Börje Salming gestorben

Freitag, 25. November 2022, 06:45 - Martin Merk

Die schwedische Eishockeylegende Börje Salming ist gestern im Alter von 71 Jahren an der Krankheit ALS gestorben. Er galt als Wegbereiter für europäische Spieler in der NHL.

Salming begann seine Karriere in seiner nordschwedischen Heimat Kiruna und wechselte mit 20 Jahren zu Brynös. Nach nur drei Saisons (2 Meistertitel) in der höchsten Liga und einer erfolgreichen WM wechselte er 1973 zu den Toronto Maple Leafs in die NHL während einer Zeit als praktisch nur Kanadier in der Liga spielten und Europäer als zu weich verschmäht wurden. Er wechselte zusammen mit seinem Teamkameraden Inge Hammarström und sie waren die einzigen Nicht-Kanadier im Team. Doch Salming schlug ein, vermochte mit dem raueren Klima der NHL umgehen und wurde zum ersten europäischen NHL-Star. Er bestritt 16 Saisons für die Leafs und eine für Detroit bevor er seine lange Karriere mit dem AIK Stockholm beendete.

Als erster NHL-Star vom Kontinent galt er als Türöffner für europäische Spieler. Jahrelang gehörte er zu den besten Verteidigern der Liga (mehrfacher Finalist für die Norris Trophy) und bestritt mit der schwedischen Nationalmannschaft mehrere Weltmeisterschaften, Canada Cups und die Olympischen Spiele. Als Legende war er in Toronto wie auch in Schweden immer wieder gern gesehen. Die Krankheit ALS veränderte jedoch sein Leben. Seine Gesundheit veränderte aufgrund der aggressiven Form innert weniger Monate. Diesen Monat verabschiedete er sich mit grösster Mühe vor einem Spiel in Toronto von den Fans seines langjährigen Clubs und besuchte kürzlich in Stockholm die Gala zum 100-jährigen Jubiläum des schwedischen Eishockeyverbands. Salming war Mitglied der Hockey Hall of Fame in Toronto ebenso wie in der Hall of Fame der IIHF. Er wurde zum 100-Jahre-Jubiläum der IIHF im Jahr 2008 ins All-Star Team des Jahrhunderts gewählt und vor wenigen Wochen ebenso ins schwedische Jahrhundertteam. Die Spiele der schwedischen SHL wurden gestern Abend für eine Schweigeminute vor Drittelsbeginn unterbrochen.