Neuenburg: Suspendierung wegen Trikot?

Mittwoch, 13. September 2017, 12:21 - Martin Merk

Es war ein rätselhafter Dienstag, vier Tage vor dem Start der neuen dritthöchsten Spielklasse MySports League. Der HC Université Neuchâtel wurde wegen der Nicht-Erfüllung von gestellten Auflagen suspendiert. Weshalb genau, wusste offiziell nicht einmal der Club selber. Gerüchten zu Folge soll der Grund sein, dass man es versäumte, das Trikot-Design rechtzeitig einzureichen. Soll der Club nun wegen einem Trikot ausgeschlossen werden?

Noch wird das Spiel zwischen dem HC Université Neuchâtel und dem EHC Seewen vom Samstag auf der Seite der Liga aufgeführt. Doch falls die Suspendierung vom Einzelrichter nicht noch kurzfristig aufgehoben wird, würden dieses und andere Spiele mit Neuenburger Beteiligung bis auf Weiteres ausfallen und müssten allenfalls nachgeholt werden bei einer Reintegration des Clubs.

Doch weshalb der Rummel? In der Medienmitteilung fehlte der Grund. Neuenburger Medienschaffende fanden von der Führung der Regio League Romandie auch nicht viel mehr heraus. «Es handelt sich um Versäumnisse im administrativen Bereich», sagt Philippe Raboud, Präsident der Regio League für die Romandie, gegenüber der Neuenburger Zeitung «L'Express». Mehr wollte er aufgrund des eröffneten Verfahrens, um das sich einer der Einzelrichter kümmern wird, nicht sagen.

Der Clubpräsident Grégoire Matthey fand im Dokument, das er von der Liga erhielt, auch keine Informationen. «Wir können uns keine administrativen Versäumnisse ankreiden lassen. Ich habe das Gefühl, dass es sich um einen politischen Entscheid handelt, gefällt von einigen Mitgliedern der Liga», sagte er.

Laut Informationen der Zeitung aus dem Clubumfeld soll das Versäumnis bei der Einreichung des Trikot-Designs Grund für den drastischen Schritt der Liga sein. «Das wäre ein bisschen ein schwacher Grund um uns auszuschliessen, zumal dies keine Voraussetzung bildet um in der Meisterschaft teilzunehmen oder nicht. Falls dies der Fall ist, wäre es ein Vorwand», so Matthey. «Wir sind entschlossen gegen diesen Entscheid anzukämpfen, die sich nicht auf eine grosse Sache stützt.» Die Neuenburger haben zwei Tage Zeit Rekurs einzulegen und werden sich auf den Saisonstart vorbereiten. «Wir spielen am Samstag, oder vielleicht auch nicht. Aber wir werden sehr wohl einmal spielen», sagt er.

Rückt Sierre nach?

Etwas südöstlicher fragt die Zeitung «Le Nouvelliste» im Titel bereits: «Wird Sierre nachrücken?» Der populäre Walliser Club war in der 1.-Liga-Gruppe West Fünfter, einen Platz hinter den Neuenburgern, und verpasste damit die Qualifikation für die neu geschaffene MySports League. Er wäre der erste Ersatzkandidat.

«Solange der Einzelrichter noch nicht bestimmt hat, ist es keine Frage Neuenburg zu ersetzen», sagt Rabout zur Zeitung. Dies wäre erst der Fall, wenn der suspendierte Club definitiv ausgeschlossen würde, was bei einer Lappalie wie diese überraschen würde und durch mehrere juristische Instanzen auch lange dauern könnte. «Wir haben - erst heute [Anm. gestern] - die zwei Mannschaften, die im Winter ein Dossier eingereicht hatten [Sierre und Genf-Servette II], kontaktiert. Ich widerspreche allerdings dem Gefühl einiger, dass wir einen Aufstieg eines bestimmten Clubs wollen. Die Situation ist wie sie ist. Wir müssen vorausschauen. Wir sind uns bewusst, dass es in diesem Zeitraum wegen verschiedenen Gründen nicht selbstverständlich ist, sich für einen solchen Sprung zu entscheiden.»

Konkret beginnt die Saison eine Liga tiefer, in der klassischen 1. Liga, zwei Wochen später. Der HC Sierre hat sich den Aufstieg zum Ziel gesetzt, aber auf dem Eis und für die kommende Saison. Zumindest ausschliessen will der Club einen Aufstieg am grünen Tisch aber nicht. «Die Frage stellt sich nicht. Die Entscheidung liegt zuerst bei der Regio League. Falls sich die Frage stellen würde, müssten wir die Situation analysieren, wissend, dass die Saison in vier [Anm. drei] Tagen beginnt», sagte der Präsident des HC Sierre, Alain Bonnet, zur Zeitung. «Ehrlich gesagt glaubte ich, dass diese Sache um Neuenburg erledigt war. Ich bin überrascht, dass sie nun wieder auftaucht. Bei diesem Stand bevorzuge ich meine Meinung nicht zu äussern. Sagen wir mal, dass es kompliziert ist bezüglich des Zeitpunktes.»