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Schweden – endlich wieder Gold?

Von Urs Berger

Bengt-Ake Gustafsson (Ex-Trainer SCL Tigers, Ex-Assistenztrainer Schweizer Nationalmannschaft) hat keine leichte Aufgabe mit den Schweden. An den letzten olympischen Spielen konnte man nicht überzeugen und landete jeweils auf dem fünften Schlussrang. 1994 gewann man, ohne die NHL Profis, noch Gold. Können die Schweden dieses Jahr das Resultat von Lillehammer wiederholen? Unmöglich ist es nicht.

Auf der Torhüterposition sind die Schweden sehr gut besetzt. Henrik Lundqvist wird die klare Nummer eins sein. Der bei den New York Rangers zwischen den Posten stehende Schwede ist einer der drei besten Torhüter in der NHL in dieser Saison. Auch dank ihm sind die Rangers dieses Jahr unter den Top sechs der Liga zu finden. Rückendeckung bekommt er durch den zum zweiten Mal an den olympischen Spielen teilnehmenden Mikael Tellqvist. Tellqvist ist bei den Toronto Maple Leafs unter Vertrag, gilt aber bei Insidern als weniger talentiert und erfahren als Lundqvist. Er hat auf internationaler Ebene bisher mehr Spiele bestritten als Lundqvist, doch mit ihm im Tor konnten die Schweden nie an die Honigtöpfe der grossen Drei gelangen. Dies ist an diesen Spielen in Turin anders. Mit Lundqvist steht endlich wieder ein sehr guter Torhüter im Tor, der in guten Tagen den Unterschied in heissen Spielen ausmachen kann. Der dritte Torhüter im Bunde, ist Stefan Liv. Der bei HV 71 Jönköping spielende Liv wird kaum über die Rolle als dritter Torhüter hinauskommen, außer einer der beiden gesetzten Torhüter verletzt sich.

Die Verletzen Liste der Schweden ist lange und mit prominenten Absenzen besetzt. Christian Bäckman ist noch nicht zu 100% fit, um definitiv an den olympischen Spielen teilzunehmen. Bäckman hat sich Anfangs Dezember den Fuss gebrochen, versuchte dann in der letzen Woche ein Comeback zu geben. Musste aber wegen einer Hüfteverletzung wieder pausieren. Die Frage ist nun, durch wen er unter Umständen ersetzt wird. Diese Frage kann sehr entscheidend sein. Noch ist sich aber die schwedische Delegation nicht sicher, wen sie nachnominieren wollen. Sie hoffen immer noch auf einen gesunden Bäckmann. Sicher fehlen wird Niklas Kornwall. Der Verteidiger der Detroit Red Wings befindet sich immer noch im Aufbau nach seiner im September 2005 zugezogenen Knieverletzung. Er spielte am ersten Februar das erste Mal seit seiner Verletzung wieder. Dennoch hat er es vorgezogen, nicht an die olympischen Spiele zu fahren. Auch nicht dabei sein wird der Stürmer Markus Näslund, der ebenfalls an einer Hüftverletzung laboriert. So hat denn auch die sportliche Leitung der Vancouver Canucks Näslund geraten nicht an den Spielen teilzunehmen. Dies hat er denn auch akzeptiert und wird die Pause dazu nützen, sich zu kurieren.

Trotz ihren verletzen Spieler haben die Schweden einen kompakten Kader. In der Verteidigung ist Mattias Norström, der Kapitän der Los Angeles Kings, der Verteidigungsminister der Schweden. Er ist verantwortlich, dass in der Defensive alles so läuft, wie es soll. Unterstützt wird er dabei von Niklas Lidström, der unter den NHL-Verteidiger auf dem dritten Platz der Scorerwertung liegt. Kenny Jönsson, Niclas Hävelid und Mattias Öhlund sind weitere namhafte Verteidiger auf die Bengt-Ake Gustafsson vertraut. Die Verteidigung ist sehr stark besetzt und hat auch im Power- und Boxplay ausgezeichnete Spieler, welche das Toreschiessen kennen und auch wissen wie zu verhindern.

Um Tore zu schiessen, ist in Schweden ein Name immer präsent. Peter Forsberg, der wohl zurzeit kompletteste Spieler der Welt. Er kann mit und ohne Scheibe (fast) alles, ist eins zu eins nicht zu überbieten und verfügt ein sehr gutes Auge für das Spiel. Nicht nur Forsberg ist einer der besten Spieler. Auch Daniel Alfredsson ist ein Spieler, der jedes Team besser macht. Er ist ein harter Arbeiter an der Bande, liebt das Checken und ist auch defensiv sehr verlässlich. Auch verlässlich sind die beiden Sedin Zwillinge. Henrik Sedin ist der physischere Spieler der beiden und liebt das defensive Spiel mehr als das Offensive. Anders sein Bruder Daniel. Daniel kommt mit der neuen Regelauslegung sehr gut zurande, geht schnell in die Offensive und kann dort immer wieder für Unruhe in der gegnerischen Verteidigung sorgen. Der einzige Kritikpunkt, den man bei den Schweden sieht, ist Mikka Hannula, der beim HC 71 Jönköping spielt. Der Zweiweg-Stürmer weisst zwar einige Goalgetter-Qualitäten auf, aber ob er sie auf internationalem Niveau umsetzen kann, ist eher fraglich, spielte er doch erst eine Weltmeisterschaft durch.

Der Kader der Schweden ist so ausgeglichen wie selten an den olympischen Spielen. An den letzen beiden Teilnahmen war man mit dem fünften Schlussrang unter den Erwartungen geblieben. Diese will man denn nun in diesem Jahr anders machen. Bengt-Ake Gustafsson und seine Mannschaft müssen beweisen, dass man auch höheren Aufgaben gewachsen ist. Denn alles andere als eine Medaille ist in Schweden nicht gut genug. Am liebsten ist es die Goldene. Mit diesem Kader mehr als nur ein Traum.

Slowakei – Top oder Flop?


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Short Notes

Einwohner: 8'878'085
Eingetragene Eishockeyspieler: 65'613
Eishallen: 292

Beste Spieler: Peter Forsberg
Zu beobachten: Die Sedin Zwillinge
Überbewerteter Spieler: Jörgen Jönsson
Coach: Bengt-Ake Gustafsson

Was geschieht wenn.....

.... die Schweden keinen Erfolg haben? Die Schweden sind mehr als heiss auf eine Medaille. Alles andere als eine Platzierung unter den ersten drei wird weder vom Verband noch von den Fans hingenommen. Was danach folgt, ist offen.