St. Louis erstmals Stanley-Cup-Sieger

Donnerstag, 13. Juni 2019, 04:28 - Martin Merk / Maurizio Urech

Dank einem 4:1-Sieg im entscheidenden siebten Spiel in Boston gewinnen die St. Louis Blues erstmals den Stanley Cup.

Nach 52 Jahren war es in der Nacht auf heute soweit: Die St. Louis Blues gewannen erstmals in der Clubgeschichte den Stanley Cup. Ryan O'Reilly und Alex Pietrangelo sorgten mit ihren Treffern zu Ende des Startdrittels den Grundstein zum 4:1-Sieg in Boston und zogen das Momentum auf ihre Seite zurück. Es ist der erste Erfolg in der vierten Finalteilnahme. Zuvor hatten die Blues in drei Finalteilnahmen sämtliche Spiele verloren. 1968 und 1969 verlor man gegen die Montréal Canadiens 0:4, 1970 gegen den aktuellen Gegner Boston Bruins mit demselben Resultat.

Die Bruins hatten mit 33:20 Torschüssen eine statistische Überlegenheit, vermochten jedoch den Torhüter Jason Binnington erst zwei Minuten vor Schluss zu bezwingen. Bis dann hatten jedoch Brayden Schenn und Zach Sanford mit zwei Treffern im Schlussdrittel (52./56.) bereits auf 4:0 erhöht. Binnington gehörte zu den Leistungsträgern im siebten Spiel, obwohl ihn vor der Saison kaum einer auf der Rechnung hatte. In seinen fünf Jahren zuvor bei den Blues kam er gerade mal auf ein NHL-Spiel. Obwohl er statistisch nicht zu den besten Torhütern der Playoffs zählte, krönte er nun seine Rookie-Saison im späten Alter von 25 Jahren mit dem Stanley-Cup-Triumph.

Captain Pietrangelo gab die Trophäe als ersten an Jay Bouwmeester, der erst durch den Wechsel zu St. Louis vor sieben Jahren überhaupt zu Playoff-Hockey kam und als Olympiasieger und Weltmeister damit im Alter von 35 Jahren zum "Triple Gold Club" hinzustösst. O'Reilly wurde gleich nach Spielende zum wertvollsten Spieler der Playoffs ausgezeichnet. Er war hinter Bostons Brad Marchand der beste Scorer der Playoffs - beide kamen auf 23 Punkte.

Zu den überraschenden Helden gehörte auch der Trainer Craig Berube, der Ende November das Team von Mike Yeo am Tabellenende der Central Division übernahm und vom Assistenztrainer zum interimistischen Cheftrainer befördert wurde. Die Mannschaft stockte und war im Januar zeitweise Letzter. Dann kam die Wende. Zwischen dem 23. Januar und und dem 19. Februar gab es elf Siege in Serie. Von den letzten zehn Spielen der regulären Saison gewannen die Blues acht und rückten auf den fünften Platz der Western Conference vor. Vom letzten Rang zum NHL-Champion hat es in der NHL-Neuzeit noch kein Team geschafft, doch die Blues besiegten nacheinander die Winnipeg Jets (4:2), die Dallas Stars (4:3), die San Jose Sharks (4:3) mit dem Schweizer Stürmer Timo Meier und schliesslich ebenfalls in sieben Spielen die Boston Bruins im Finale um Geschichte zu schreiben.