Lausanne 2020 ein Erfolg

Mittwoch, 1. Juli 2020, 14:51 - Medienmitteilung

Die Olympischen Jugend-Winterspiele Lausanne 2020 (YOG) sind vor fast genau fünf Monaten zu Ende gegangen. Das Organisationskomitee nimmt dies als Gelegenheit, auf den grossen sportlichen Erfolg, sowie auch auf den Publikumserfolg der YOG als auch auf die positiven finanziellen Ergebnisse zurückzublicken. Nun ist es an der Zeit, sich mit dem Erbe der Spiele zu befassen, das von einer neuen, eigens zu diesem Zweck geschaffenen Stiftung verwaltet wird.

Das Organisationskomitee Lausanne 2020 hat heute ein letztes Mal einen Medientermin abgehalten, dies fünf Monate nach der Schliessung der YOG und am Tag nach ihrer offiziellen Auflösung. Dies war eine Gelegenheit, sich von der Öffentlichkeit zu verabschieden und die verschiedenen Ergebnisse der Veranstaltung zu präsentieren.

Operatives Budget des Organisationskomitees: profitables Ergebnis

Das Organisationskomitee gibt bekannt, dass sein operatives Budget einen Gewinn von 400.000 CHF aufweist. Dieses Budget, das am Ende des Jahres formell abgeschlossen wird, umfasst Einnahmen in der Höhe von 48,4 Millionen CHF, die sich aus 37,7 Millionen CHF Direkteinnahmen und 10,8 Millionen CHF in Form von Sachleistungen zusammensetzen.

Die Geldbeträge setzten sich aus öffentlichen Mitteln der Stadt Lausanne, des Kantons Waadt (je 9 Millionen) sowie des Bundes (8 Millionen) zusammen. Diese Einnahmen wurden durch Swiss Olympic (1,4 Millionen), dem Ticketing und Merchandising (2,2 Millionen) und Sponsoring-Partnerschaften (1,9 Millionen) ergänzt.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat ebenfalls zum operativen Budget des Organisationskomitees in der Höhe von 6,2 Millionen beigesteuert. Über diesen Betrag hinaus hat das IOC auch zusätzliche Investitionen in die Werbung für die Veranstaltung als auch in die internationale Berichterstattung getätigt und damit wesentlich zu dem Erfolg der Veranstaltung beigetragen.

Bei Aufwendungen von insgesamt 48 Millionen CHF (einschliesslich der Bewertung von Sachleistungen im Gegenwert von 10,8 Millionen CHF) erzielte das Organisationskomitee damit einen Betriebsgewinn von 400'000 CHF.

Ein Erfolg in der Gesellschaft – vor Ort, online und im Fernsehen

Lausanne 2020 zog ein sehr grosses Publikum an, sowohl an den Wettkampfstätten als auch an den "en Jeux"-Festivals, die parallel in den Austragungsstädten und Resorts geschaffen wurden. 640'000 Zuschauer wurden gezählt, 350'000 von diesen allein an den Sportwettkämpfen. Nur schon in Lausanne brachte die Veranstaltung "Lausanne en Jeux!" mehr als 200.000 Menschen zusammen. Unter diesen Zuschauern konnten mehr als 80.000 Schülerinnen und Schüler zum ersten Mal live einem olympischen Ereignis beiwohnen. An einigen Austragungsorten strömten an den Wochenenden bis zu 10.000 Zuschauer zu den Wettkampfstätten.

Auch online war der Erfolg sehr gross und machte Lausanne 2020 zur erfolgreichsten Ausgabe in der Geschichte der Olympischen Jugend-Winterspiele.

Die Berichterstattung über die Veranstaltung auf Lausanne2020.sport und den olympischen Plattformen (Olympic Channel und olympic.org) zog während der 13 Wettkampftage mehr als drei Millionen Unique User an, eine Steigerung von 200% gegenüber Lillehammer 2016. Der Inhalt generierte 66 Millionen Zugriffe auf die olympischen Plattformen und Sozialen Medien, etwa 25 Mal mehr als bei der letzten Ausgabe der YOG. Die verschiedenen olympischen Social-Media-Plattformen haben dank Lausanne 2020 mehr als 450.000 neue Follower gewonnen.

