Frauen-U18-WM: Schwierige Ausgangslage

Donnerstag, 5. Januar 2017, 23:11 - Daniel Monnin

Die Schweizer Frauen-U18-Nationalmannschaft steht an der Top-Division-WM vom 7. bis 14. Januar 2017 in Prerov und Zlin vor einer schwierigen Aufgabe. Zum 10-Jahre-Jubiläum der Frauen-U18-WM strebt die Schweiz zum siebten Mal den Ligaerhalt an und schielt mit einem Auge auf die Viertelfinals.

Die Ausgangslage für das junge Team mit sieben WM-Neulingen von Nationaltrainerin Andrea Kröni ist ein Déjà-Vécu: Wie in den neun Austragungen zuvor geht das Schweizer Team, das sich bisher nie besser als im 7. WM-Rang klassierte, als klarer Aussenseiter ins Rennen um die beiden ersten Plätze in der „unteren Gruppe“, die entweder der Schweiz, Finnland, Tschechien oder Aufsteiger Japan einen Platz in der Runde der letzten Acht sichern.

Viermal in neun Jahren haben die Schweizerinnen – zuletzt zweimal in Folge – den Ligaerhalt in den entscheidenden Spielen der Abstiegs-Playoffs geschafft, zweimal ist das Team abgestiegen, zweimal wieder aufgestiegen, einmal direkt, einmal nach einer Zusatzschlaufe. In den letzten beiden Jahren – in Buffalo und St. Catharines – reichten auch zwei Siege in der Gruppenphase nicht zur Viertelfinal-Qualifikation: Die Schweizerinnen mussten trotz 6 Punkten aufgrund des schlechteren Torverhältnisses in den Direktbegegnungen gegen Schweden und Finnland in die Abstiegsrunde.

Zweimal positiv, einmal negativ

Ein Blick auf die bisherigen Begegnungen gegen die drei Gruppengegner Finnland, Tschechien und Japan zeigt, dass die Schweizerinnen nicht auf verlorenem Posten stehen. Die Bilanz gegen Finnland ist zwar mit 8:24 deutlich negativ, doch in den WM-Spielen führt die Schweiz mit 4:2. Vor allem die beiden 2:0-Sieg in den letzten beiden Jahren zeigen auf, dass ein erneuter Exploit kein Zufall wäre. Auch gegen Japan, den Aufsteiger, hat die Schweiz mit 6:3 Siegen eine positive Bilanz und gute Erinnerungen: Sowohl in Buffalo (2015) als auch in Stockholm (2011) sicherten sich die Schweizerinnen gegen die Asiatinnen jeweils den Ligaerhalt. Einzig gegen Tschechien ist die Bilanz mit 1:3 negativ, das letzte WM-Spiel liegt allerdings acht Jahre zurück …

YOG-Medaille als Zusatzmotivation

Vieles – wenn nicht alles – wird davon abhängen, wie gut die Keyplayer um die beiden A-Nationalspielerinnen Shannon Sigrist (1999) und Stefanie Wetli (2000) sowie das erfahrene 2000-er-Quintett mit Rahel Enzler, Noemi Ryhner, Lisa Rüedi, Jessica Schlegel und Lara Zimmermann den altersbedingten Abgang von „Superstar“ Alina Müller kompensieren können. Nati-Trainerin Andrea Kröni gibt sich zuversichtlich: „Das Team hat während den letzten Monaten hart gearbeitet. Die Spielerinnen haben auf und neben dem Eis grosse Fortschritte erzielt.“ Dazu zählt Kröni auch die Persönlichkeitsentwicklung, die gerade in diesen jungen Jahren und in den entscheidenden Phasen einer WM besonders wichtig ist. Nicht weniger als 14 der 23 Kader-Spielerinnen haben im Februar 2016 an den Youth Olympic Games in Lillehammer eine Bronzemedaille gewonnen – eine willkommene Tatsache für das Selbstvertrauen und das Selbstverständnis des Teams.

Das WM-Aufgebot

Tor: Ramona Forrer (2001, Winterthur), Saskia Maurer (2001, Dragon Thun), Sara Kobza (2001, Reinach/Luzern)*

Verteidigung: Sina Bachmann (2000, Dragon Thun), Nina Capelli (1999, Langenthal), Lara Christen (2002, Langenthal), Marion Gremaud (1999, Neuchâtel Hockey Academy/Bulle), Janine Hauser (2001, ZSC Lions), Shannon Sigrist (1999, ZSC Lions/Rapperswil), Nicole Vallario (2001, Lugano), Stefanie Wetli (2000, Weinfelden/Winterthur).

Sturm: Nicole Andenmatten (2000, Bomo Thun/Sierre), Sydney Berta (2000, Neuchâtel Hockey Academy/Meyrin), Oona Emmenegger (2000, Reinach/Seetal), Rahel Enzler (2000, Innerschwyz/Rapperswil), Rahel Hänggi (1999, Bomo Thun/Unterseen), Lena Marie Lutz (2001, Reinach/Seetal), Anna Neuenschwander (2001, Kreuzlingen/Davos), Lisa Rüedi (2000, ZSC Lions/Dübendorf), Noemi Ryhner (2000, ZSC Lions/Innerschwyz), Jessica Schlegel (2000, ZSC Lions/Dübendorf), Gionina Spiess (2000, Bomo Thun/Adelboden), Lara Zimmermann (2000, ZSC Lions/Dübendorf).

*3. Torhüterin, kann erst bei einem verletzungs- oder krankheitsbedingten Ausfall der beiden Torhüterinnen vor Ort nachgemeldet werden.

Die WM-Spiele in Prerov

Samstag, 7. Januar 2017, 20.15 Uhr: Finnland – Schweiz. Sonntag, 8. Januar 2017, 16.15 Uhr: Schweiz – Tschechien. Dienstag, 10. Januar 2017, 20.15 Uhr: Japan – Schweiz. – Viertelfinals oder Playout ab Mittwoch, 11. Januar 2017 in Prerov oder Zlin.


Die U18-Frauen-Nationalmannschaft während der Vorbereitung in Tschechien. © Foto: zVg