Raffainer hatte COVID-19, will in die IIHF

Sonntag, 7. Juni 2020, 09:35 - Martin Merk

Auch Raeto Raffainer erlitt eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus COVID-19 und kandidiert für einen Vorstandposten in der IIHF (Council).

«Ich habe den Virus auch erhalten und gespürt, und zwar ziemlich heftig», sagt der HCD-GM Raeto Raffainer in einem Interview mit dem SRF. «Es ist nicht einfach eine Grippe, wie man es manchmal hört. Zwei Wochen hatte ich unglaubliche Müdigkeit, Gliederschmerzen, Grippesymptome. Zum Glück musste ich nie mit Atemnot oder Lungenprobleme ins Spital. Ich habe aber schon ein paar Kilos abgenommen. Mein Körper hat gekämpft.» Erwischt hat es ihn eineinhalb Wochen nach Meisterschaftsabbruch und er liess sich testen um nicht das Risiko einzugehen bei Sitzungen andere zu infizieren. Er hat sich jedoch erholt und konnte in der Lockdown-Zeit dann auch wieder Sport treiben.

Raffainer bestätigt im Interview auch das Interesse des HC Davos am Finnen Teemu Turunen. «Ich mache kein Geheimnis daraus. Er wäre mein Wunschkandidat», so Raffainer, jedoch würde er mit Teams aus halb Europa konkurrieren. Turunen, der beim Helsinki IFK Topscorer war, habe auch Angebote aus Russland und Schweden. Ansonsten sei das Kader aber nahezu komplettiert.

Gleichzeitig träumt Raffainer auf den Kanadier angesprochen, dass Joe Thornton seine Karriere in der Schweiz beenden würde. «Ich habe ihm mal gesagt, wenn du einmal fertig bist in der NHL und noch ein Jahr spielen willst, melde dich», so Raffainer, aus Respekt vor seiner Karriere habe er aber nicht konkret nachgehakt. Thorntons Frau stammt aus Davos, wo er zweimal den NHL-Lockout bestritt und im Sommer mittrainiert. Der 40-Jährige hat in den letzten drei Jahren nur noch Jahresverträge unterschrieben und zuletzt zwei Millionen US-Dollar verdient. Für die San Jose Sharks, wo auch der Schweizer Timo Meier unter Vertrag steht, ist die NHL-Saison zu Ende.

Raffainer bestätigt auch seine Pläne, sich als Kandidat für den Vorstand des internationalen Eishockeyverbands (IIHF Council) aufstellen zu lassen. Ursprünglich hätte er während der WM in der Schweiz Lobbying betreiben wollen für die Wahlen Ende September beim Halbjahreskongress in St. Petersburg. Dort hätte auch ein Nachfolger für den Schweizer IIHF-Präsidenten René Fasel gefunden werden sollen. Weil es aber auch dann noch Probleme und Reisebeschränkungen mit der Coronavirus-Pandemie geben dürfte, hat der aktuelle IIHF Council jedoch vorgeschlagen, das aktuelle Mandat um ein Jahr zu verlängern und die Wahlen auf 2021 zu verschieben. Über diesen Vorschlag wird Ende Monat bei einem ausserordentlichen Kongress in virtueller Form bestimmt, denn der während der WM im Mai in Zürich vorgesehen Jahreskongress wurde ebenfalls abgesagt. Für diesen Fall will Raffainer mit dem Schweizer Verband zusammensitzen und besprechen, ob er auch für Wahlen im Jahr 2021 weiterhin der richtige Kandidat sei.

Raeto Raffainer während den Olympischen Winterspielen 2018. Foto: Andreas Robanser