Auch die Fernsehübertragungen verzeichneten einen deutlichen Anstieg. Nach einer fehlenden Live-Berichterstattung für die ersten Winter-YOG in Innsbruck 2012 wurde die Ausgabe Lausanne 2020 in 191 Territorien von 73 Rechteinhabern ausgestrahlt, die fast 2.700 Stunden lineare Berichterstattung übermittelten. Die YOG wurden von einem geschätzten Publikum von mehr als 150 Millionen Menschen weltweit verfolgt. Insbesondere wurde die Eröffnungszeremonie am 9. Januar live auf den drei Schweizer Landeskanälen übertragen. Bei RTS in der Westschweiz erreichte sie einen Marktanteil von 25%, was einen sehr hohen Wert darstellt.

Ein minimierter CO2-Fußabdruck und wichtige Referenzen für die Zukunft

Das Lausanner Büro der Firma Quantis, die auf die Unterstützung von Organisationen bei der Umsetzung von umweltschonenden Lösungen spezialisiert ist, unterstützt und misst seit 2017 in enger Zusammenarbeit mit der Universität Lausanne die vom Organisationskomitee unternommenen Schritte. Am Ende der YOG legte Quantis ihren Bericht vor, der nicht nur Lausanne 2020 im unteren Bereich der Auswirkungen eines Ereignisses dieser Grössenordnung (mit 19 kg CO2-Äq/Zuschauer) einordnet, sondern auch wesentliche Lehren für die Zukunft liefert.

Die Evaluierung umfasst alle Aktivitäten im Zusammenhang mit den Spielen, die das IOC nun messen lassen muss (Vorbereitung und Durchführung der Spiele, Bau permanenter Infrastrukturen und damit verbundene Aktivitäten). Lausanne 2020 liegt, insbesondere dank seiner ausgeprägten Bereitschaft, nur die bestehenden Infrastrukturen zu nutzen, die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu fördern und an allen Austragungsorten vegetarische Menüs anzubieten (mehr als 20% der Athleten nutzten sie im Olympischen Jugenddorf), mit seinen Ergebnissen weit unter den typischen Veranstaltungen seiner Kategorie. Die Studie ist auf der Quantis-Website verfügbar.

Olympische Spiele im öffentlichen Verkehr: Von Athleten und Publikum gleichwohl geschätzt

Einer der Höhepunkte von Lausanne 2020 war die intensive Förderung der Nutzung des öffentlichen Verkehrs. Insbesondere war dieses Transportmittel die einzige Lösung, die das Organisationskomitee den teilnehmenden Mannschaften für die Reise der Athletinnen und Athleten vorschlug. Die Initiative, die in Zusammenarbeit mit tl (Lausanne), CFF (nationales Netzwerk), tpc (Chablais), Travys (Vallée de Joux- Yverdon-Sainte-Croix) und NStCM (Nyon-St-Cergue-Morez) durchgeführt wurde, war ein großer Erfolg. Insbesonders wurden die folgenden Ergebnisse erzielt:

Mehr als 80% der Teams benutzten ausschließlich die ihnen zur Verfügung stehenden öffentlichen Verkehrsmittel. In Lausanne wurden 10'000 Athleten in den tl-Pendelbussen zwischen Vortex und dem Bahnhof-SBB transportiert. 30% Anstieg der Fahrgastzahl in der Metro Lausanne m2 von tl während der Veranstaltung (insgesamt 1 Million Fahrgäste) Anstieg um +38% im U-Bahnsystem m1, das während der Veranstaltung das Olympische Dorf der Jugend (Vortex), die Malley-Eisbahnen und die Medal Plaza bediente (750.000 Fahrgäste) Transports Publics du Chablais (tpc) transportierte während der Spiele 12’500 Personen, ein Rekord Mehr als 4.000 Fahrkarten zum YOG-Sonderpreis (10.-/20.-) wurden an die breite Öffentlichkeit verkauft, was ungefähr 2.500 Autos weniger an den Wettkampfstätten entspricht.

