Diskussionen über europäischen Club-Wettbewerb

Mittwoch, 13. Juni 2012, 19:22 - Martin Merk

In Barcelona findet derzeit das Hockey Forum 2012 statt, eine vom internationalen Eishockeyverband IIHF initierte Diskussionsplattform mit sämtlichen Anspruchsgruppen im europäischen Eishockey und darüber hinaus an Bord. Dabei wurde auch über die Zukunft eines europäischen Club-Wettbewerbs diskutiert.

Nachdem Personen hinter der Champions League im Fussball, Handball und der Euroleague Basketball ihre Modelle präsentiert hatten, waren Ideen im Eishockey gefragt. Die Macher der European Trophy präsentierten ihren Event, der vor allem während der Vorsaison läuft, und hoffen auf mehr Zusammenarbeit.

Dann war die Bühne frei für den KHL-Präsidenten Alexander Medwedew, der die russische KHL auf eine European Conference ausgeweitet sehen möchte mit insgesamt 64 Mannschaften. Die European Conference wiederum wäre aufgeteilt in eine skandinavische Gruppe sowie eine zentraleuropäische Gruppe mit Ländern wie die Schweiz, Deutschland, Österreich, Tschechien, die Slowakei, Slowenien, Kroatien, Italien, Frankreich und Grossbritannien. Am liebsten würde er die Diskussionen sofort beginnen, um schon 2013/14 loszulegen. Als Mindestbudget für jeden Club sieht er 15 Millionen Euro vor, auch wenn einige Top-Clubs in Russland mit 50 Millionen Euro pro Jahr operieren.

Der IIHF-Generalsekretär Horst Lichtner folgte mit seiner Präsentation über einen nachhaltigen Clubwettbewerb im Sinne einer Champions League mit sportlicher Qualifikation und der parallel zu den nationalen Ligen geführt würde. Für Fans in Europa sei das glaubwürdige europäische Sportmodell nach wie vor gültig, wird er auf IIHF.com zitiert wird. Die Qualifikationskriterien müssten verständlich sein für Fans, attraktiv fürs Fernsehen und Sponsoren. Ein solcher Wettbewerb könnte mit acht Landesmeistern beginnen und später auf 12 und 16 Teams erweitert werden.

Bei der auf die Präsentation folgende Diskussionsrunde waren auch Schweizer Vertreter unter den 150 Teilnehmern aktiv.

"Eine Champions League langsam heran wachsen zu lassen ist aus finanzieller Sicht weiser als Medwedews Ambitionen, für welche man Investoren über hunderte Millionen von Euro finden müsste, um die Teams zu finanzieren", wird Bruno Marty von der Marketingagentur Infront zitiert.

Und auch Rolf Bachmann, COO vom SC Bern, meldete sich zur Wort für die Berner Sicht: "Was wir brauchen ist ein paralleles System nach dem Vorbild der Champions League im Fussball", sagte er laut der IIHF-Website. "Clubs brauchen regionale Rivalitäten in einer nationalen Liga, das ist wichtig für die Fans. Ein Europäischer Wettbewerb ist das Sahnehäubchen."

In einer informellen Umfrage sprach sich eine überwiegende Mehrheit der Teilnehmer für einen Clubwettbewerb aus, der parallel zu den Landesmeisterschaften verlaufen würde gegenüber der Idee einer ständigen europäischen Liga, welche den nationalen Meisterschaften die Top-Teams wegnehmen würde. In einer Umfrage auf der Facebook-Seite der IIHF äusserten sich 73 Prozent für eine Art Champions League, während 26 Prozent die Idee einer permanenten europäischen Liga wie eine expandierte KHL bevorzugen. Nur ein Prozent sah keine Notwendigkeit eines europäischen Club-Wettbewerbs.

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