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Olympia-Neulinge Schweiz und Italien

Von Urs Berger

Im letzten Teil der Vorschau auf das Fraueneishockeyturnier stellen wir Ihnen das Gastgeberland Italien vor und die erstmals teilnehmenden Schweizerinnen. Im Schweizer Teil geben vier Spielerinnen Auskunft über die Stärken und Schwächen der Schweiz und deren Gegner.

Auf dem Papier sind die Italiener das schwächste Team des Olympischen Frauen-Eishockey-Turniers. Noch ist der Kader nicht komplett, noch weiss die breite Öffentlichkeit nicht, welche Spielerinnen dabei sein werden. Sicher im Team sein wird die beim SC Riesersee in Deutschland tätige Sabina Florian. Die an der Centerposition spielende Florian wird durch die in der Schweiz bekannte Maria Leitner ergänzt. Leitner verhalf dem DHC Lyss zu einem Vizemeistertitel im Jahr 2000/01. Beide sind laufstark und verfügen über eine gute Spielübersicht. Schon manchmal konnten die beiden durch diese Fähigkeiten die nötigen Scorerpunkte buchen. Dennoch bleibt abzuwarten, welche Spielerinnen nun definitiv an dem Turnier teilnehmen dürfen, hat doch der italienische Verband keine Kosten und Mühen geschaut, um seine Frauennationalmannschaft optimal auf die Olympiade vorzubereiten. In mehrwöchigen Trainingscamps in Finnland wurde die optimale Zusammensetzung des Teams gesucht. Dennoch bleibt abzuwarten, wer nun in Turin definitiv dabei sein wird. Reicht es den Italienerinnen so zu einer Überraschung?

Die Schweizerinnen steigen als nominelle Nummer neun der Weltrangliste in das Turnier. Nachdem sie in einem hart umkämpften Finalspiel die Chinesinnen mit 3:2 bezwungen haben, fahren sie nach Turin. Das ausgeglichene Team wird durch die Kapitänsfrau Romana Fuhrer angeführt, welche auch beim DHC Lyss eine wichtige Rolle spielt. Die Verteidigerin stellt mit Prisca Mosimann die erste Verteidigung und sichert vor einer erfahrenen Torfrau, Patrizia Elsemore-Sautter ab. Die Schweizerin, welche in Nordamerika lebt und spielt, steht seit 14 Jahren im Tor der Schweizer. Für die Tore verantwortlich ist unter anderem Daniela Diaz. Die Schwester des EVZ-Profis Raphael Diaz gilt im Schweizer Team als eine, die auch Tore schiessen kann. Auch Laura Ruhnke, die Tochter des EHC Basel-Trainers Kent Ruhnke, ist eine gute Scorerin. Sie spielt denn auch mit Silvia Bruggman und Rachel Rochat, welche in den USA in Needham spielt, in einem Allrounder-Block, welche die Aufgabe hat, das Spiel offensiv wie auch defensiv zu beeinflussen. Rochat konnte in den letzen Jahren viel Erfahrung in Nordamerika sammeln und weiss mit ihrer Spielinteligenz zu überzeugen. Auch einen wichtigen Teil im Team übernimmt Angela Frautschi. Die Spielerin des DHC Langenthal kann, wie Thomas Ziegler beim SC Bern, in der Defensive wie auch in der Offensive eingesetzt werden. Der einzige Unterschied zu beiden ist, dass Thomas Ziegler als Center spielt und Frautschi als Flügel eingesetzt werden kann.

Für das kreative Spiel ist der Block mit Jeanette Marty, Stefanie Marty und Kathrin Lehmann verantwortlich. Kathrin Lehmann spielt in Deutschland bei den Lady Kodiaks aus Kornwestheim, bei welchen Sie zurzeit die Position als Topscorerin innehat. Aber Lehmann spielt nicht nur Eishockey. Sie ist ebenfalls noch Fussball-Torfrau des FFC München 99 und spielt dort in der zweitobersten Frauenliga des Landes mit. Trotz den vielen Trainings reicht es Lehmann immer noch, um hie und da noch Saxophon zu spielen. Dort ist sie Ehrenmitglied im Saxophon Quartett Dan's 44.

Die Schweizer Frauennationalmannschaft wartet zudem noch mit zwei weiteren Besonderheiten auf. Sie stellen die jüngste Spielerin des Turniers und haben mit drei Spielerinnen mit dem Nachnamen Marty einen weiteren Rekord auf sicher. Mit siebzehn Jahren darf die zweite Torfrau der Schweizerinnen, Florence Schelling von den GCK Lions, die Reise nach Turin mitmachen. Doch sie ist nicht nur eine Ersatztorhüterin, sondern auch bereit, in den Spielen eingesetzt zu werden. Beide Torfrauen, Elsmore-Sautter sowie Schelling, werden zu den Topspielerinnen auf diesem Niveau gezählt. Doch auch das Marty-Trio macht von sich reden. Alle drei spielen beim EV Zug und sind dort Schlüsselspielerinnen. Doch nur Julia und Stefanie sind verwandt. Sie sind Zwillingsschwestern. Jeanette, die Dritte im Bunde, ist zusammen mit Stefanie Marty verantwortlich, dass es im Sturm schnell zur Sache geht, während Julia hinten die Sturmläufe der beiden absichert. So steht denn Coach René Kammerer ein ausgeglichener Kader zur Verfügung, um an den Olympischen Spielen vielleicht für die eine oder andere Überraschung zu sorgen, während die zu Hause gebliebenen Frauenspielerinnen am ersten Woman Hockey Cup teilnehmen können. Oder sie veranstalten, wie der DHC Langenthal, eine Fanreise nach Turin, um die Frauen vor Ort zu unterstützen. Diese haben die Frauen denn auch wirklich verdient.

Stimmen zu den Gegnerinnen

Ramona Fuhrer zu den Finninnen: Sie sind stocktechnisch wie auch schlittschuhläuferisch sehr gut. Sie jedoch richtig einzuschätzen ist für mich schwer, da wir schon lange nicht mehr gegen diese Mannschaft, welche ja aktuell die Nummer drei ist, gespielt haben. Ein Punktegewinn liegt nur dann in Reichweite, wenn wir wirklich einen ausgezeichneten Tag erwischen.

Laura Ruhnke zu Deutschland: Dies wird unser härtester Gegner sein. Wollen wir im Turnier nicht um die letzen Plätze spielen, so müssen wir die Deutschen schlagen. Dies haben wir ja bereits an ihrem Heimturnier gemacht und sie auf den letzen Platz verwiesen. Dieser Platz war für sie eine Enttäuschung. Aus diesem Grund wird die deutsche Mannschaft versuchen, uns zu besiegen. Aufpassen müssen wir auf die erste Linie um Maritta Becker. Es wird sicher ein hartes und gutes Spiel werden, das von der Rivalität der beiden Nationen leben wird.

Patricia Elsmore-Sautter zu den USA: Die Amerikaner sind dieses Jahr als Team nicht ganz so gut wie die letzen Jahre. Sie verfügen zwar über viele gute Einzelspieler, haben aber noch nicht den Schritt zum Team gemacht. Wenn wir mit einem frühen Tor die USA überraschen, können wir durchaus ein gutes Resultat erreichen. Zudem ist es für beide Teams das erste Spiel, so dass man immer zu einer Überraschung ansetzen kann.

Morgen: Das Herrenturnier, dessen Entwicklung, Regeln und die Rolle der NHL.


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