Ein wichtiges Erbe, das nun von einer Stiftung verwaltet wird

Das hinterlassene Erbe von Lausanne 2020 ist vielfältig. Es ist sozialer Art (starke Begeisterung der Schweizer Bevölkerung für Olympia und Sport bei der Jugend, Engagement der Schulen und Förderung des Sports), wirtschaftlicher Art (Beschleunigung von Projekten, die für die Gemeinden und den Tourismus nützlich sind) und im Hinblick auf die Nachhaltigkeit (Bewährungsprüfung von Initiativen, die insbesondere die Auswirkungen von Grossanlässen verringern sollen).

Zuerst die Faszination. Die Bevölkerung versammelte sich massenhaft um eine vereinigende Veranstaltung, die die Werte des Olympischen Bewegung weit und breit propagierte und mit sich trug, wobei die Jugend als deren Sprecher auftrat. Die neuen Formate, wie gemischte oder multinationale Veranstaltungen, parallele Sportveranstaltungen und Brüderlichkeit zwischen den Zuschauern, zeigten einmal mehr, dass Sport Menschen zusammenbringt, statt sie zu trennen. Die Schweiz wird sich diese Erfahrungen für die Zukunft der Sportveranstaltungen auf ihrem Territorium zunutze machen können.

Was die Infrastruktur betrifft, so haben die Olympischen Jugendspiele die Beschleunigung von Projekten ermöglicht, die von den lokalen Gemeinschaften seit langem gewünscht wurden, wie z.B. Vortex, das Olympische Dorf der Jugend, das für die Spiele gebaut wurde, aber als Studentenunterkunft dienen sollte. Ein weiteres aufschlussreiches Beispiel ist die Vereinbarung zwischen dem benachbarten Frankreich und der Schweiz für 20 Jahre zur freien Nutzung der nordischen Infrastruktur in Les Tuffes durch Schweizer Teams. Im Vallée de Joux wird eine kürzlich getroffene Vereinbarung die Wiederverwendung der für die YOG entwickelten Strecke ermöglichen. Diese Regionen, wie die Waadtländer Alpen, haben sich auf der Karte des Schweizer Sports neu positioniert und werden in Zusammenarbeit mit den nationalen Verbänden den jungen Athletinnen und Athleten zugute kommen.

Vor und während der Veranstaltung wurden auch neue Synergien getestet, die sich auf der Grundlage der aus den YOG gezogenen Lehren weiter entwickeln können: Insbesondere die Partnerschaften zwischen Lausanne 2020, den Universitäten und der HES, die an der Gründung der YOG massgeblich beteiligt waren, haben die Entwicklung von Wissen ermöglicht, das für künftige Grossveranstaltungen mit verstärkter Beteiligung der Studierenden wiederverwendet werden kann. Der Austausch zwischen Sport und Kultur, der den Festivals "en Jeux!" zum Erfolg verholfen haben, war auch reich an Lehren, die in der Zukunft Früchte tragen werden.

Diverse Nachhaltigkeitsinitiativen – sei dies die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel für große Versammlungen oder der Betrieb bestehender Veranstaltungsstätten - oder aber der Betrieb neu gebauter, aber für eine spezifische Nutzung nach den Spielen vorgesehene Stätten – profitieren nun von den Lehren der Bewährungsprobe im 1:1-Massstab.

Die Verwaltung dieses Vermächtnisses wird im Rahmen einer Stiftung erfolgen, die sich derzeit in der Gründungsphase befindet und deren Aufgabe es sein wird, den Geist und die Erfahrungen von Lausanne 2020 weiterhin für künftige nationale und internationale Sportinitiativen zu nutzen.

