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Italien – Den letzten Platz vermeiden
Von Urs Berger und Jooeri Loonen
Die heissblütigen Italiener interessieren sich mehr für "Calccio" denn für "Hockey di Ghiaccio". Doch als Veranstalter der olympischen Spiele dürfen sie an dem Turnier der weltbesten Teams teilnehmen. Die Italiener wollen aber nicht nur als Kanonenfutter für die grossen Teams da sein, sondern auch den Heimvorteil zu nutzen wissen. Zudem wollen die Italiener beweisen, dass ihr letztjähriger Aufstieg in die A-Gruppe verdient war. Doch können die Spieler, welche im Durchschnitt älter als 30 Jahre sind, die Belastung eines solchen Turniers wie die olympischen Spiele, ohne Substanzverlaust, bestehen? Das wird die grösste Herausforderung des gesamten Teams sein.
Die Mannschaft verfügt über keine grossen Namen, welche in der NHL tätig sind. So startet denn die Suqadra Azzuri als einziges Team ohne einen NHL-Crack in das Abenteuer Olympia. Aber ohne Nordamerika Erfahrung geht es auch bei den Italienern nicht. Mit 62 NHL Spielen auf dem Buckel steht Jasson Muzzatti zwischen den Pfosten. Der Torhüter der Italiener wurde 1988 an 21. Stelle im Draft von den Calgary Flames gezogen. Für die Flames bestritt er denn auch zwei Spiele und stand total 70 Minuten im Tor. Danach wurde er zu den Hartford Whalers transferiert bei welchen er dann den Höhepunkt seiner Karriere erlebte. Er wird denn auch die unbestrittene Nummer eins im Tor der Italiener sein. Hinter ihm wird Günter Hell vom HC Bozen die Aufgabe des Backup Torhüters übernehmen. Er wird diese denn auch ohne Murren übernehmen, ist doch dies seit den letzen fünf Jahren an allen Weltmeisterschaften sein Schicksal. Als dritter Torhüter kann der erst 21-jährige Renè Baur an die Spiele. Er wird dort, wie viele andere Torhüter, welche an der dritten Stelle mitgehen, die nötige Erfahrung für alle anderen Turniere sammeln können.
In der Verteidigung baut man auch auf die einheimischen Spieler. Bis auf eine Ausnahme. Der Italo-Amerikaner Robert "Bob" Nardella ist 37 Jahre alt und spielt mit den Rockford Ice Hogs in der unterklassigen UHL. Dort konnte er in 26 Spielen 3 Tore und 22 Punkte erzielen. Doch die Liga ist eher für ihre Prügeleien denn für Eishockey bekannt. So führen denn die Darnburry Trashers die Rangliste der Strafen mit 1479 Strafminuten in 40 Spielen an. Die Stärke von Nardella ist denn auch nicht das Prügeln, sondern die solide Arbeit in der Defensive oder in Powerplay. Er verfügt über einen harten Schuss und kann für die Italiener ein wichtiger Spieler werden. Nach den Spielen wird er sehr wahrscheinlich denn auch seinen Rücktritt aus dem Nationalkader der Italiener geben. Sein Nachfolger steht jedoch schon bereit. Der 24-jährige Carter Trevisani soll in die Fussstapfen von Nardella treten. Er ist einer von vielen Spielern, welche gezielt gesucht wurden, um an den olympischen Spielen einen konkurrenzfähigen Kader auf die Beine zu stellen. So musste er denn eine komplette Saison in Italien spielen, um überhaupt die Möglichkeit zu haben für Italien aufzulaufen. So spielte er denn in der Saison 2003/04 und 04/05 beim Varese HC, ehe er auf diese Saison zum Asiago HC wechselte.
Das gleiche Prozedere machte der nun beim schwedischen Spitzenklub spielende Center Tony Tuzzolino durch. Der 1994 von den Quebec Nordiques gedraftete Amerika-Italiener spielte neun Partien in der NHL, ehe er von der AHL nach Italien zum Asiago HC wechselte. Auch er ist nicht der geborene Scorer und wird auch eher mit der Verteidigung des eigenen Tores denn mit dem Schiessen von Toren beauftragt sein. Dennoch sollte man sich von den Statistiken nicht irritieren lassen. Die Italiener können auf einen sehr erfahrenen Kader zurückgreifen, welche viel an internationalen Turnieren lernen. In diesen haben sie gelernt, eine gesunde Härte in das Spiel einzubringen und werden dies auch umsetzen.
Die Erfahrung ist denn auch der grösste Trumpf der Italiener. Viele Spieler werden den letzten grossen internationalen Auftritt haben. Danach muss eine neue Nationalmannschaft aufgebaut werden. Dieser Prozess ist bereits im Gange und es stehen einige hoffnungsvolle Spieler bereit in die Breschen zu springen. Ein weiterer Trumpf ist, wie bereits weiter oben erwähnt, die Möglichkeit, auch den einen oder anderen NHL Spieler mit kernigen Checks und harten Faustkämpfen zu ärgern. Ein weiteres Plus ist das Verwalten des Vorsprungs, wenn die Italiener in Führung lagen. Doch können die Azzuri dies auch auf diesem Niveau über die geforderten 60 Minuten machen? Keine einfache Aufgabe gegen die mit NHL-Spielern gespickten Kader ihrer Gegner. So würde es denn auch nicht erstaunen, wenn die Italiener, trotz allen Bemühungen, auf dem letzten Platz das Turnier beenden würden.
Im nächsten Teil: USA – Können die Amerikaner das Wunder von Lake Placid wiederholen?
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Short Notes Einwohner: 58'103'033
Eingetragene Eishockeyspieler: 7'258
Eishallen: 76
Beste Spieler: John Porco
Zu beobachten: Carter Trevisano
Überbewerteter Spieler: Tony Iob
Coach: Michel Goulets
Was geschieht wenn.....
.... Italien Erfolg hat und Olympiasieger wird? Dann wird ab sofort jedes Fussball Stadion zu einem Eisrink umgebaut und die Italiener werden so zu einer Topnation im Eishockey. Fussball wird nur noch auf der Strasse gespielt werden und keine Rolle mehr spielen. Träume sind doch schön oder?
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