Das sind die neuen Regeln

Freitag, 14. September 2018, 19:18 - Martin Merk

Alle vier Jahre gibt es ein neues Regelbuch der IIHF, das in fast allen Eishockey-Ländern so übernommen wird. Viele Änderungen stehen im Zeichen der Gesundheit der Spieler. Hier gibts die wichtigsten Infos.

Bei den Regeländerungen wird der neue Torhüterraum auf den ersten Blick sichtbar, der in Europa an die NHL angegleicht wurde. Doch auch sonst gab es einige Neuerungen. Wir schauten uns die Änderungen an und sprachen mit Andreas Fischer, dem langjährigen Schiedsrichter und nun Direktor des Schiedsrichterwesens im Verband SIHF.

Das müsst ihr in der neuen Saison beachten:

  • Tore bei verschobenem Gehäuse, wenn es noch zumindest teilweise drin ist, können gegeben werden, wenn der Puck die Torlinie überquerte.
  • Torhüter müssen sich zudem nicht nur an den neuen Torhüterraum gewöhnen, sondern können eine 2-Minuten-Strafe erhalten, wenn er den Puck blockiert, obwohl er ihn mit dem Stock spielen kann (d.h. keinen Druck von einem Gegenspieler hat). Damit sollen unnötige Spielunterbrechungen vermieden werden. Ist er hinter der Torlinie oder weit vorne (weiter als die Markierungen bei den Bullykreisen), erhält er auf jeden Fall eine Strafe, wenn er den Puck bedeckt oder sich auf den Puck fallen lässt, auch wenn er bedrängt wurde.
  • Ein zu später Check gegen einen Spieler nach Abgabe wird bestraft.
  • Auch ein Check gegen einen Spieler bevor dieser in Puckbesitz kommt wird bestraft.
  • Die Regel bezüglich Beinstellens strenger und gilt auch, wenn der Puck gespielt wurde.
  • Als Kicktor aberkannt wurde, wenn eine Kickbewegung stattfand. Neu wird kein absichtlich mit dem Schlittschuh erzieltes Tor gegeben, das heisst wenn ein Spieler seinen Schlittschuh dreht und positioniert für einen Ablenker, zählt das Tor nicht. Unbewusste Ablenker zählen weiterhin.
  • Neu darf jeder nicht bestrafte Feldspieler einen Penaltyschuss nach einem Foul ausführen.
  • Schiedsrichter dürfen auch bei Torhüterbehinderung die Videos anschauen.

Weiter unten haben wir einige Videos von neuen Situatione nfür euch.

Fischer warnt zudem vor, dass die Schiedsrichter beim Bully strenger die Regeln durchsetzen werden. Die Spielre scheinen sich aber bereits gewöhnt zu haben, in der Vorsaison soll es zumindest mit den inländischen Teams gut geklappt haben.

Keine gute News gab es zum Profi-Schiedsrichter Marcus Vinnerborg. Der Schwede erholt sich von seinem Umfall letzte Saison schlecht und wird die Saison wegen seiner Hirnerschütterung verpassen. Er ist in einem Wiederiengliederungsprogramm und arbeitet neben dem Eis im Schiedsrichterwesen. Mit Mark Lemelin (GB/USA) und Anssi Salonen (FIN) ergänzen zwei neue Vollzeit-Schiedsrichter die bisherigen: Daniel Stricker, Stefan Eichmann, Didier Massy, Marc Wiegand, Alex DiPietro und Micha Hebeisen. Für Fischer braucht es mehr Schiedsrichter auf diesem Level, die, den Verpflichtungen entsprechend, nicht zwingend Schweizer sein müssen. Weiter arbeiten 38 Schiedsrichter und 46 Linienrichter im Teilzeit-Mandat in der National League, Swiss League und den Elite-A-Junioren. Dazu kommen 1113 Männer und Frauen als Amateure. Die beiden finnischen Top-Schiedsrichter Stefan Fonselius und Mikko Kaukokari werden zudem in einem gemiensamen Projekt mit den Finnen «Rent a Ref» vereinzelte Spiele in der Schweiz, hauptsächlich in der National League, leiten. Fischer hofft, dass das Projekt auch mit anderen Ländern ausgedehnt werden kann, damit man sich bei Engpässen gegenseitig unter die Arme greifen kann.