Das sagen die Akteure – Zitate von Rednern auf der Medienkonferenz

Virginie Faivre, Präsidentin des Organisationskomitees: «14 Tage lang haben wir gemeinsam eine neue Art von Olympischen Spielen gefeiert, intelligent und nachhaltig. Und wir haben der Welt eine Facette unseres Landes gezeigt, die sie vielleicht etwas weniger kennt: eine sportliche Schweiz, die an ihre Jugend glaubt, eine Schweiz, die ausbildet und innovativ ist. Ich möchte allen danken, die uns auf diesem wunderbaren Abenteuer begleitet haben.»

Ian Logan, Generaldirektor: «Der Erfolg von Lausanne 2020 ist in erster Linie auf ein beeindruckendes, engmaschiges und motiviertes Team zurückzuführen, aber auch auf das unermüdliche Engagement der Gastgeberstandorte, Freiwilligen und Schulen. Lausanne 2020 wollte ein Ereignis einer neuen Art sein, stets auf der Suche nach vernünftigen und nachhaltigen Lösungen. Ich hoffe, dass wir einen Weg für die Zukunft aufgezeigt haben.»

Amélie Klopfenstein, dreifache Schweizer Medaillengewinnerin von Lausanne 2020 (Ski Alpin): «Lausanne 2020 wird für immer ein wichtiger Moment in meiner Karriere bleiben. Es war für mich monatelang ein grosses motivierendes Element und dann ein äusserst lehrreicher Moment. Ich wünsche jedem jungen Sportler, dass er dies einmal in seinem Leben erleben darf.»

Christophe Dubi, Exekutivdirektor der Olympischen Spiele, Internationales Olympisches Komitee (IOC): «Lausanne 2020 war in jeder Hinsicht ein Erfolg für das IOC, der viele nützliche Lehren für die Zukunft bringt. Diese Spiele waren das fabelhafte Laboratorium, das die Olympischen Jugendspiele sein sollten. Aber darüber hinaus war der grösste Erfolg dieser Spiele wohl das Engagement und der unglaubliche Enthusiasmus der Waadtländerinnen und Waadtländer.»

Grégoire Junod, Bürgermeister der Stadt Lausanne und Vizepräsident: «Die Olympische Hauptstadt ist eine Stadt des Sports und eine Stadt der Kultur. Die Olympischen Jugendspiele waren eine Gelegenheit, diese starken Elemente, die die DNA unserer Stadt ausmachen, zusammenzubringen, was zu diesem wunderbaren Festival des Sports und der Kultur führte. Obwohl sich die Welt seitdem verändert hat, haben uns diese Spiele gezeigt, wie wichtig es ist, dass wir gemeinsam grosse Emotionen erleben.»

Philippe Leuba, Staatsrat Vaud und Vizepräsident: «Lausanne 2020 hat uns einmal mehr gezeigt, dass der Sport ein aussergewöhnlicher Schöpfer von Emotionen ist. Die Waadtländerinnen und Waadtländer haben dies verstanden, als sie zu den Wettkampfstätten strömten. Lausanne 2020 hat es uns ermöglicht, der Schweiz und den vier Ecken der Welt eine Region zu zeigen, die in sportlicher Hinsicht einzigartig ist. Es war auch eine Gelegenheit, zu zeigen, dass wir in Jugend und Sport investieren.»

Jürg Stahl, Präsident Swiss Olympic: «Diese Olympischen Jugendspiele waren auf allen Ebenen ein grosser Erfolg, insbesondere für unsere jungen Schweizer Athleten, die 24 Medaillen gewannen. Aber über das Ergebnis hinaus ist das Wichtigste die Erfahrung, die sie während dieses Grossereignisses in ihrem eigenen Land sammeln konnten, auch dank der herzlichen Atmosphäre. Die Schweiz liebt den Sport und seine Jugend: Das ist eine grosse Zukunftsperspektive.»