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Spiel der Torhüter
Von Urs Berger
Die Schweizer Nationalmannschaft hat sich gegen Weissrussland im Penaltyschiessen mit 3:2 durchgesetzt. Dabei spielte die Defensive der beiden Teams und deren Schlussmänner eine wichtige Rolle. Am Ende war Jonas Hiller der kleine aber wichtige Unterschied.
Alle Beteiligten wussten, dass das heutige Spiel das wichtigste der olympischen Spiele sein wird. Der Start in dieses wichtige Spiel misslang jedoch den Schweizern Gründlich. Mit dem ersten Abschlussversuch der Weissrussen nach 59 Sekunden gingen diese mit 1:0 in Führung. Jonas Hiller konnte einen Puck nicht richtig kontrollieren. Als Hiller meinte, die Scheibe sei unter seinem Schoner festgeklemmt stocherte Klayuzhny die Scheibe dennoch unter seinen Schonern in das Tor. Die Schweizer waren ab diesem Rückstand für eine kurze Zeit aus dem Gleichgewicht und mussten sich erst wieder finden. Mit viel Mühe konnten sie nach und nach die Geschwindigkeit erhöhen. Dass die Weissrussen dabei den einen oder anderen Fehler in der Verteidigung machen, konnte den Schweizern nur hilfreich sein. IN der 12. Minute musste dann der Torschütze der Weissrussen für zwei Minuten auf die Strafbank. Die Schweizer machten nun Druck auf Torhüter Mezin. Mit einem schnellen Passspiel zwischen Roman Wick und Martin Plüss konnte der von der Bank sich anschleichende Julien Sprunger zum 1:1 ausgleichen. Nun erhöhten die Schweizer den Druck auf die Weissrussen. Es schien, als sei der Führungstreffer nur eine Sache der Zeit. Der starke Schlussmann Andrej Mezin verhinderte aber dass die Scheibe im ersten Drittel noch einmal hinter seiner Torlinie zu finden war. Das Spiel wogte nun lange hin und her. Beide Teams hatten dabei ihre Chancen. In der 27. Minute musste dann Sergej Demagin auf die Strafbank. 21 Sekunden nach diesem Ausschluss leuchtet zum zweiten Mal die rote Lampe hinter Mezin auf. Hnat Domenichellli konnte einen eigenen Abpraller zur 2:1 Führung der Schweizer verwerten. Die Schweiz machte wieder mehr Druck auf das Tor der Weissrussen. 90 Sekunden nach dem Führungstreffer hatte Raffaele Sannitz das 3:1 auf dem Stock. Doch Mezin konnte die Scheibe irgendwie kontrollieren.
Immer wieder die Torhüter
Die Eisgenossen spielten nun nur noch vor dem Tor von Mezin. Die Weissrussen verlagerten sich auf die Konter. Und warteten auch auf Strafen der Schweizer. Diese Möglichkeit kam auch, als Matthias Seger wegen Haltens für zwei Minuten auf die Strafbank musste. Zuvor hatten die Weissrussen eine Möglichkeit, als Jeannin wegen Spielverzögerung auf der Strafbank sass. Konnten sie diejenige gegen Jeannin nicht ausnützen, so trafen sie nach 50 Sekunde Strafzeit von Seger. Der Ausgleich durch Zakharov war Tatsache. Beide Teams waren sich von nun an ebenbürtig und schenkten sich nichts. Immer wieder kam der eine oder andere Spieler gefährlich vor eines der Tore. Es schien, als wollte keiner der Spieler auf dem Eis den entscheidenden Fehler zu viel machen. Die Verlängerung wurde dadurch zur Gewissheit.
