilton (145 Skorerpunkte), 12 NHL-Einsätze für Edmonton in der Saison 2000/01 (1 Assist), für Saison 2001/02 zu St. Louis getauscht, nach Abschiebung ins Farmteam zu Davos zurückgekehrt.
 David Aebischer (Fribourg, Goalie)6/161.Colorado Avalanche27 Einsätze in der ECHL für Chesapeake und Wheeling, danach 115 AHL-Einsätze für Hershey (90,8 % Saves), seit 2000/01 Ersatzgoalie bei Colorado in der NHL (bisher 34 Spiele, 90,3 % Saves, Stanley-Cup-Sieger 2000/01, Vertrag bis 2003/04).
 René Stüssi (Kloten/Thurgau, Stürmer)8/209.Anaheim Mighty DucksKeine Einladung ins Trainingscamp, kein Vertrag
1998Julien Vauclair (Lugano, Verteidiger)3/74.Ottawa SenatorsSeit Saison 2001/02 unter Vertrag, nach Trainingscamps beim Farmteam Grand-Rapids Griffins (AHL) und Binghamton Senators (AHL) eingesetzt.
 Adrian Wichser (Kloten, Stürmer)9/231.Florida PanthersBisher kein Vertrag
1999Luca Cereda (Ambrì, Stürmer)1/24.Toronto Maple LeafsZweiwegvertrag von 2000/01 bis 2002/03. 2000/01 Abbruch des Trainingscamp wegen Herzfehlers, spielte ganze Saison nicht. 2001/02 und 2002/03 wieder im Trainingcamp, danach beim Farmteam St. John's Maple Leafs in der AHL.
 Timo Helbling (Davos, Verteidiger)6/162.Nashville PredatorsZweiwegvertrag von 2000/01 bis 2002/03. Nach Trainingscamp 2001/02 im AHL-Farmteam Milwaukee Admirals eingesetzt, 2002/03 zuerst bei Milwaukee, später in der ECHL.
 Goran Bezina (Fribourg, Verteidiger)8/234.Phoenix CoyotesZweiwegvertrag von 2001/02 bis 2003/04. Nach Trainingscamp 2001/02 und 2002/03 im AHL-Farmteam Springfield Falcons eingesetzt.
2000Sven Helfenstein (Kloten, Stürmer)6/175.New York RangersBisher kein Vertrag
 Flavien Conne (Fribourg/Lugano, Stürmer)8/250.Los Angeles KingsBisher kein Vertrag
 Thomas Ziegler (Ambrì, Stürmer)9/263.Tampa Bay LightningBekam Zweiwegvertrag für Saisons 2000/01 und 2001/02. 2000/01 67 IHL-Einsätze für Detroit (27 Skorerpunkte) und 5 NHL-Einsätze für Tampa Bay. 2001/02 nach Trainingscamp zum Farmteam Springfield in die AHL abgeschoben, dort war er oft überzählig (nur 3 Einsätze, 1 Assist) und wechselte deshalb zu Bern.
 Reto von Arx (Davos, Stürmer)9/271.Chicago BlackhawksBekam Zweiwegvertrag für Saison 2000/01. 2000/01 58 AHL-Einsätze für Norfolk (45 Skorerpunkte) und 19 NHL-Einsätze für Chicago (3 Tore, 1 Assist), 2001/02 nach Trainingscamp ins Farmteam abgeschoben und daraufhin zu Davos gewechselt.
 Martin Höhener (Kloten, Verteidiger)9/284.Nashville PredatorsBisher kein Vertrag
 Arne Ramholt (Kloten/ZSC Lions, Verteidiger)9/291.Chicago BlackhawksBekam Zweiwegvertrag für Saison 2000/01. 2000/01 62 AHL-Einsätze für Norfolk (11 Skorerpunkte) in der Regular Season, in den Playoffs überzählig, 2001/02 in die Schweiz zurückgekehrt.
2001Beat Forster (Davos, Verteidiger)3/78.Phoenix CoyotesBisher kein Vertrag
 Raffaele Sannitz (Lugano, Stürmer)7/204.Columbus BluejacketsBisher kein Vertrag, Rookie-Camp 2002
 Martin Gerber (Langnau, Goalie)8/232.Anaheim Mighty DucksVertrag für die Saison 2002/03 bei Anaheim, war der Torhüter Nummer 2 in der Organisation
 Severin Blindenbacher (Kloten, Verteidiger)9/273.Phoenix CoyotesBisher kein Vertrag
2002Tobias Stephan (Chur/Kloten, Torhüter)1/34.Dallas StarsBisher kein Vertrag
 Emanuel Peter (Kloten, Stürmer)5/142.Calgary FlamesBisher kein Vertrag
 Daniel Manzato (Victoriaville/QMJHL, Torhüter)5/160.Carolina HurricanesBisher kein Vertrag, Trainingscamp 2002
 Patrik Bärtschi (Kloten, Stürmer)7/202.Pittsburgh PenguinsBisher kein Vertrag
 Thomas Nüssli (Rapperswil, Stürmer)9/277.Vancouver CanucksBisher kein Vertrag



Mögliche Schweizer Draft-Kandidaten für 2004

SpielerClubPositionGeburtstagGrösse/Gewicht
Neu draftbar
Simon BachmannKloten Jun.V19.07.1986 
Matthias BieberGCK LionsV14.03.1986179 cm / 75 kg
Alain BirbaumFribourgV11.10.1985172 cm / 70 kg
Raphael DiazZug Jun.S09.01.1986 
Jan FeldmannZug Jun.G26.02.1986 
Gaetano GenoniGCK Lions Jun.S18.08.1986 
Mathias JoggiBiel Jun.S22.01.1986 
Simon LüthiLangnau Jun.V12.09.1986 
Jonathan MercierServette Jun.V18.02.1986183 cm / 72 kg
Stephan MoserLangnau Jun.S13.03.1986 
Alexandre PosseSierreS10.05.1986178 cm / 73 kg
Igor RossiLugano Jun.G27.01.1986177 cm / 66 kg
Joël SassiFribourg Jun.S05.03.1986 
Nico SpolidoroLangnau Jun.S19.03.1986 
Julien SprungerFribourg Jun.S04.01.1986193 cm / 82 kg
Sven TrachslerGCK Lions Jun.S09.01.1986 
Vladimir VillardLausanne Jun.S21.01.1986 
Julian WalkerBern Jun.S10.09.1986 
Ken WalliserGCK Lions Jun.S26.04.1986 
Roman WickKlotenS30.12.1985184 cm / 81 kg
Ev. wieder im Ranking
Yvan BenoîtServetteS09.04.1985178 cm / 75 kg
Florian ConzAjoieS20.10.1984174 cm / 76 kg
Gianni EhrenspergerKloten Jun.S05.05.1985182 cm / 75 kg
Peter GuggisbergSCL TigersS20.01.1985180 cm / 80 kg
Antonio RizzelloRapperswil Jun.S05.01.1985184 cm / 85 kg
Victor StancescuKlotenS10.03.1985180 cm / 85 kg
Andri StoffelGCK LionsV24.10.1984186 cm / 80 kg
Philipp WetzelBern Jun.S05.06.1985199 cm / 100 kg