Keine Entscheidung in der Verlängerung – Jonas Hiller rettet den Sieg
Inder Verlängerung mussten die Zuschauer durch ein Wechselbad der Gefühle. Immer wieder kam die eine oder andere Mannschaft zu guten Chancen. Die Chancen der Schweizer schienen nach einem Pfiff und einer Strafe gegen Roman Wick auf den Nullpunkt gesunken zu sein. Mehrmals kamen die Weissrussen zu guten Möglichkeiten. Doch Jonas Hiller machte seinen Job gut. Hielt die Schweizer im Spiel. So konnten die Schweizer diese heikle Situation überstehen. Kaum war diese vorbei war es erst Mark Streit der über das Tor schoss ehe dann auch Hnat Domenichelli die Scheibe nicht wunschgemäss traf. Das Spiel stand erneut auf des Messers Schneid. Die Entscheidung fiel jedoch nicht in der Verlängerung. Das Penaltyschiessen musste entscheiden. Iin deisem hätte es nicht spannender sein können. Die Schweizer legten mit Thomas Déruns vor. Danach scheiterte Ugarov, ehe Romano Lemm auf 2:0 erhöhen konnte. Nun lief Meleshko an, welcher Jonas Hiller bezwingen konnte. Danach hätte Ivo Rüthemann die Entscheidung auf dem Stock gehabt. Er scheiterte aber an Andrej Mezin. So kam es zum Duell Hiller gegen Kostitsyn. Der Weissrusse lief an, Jonas HiIler wartete zu und liess Kostitsyn die erste Bewegung machen. Und dies zahlte sich aus. Der Schweizer Torhüter ahnte die richtige Ecke und verhinderte so den Ausgleich im Penaltyschiessen. Die Schweizer gewinnen damit das Penaltyschiessen gegen die Weissrussen und ziehen in das Viertelfinale ein Nach dem Spiel war Ralph Krueger glücklich, dass die Schweizer Nationalmannschaft gewonnen haben. „Wir hatten das eine oder andere Mal Glück. Vor allem in der Verlängerung, als die Weissrussen mit einem Mann mehr spielen konnten. Aber auch wir hatten unsere Chancen. Ich danke dabei an die Situation als wir eine Strafe hatten und einen Konter. Das wir dort nicht trafen war natürlich schade,“ führt Ralph Krueger aus. „Wir wussten von Beginn an, dass eines der beiden Team Heute nach Hause fahren muss. So spielten wir denn auch das Spiel. Dass aber das Spiel Heute in das Penaltyschiessen musste, war auch ein Verdienst der beiden Torhüter,“ führt Krueger aus. Auch der Weissrussische Coach sah darin einer der Gründe für das enge Spiel. „Doch am Ende in das Penaltyschiessen zu gehen ist nicht einfach. In diesem ist es immer eine Lotterie,“ führt der weissrussische Coach Mikhail ZAKHAROV weiter aus. Für die Schweizer wird es morgen ein Spiel sein, in welchem sie nicht mehr die Favoriten sein werden Die behagt ihnen denn auch besonders.
Chancen sind vorhanden
Die Frage ist: Kann die Schweiz das morgige Spiel gegen die USA gewinnen? Ron Wilson, der Headcoach des Teams USA, sah denn auch einen Vorteil für die Schweizer, dass sie heute schon gespielt hatten. „Damit sind sie im Rhythmus und wissen nun, dass sie gewinnen können. Wir spielen jedoch mit einem sehr jungen Spiel hier in Vancouver. Gehen wir nicht früh in Führung, oder können die Schweizer, wie heute, so Defensiv kompakt spielen, dann wird es für uns schwer werden.“ Ob Ron Wilson damit den Druck von seinen Spielern nehmen will und die Schweizer als Favorit sieht? Vermutlich eine Mischung von beidem. Denn noch sind seine Erinnerungen an die Niederlage nach Verlängerung in der Schweiz wach. Damals, am 4. Mai letzten Jahres, verloren die USA gegen die Schweiz mit 4:5. Dies erwähnte auch Ralph Krueger in seinem Ausblick auf das kommende Spiel. „Die USA haben nun den Druck auf ihrer Seite und wir können nun das kommende Spiel Druckfrei aufspielen. Wieso sollten wir das Spiel nicht zu unseren Gunsten drehen können?“ führt der abtretende Nationaltrainer mit einem ironischen Lächeln hinzu. Machbar wäre es sicher. Denn die Schweizer haben nun gesehen, dass sie mit dieser Mannschaft das eine oder andere erreichen können. Spielen Alle Spieler über den Erwartungen, dann wird es ein enges und sicher spannendes Spiel werden. In etwas weniger als 24 Stunden wissen wir es. Und dann wissen wir auch, ob das 298. Spiel unter Ralph Krueger sein letztes gewesen sein wird.
Telegramm:
Schweiz- Weissrussland 3:2 n.P (1:1, 1:1, 0:0; 0:0)
Canadian Hockey Place, Vancouver. – 17397 Zuschauer. - SR: Devorski(CAN)/Orszag(SVK); Novak (SVK)/Blumel (CZE).
Tore: 0:59 Klayuzhny (Kostiuchenok) 0:1; 12:25 Sprunger (Wick, Plüss; Ausschlus Klayuzhny)1:1; 27:07 Domenichelli (Streit, Blindenbacher; Ausschluss Demagin) 2:1; Zakharov (Ugarov, Strasenko; Ausschluss Seger) 2:2; .
Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 3-mal 2 Minuten gegen Weissrussland.
Torschüsse: 43:22 ( 16:7, 10:4, 11:8, 5:3).
Bemerkungen: 38. Lattenschuss Kostitsysn; 63:30 Time-out Weissrussland; 69:53 Time-Out Schweiz.
Penaltys: Déruns trifft; Ugarov verschiesst; Lemm trifft; Meleshko trifft; Rüthemann verschiesst; Kostitsyn verschiesst.
Schweiz: Hiller (Stephan); Streit, Weber; Furrer, von Gunten; Blindenbacher, Sbisa; Diaz, Seger; Paterlini, Plüss, Rüthemann; Ambühl, Deruns, Monnet; Wick, Jeannin, Lemm; Domenichelli, Sannitz, Sprunger.
Weissrussland: Mezin (Koval); Salei, Kostichenok; Makritski, Karev; Staenko, Ryadinski; Denisov, Kolosov; Koltsov, Kalyuzhny, Kostitsyn; Kulakov, Meleshko, Stas; Ugaroc, Zakharov, Zadelenov; Mikhalev, Antonenko, Demagin
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Fotos von Thomas Oswald © |Diashow anzeigen
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